Zum Hauptinhalt springen

Humorvolle Abschiedsvorstellung

Mit der Komödie «Uf aute Pfanne lehrt me choche» gibt die Thuner Freizeitbühne im Theater Alte Oele derzeit ihre Abschiedsvorstellung.

Der letzte Auftritt der Thuner Freizeitbühne in der Alten Oele in Thun mit den Schauspielern (v. l.) Beat und Peter Rüegsegger, Evelyne Schneider, Christoph Oppliger und Silvia Marti.
Der letzte Auftritt der Thuner Freizeitbühne in der Alten Oele in Thun mit den Schauspielern (v. l.) Beat und Peter Rüegsegger, Evelyne Schneider, Christoph Oppliger und Silvia Marti.
Andreas Tschopp

«Ein weinendes Auge ist mit dabei beim Abschied von der Bühne», sagt Peter Rüegsegger hinter dem Vorhang, kurz vor der Premiere des Stücks «Uf aute Pfanne lehrt me choche».

Mit der Aufführung der satirischen Komödie von Gerry Jansen verabschiedet sich die Thuner Freizeitbühne nach 33 Jahren von ihrem Publikum. «Ich möchte es nicht unterlassen, Ihnen für Ihre Treue zu danken. Diese war Motivation für uns, immer wieder ein neues Stück einzuüben», erklärte Rüegs­egger in seiner Ansage zu den Abschiedsvorstellungen im Theater Alte Oele in Thun.

Mit 17 erster Bühnenauftritt

Rüegsegger stand bereits mit 17 Jahren erstmals auf der Bühne. Damals wurde seine Theaterbegeisterung geweckt. Nachdem er jahrelang bei diversen Trachtengruppen und Jodlerchören Theater gespielt oder inszeniert hatte, gründete er 1985 eine eigene Gruppe.

Das war das Geburtsjahr der Thuner Freizeitbühne. Sie setzte sich zum Ziel, Komödien, Lustspiele und Farcen «in ausgefeilter Qualität öffentlich aufzuführen». So lautete der selbst definierte Anspruch der Gruppe, die sich nie als Verein organisierte. Von Anfang an dabei war Beat Rüegsegger, der Bruder von Peter, der während 36 Jahren als ­regionaler Verkaufsleiter eines grossen Schweizer Schokoladefabrikanten tätig war und mittlerweile pensioniert ist.

Seit 1989 in der Alten Oele

Nach Gastspielen – anfänglich in Heimen und an privaten Anlässen – war ab dem Jahr 1989 die Alte Oele die Bühne für die alljähr­lichen Vorstellungen der Thuner Freizeitbühne. Die belustigenden Aufführungen fanden rasch Anklang und ein treues Publikum. Die Freizeitschauspieler und -schauspielerinnen wurden mit den Jahren immer mehr zu einem eingespielten Team.

Vor drei Jahren jedoch kam es zu einer Zäsur: Die Truppe hatte laut Rüegsegger gleich drei Abgänge zu verzeichnen. Es sei auch immer schwieriger geworden, ­geeignete Spielerinnen und Spieler zu finden. «Weil ich keineswegs bereit bin, Kompromisse bezüglich Qualität einzugehen», so der Gründer und langjährige Leiter der Theatergruppe, habe er sich nun «schweren Herzens entschlossen», den Spielbetrieb der Thuner Freizeitbühne einzustellen.

Der Mann für alles sagt Ade

Bis es endgültig so weit ist, schöpft die Freizeittruppe noch einmal aus dem Vollen. Allen voran tut dies Peter Rüegsegger, der das von Gerry Jansen, dem Leiter von «Deutschlands verrücktester Profibühne», geschriebene Stück ins Berndeutsche übertragen hat und Regie führt. Rüegsegger tritt in der satirischen Komödie auch als Erster auf.

Er tut dies in der Rolle eines in die Jahre gekommenen Möchtegerns in einem ­heruntergekommenen Hotel in Italien. Der Mann für alles ist dort der Portier Alfonso, gespielt von Beat Rüegsegger. Alfonso zeichnet ebenfalls für die Mehrfachbelegung der angeblichen Suite mit Meerblick in weiter Ferne verantwortlich. Damit das nicht auffliegt, versucht er, ein Zusammentreffen seiner Gäste, so gut es geht, zu verhindern.

Nochmals alle Register ziehen

Neben dem gealterten Lebemann Rolf Maier, der sich in Italien nochmals so richtig ausleben möchte, sind dies ein weiblicher Feriengast in reiferen Jahren (Silvia Marti als Doris Mayer) und ein junger Mann (Christoph Oppliger in der Rolle des Martin Meier), der sich vor dem Eintritt ins Kloster von der Welt draussen verabschieden will.

Das führt zu Verwechslungen, was für Spannungen im Stück sorgt. Hinzu kommt der Auftritt einer Ordensschwester (Evelyne Schneider) mit dem gleichen Vornamen wie der weibliche Gast. Die Verwirrung ist damit komplett auf der Bühne.

Dort brilliert vorab Peter Rüegsegger in seiner Rolle, in der er mal eine goldene Unterhose zur Schau trägt, an einer Marilyn-Monroe-Pappfigur seine Annäherungstaktik demonstriert und zum Schluss tropfnass vom Unglück in seiner Heimat erfährt. Die anderen Laienschauspieler laufen mit ihm zu grosser Form auf – sehr zur Erheiterung des Publikums, das die Premiere genossen hat.

Aufführungen der Thuner Freizeitbühne mit dem Stück «Uf aute Pfanne lehrt me choche» noch bis 13. Mai. Die Vorstellungen im ­Theater Alte Oele sind ausverkauft. Am 5. Mai hat es noch wenige ­Plätze.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch