Zum Hauptinhalt springen

«Ich wurde aus dem Rat gemobbt»

Es war absehbar: Der Zweisimmner FDP-Grossrat Hans-Jörg Pfister ist nicht mehr Verwaltungsrat der Spital STS AG. Der Regierungsrat hat ihn nicht mehr wiedergewählt. Pfister erhebt jetzt schwere Vorwürfe.

«Ich wurde regelrecht aus meinem Amt gemobbt», sagt der FDPGrossrat Hans-Jörg Pfister.
«Ich wurde regelrecht aus meinem Amt gemobbt», sagt der FDPGrossrat Hans-Jörg Pfister.
zvg

Die Mitteilung der Spi­tal STS AG vom Donnerstag zu ihrer Generalversammlung hat es in sich: Denn neben Andreas Hurni, welcher infolge Amtszeitbeschränkung nicht mehr für eine Wiederwahl in den Verwaltungsrat zur Verfügung stand, wurde auch der Zweisimmner Grossrat Hans-Jörg Pfister (FDP) vom Regierungsrat nicht mehr in seinem Amt bestätigt. An deren Stelle wurden neu Marianne Haueter aus Oberwil und Corinne Reuteler aus Gstaad gewählt.

Ganz freiwillig ist der Abgang Pfisters allerdings nicht: «Ich wurde regelrecht aus meinem Amt gemobbt», sagt der FDP-Grossrat. Die Liste der Vorwürfe, die er dem Verwaltungsratsprä­sidenten der Spitals STS AG, ­Thomas Bähler, macht, ist lang: Sie fängt beim Weiterleiten sei­nes Abstimmungsverhaltens zur Schliessung der Geburtenabteilung Zweisimmen an. Und geht über das falsche Protokollieren seiner Aussagen bis hin zur Ehrverletzung. «Ich habe schlicht kein Vertrauen in den Verwaltungsratspräsidenten mehr», sagt Pfister, der nun eine Anzeige vorbereitet. Nicht zuletzt müsse es im Interesse der Stimmbürger sein, dass sich eine Organisation, bei welcher der Kanton Alleinaktionär sei, an das Recht halte.

Neue Strategie des Kantons

Ganz anders sieht die Angelegenheit der angesprochene Verwaltungsratspräsident: «Wir hatten keinen Einfluss darauf, wer in den Rat gewählt wird», sagt Thomas Bähler. «Wir gaben dem Kanton lediglich zu bedenken, dass sich Hans-Jörg Pfister nicht an den Ehrenkodex hält, wenn er als Mitglied des Verwaltungsrats regelmässig gegen die Spital STS AG schiesst.» Schliesslich habe der Kanton eine neue Eigen­tümerstrategie verfasst, welche vorsehe, dass Grossräte und Gemeindevertreter nicht mehr in seinen Verwaltungsräten Einsitz nehmen sollten. Zur angekündigten Anzeige wollte sich Thomas Bähler nicht äussern.

Hans-Jörg Pfister war übrigens bereits 2015 nicht mehr zur Wiederwahl ins Gremium vorgeschlagen worden. Damals setzte sich aber der rot-grüne Regierungsrat gegen den Vorschlag des Gesundheitsdirektors durch.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch