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Im Schnittweier wird das Vogellisi lebendig

Nicht in Adelboden, sondern im Schnittweier in Steffisburg ist die Geschichte rund ums Vogellisi diesen Sommer auch als Freilichttheater zu sehen.

Renate Rubin (l.) und Annemarie Stähli, Co-Leiterinnen der Oberländer Märlibühni, im Schnittweier, wo vor kurzem die Arbeiten für das Bühnenbild von «Vogellisi» (im Hintergrund) begonnen haben.
Renate Rubin (l.) und Annemarie Stähli, Co-Leiterinnen der Oberländer Märlibühni, im Schnittweier, wo vor kurzem die Arbeiten für das Bühnenbild von «Vogellisi» (im Hintergrund) begonnen haben.
Gabriel Berger

Wer das Vogellisi nicht nur lesen und hören möchte (siehe separater Text), kann es im Sommer in Steffisburg auch live erleben – an einem äusserst stimmigen Ort im Freien.

Annemarie Stähli und Renate Rubin, die Co-Leiterinnen der Oberländer Märlibühni, haben für die Inszenierung des Naturmärchens «Vogellisi» eine von Wald umgebene kleine Kuppe ausgesucht, den sogenannten Pfäffermünz-Hoger. Der Spielort liegt wenige Gehminuten hinter dem Restaurant Schnittweierbad.

Im ersten Moment mag diese Wahl erstaunen, zumal das ­Vogellisi ja in Adelboden seine Kreise zieht. Der Schnittweier hat aber sehr wohl einen Bezug zur Geschichte: So soll in diesem Gebiet bereits im Mittel­alter ein Bad für Mönche und Nonnen existiert haben.

Als die Fläche dann vom Kloster Interlaken in die Hände weltlicher Bürger wechselte, sprach sich bald herum, dass man sich im Schnittweierbad «gesundbaden» konnte. Auch in medizinischen Kreisen hatte es einen entsprechend guten Ruf. Das Gebiet greift insofern die Thematik der heilenden Kräfte der Natur auf, die bei «Vogellisi» eine wichtige Rolle spielen.

«Wir hatten von Anfang an den Schnittweier im Kopf, suchten im Vorstand aber auch noch an anderen Orten nach Spielstätten», erinnert sich Annemarie Stähli. «Als wir dann die Stelle am Waldrand entdeckten, wussten wir: ‹Das ist es!›» Für Renate Rubin ist es ein «erleb- und spürbarer Ort, der Raum für Fantasie lässt».

Holz und Stein prägen Bühne

Vor kurzem haben nun die Arbeiten am Bühnenbild begonnen. Bereits zu sehen sind etwa zwei Steinmauern, welche die Berge und vor allem den Hahnenmoospass darstellen sollen, und ein typischer Adelbodner Zaun. «Beim Entwerfen des Bühnenbilds war mir bald einmal klar, dass ich viel mit den Elementen Stein, Holz und Pflanzen arbeiten möchte», erklärt Stähli.

Durch die verschiedenen Elemente auf der Bühne wird sich das Freilichttheater sehr eng an der Buchvorlage orientieren können. Hier und da wollen die zwei Macherinnen zusätzliche Situationskomik ins Stück einbauen. «Die Figuren werden sich auf Deutsch, Baseldeutsch und Adelbodnerisch unterhalten», blickt Stähli voraus. Entsprechende Sprechtrainings seien am Laufen.

Insgesamt umfasst das hauptsächlich aus Laiendarstellern bestehende «Vogel­lisi»-Ensemble 35 Personen, darunter 17 Sprechrollen. «Es wird einen Mix aus erfahrenen und jungen Schauspielerinnen und Schauspielern geben», erzählt Rubin. Mit dieser Mischung habe die Oberländer Märlibühni schon bei früheren Produktionen gute Erfahrungen gemacht.

Für die passende Musik wird unter anderem ein Alphorn sorgen. Die Proben haben im Januar begonnen; im laufenden Monat werden sie nun intensiviert. Ab Juni proben das Schauspielensemble und das Gesangsteam dann gemeinsam für den letzten Schliff.

Gegen das Wetter gewappnet

Die Premiere des Freilichttheaters im Schnittweierbad findet am Freitag, 14. Juli, statt. Bis zum 19. August sind 20 Aufführungen angesetzt. Pro Vorstellung hat es für 400 Zuschauer Platz. «Wir rechnen über die ganze Spielzeit mit einer Auslastung von 80 Prozent», hält Renate Rubin fest.

Angesprochen werden sollen insbesondere Familien sowie jüngere und ältere Märlibegeisterte aus dem ganzen Kanton und darüber hin­aus. Regisseurin Annemarie Stähli räumt zwar ein, dass sie vor jeder neuen Produktion einen «gewissen Respekt» davor habe, ob das Stück dann auch wirklich positiv vom Publikum aufgenommen werde. «Beim Vogellisi bin ich aber sehr zuversichtlich», sagt sie.

Ein Risikofaktor sei logischerweise das Wetter. Zumindest die Zuschauer haben diesbezüglich kaum etwas zu befürchten: Sämtliche 400 Sitzplätze befinden sich auf einer gedeckten Tribüne.

«Vogellisi – ein Naturmärchen»:Freilichttheater der Oberländer Märlibühni im Schnittweier in Steffisburg. Spieldaten: 14., 15., 16., 18., 21., 22., 23., 25., 28., 29., 30. Juli, 4., 5., 11., 12., 15., 16., 18. und 19. August, jeweils um 20 Uhr (ausser 16. 8. um 16 Uhr).

Vorverkaufab 10. April unter Tel. 0900 320 320 (1 Fr./Min.), www.maerchenhaft.ch (dort auch weitere Infos) oder bei der Valiant in Steffisburg und Thun.

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