Ja zu Neubau beim Schulhaus Hagen

Wattenwil

Von der Wattenwiler Gemeindeversammlung gabs ein Ja zum Kredit von 2,9 Millionen Franken für den Neubau des dritten Kindergartens, der Tagesschule und der Kita.

Hier soll ein Neubau für Kindergarten, Tagesschule und Kita entstehen.

Hier soll ein Neubau für Kindergarten, Tagesschule und Kita entstehen.

(Bild: Debora Stulz)

«Ich bitte euch alle, diesem Kredit zuzustimmen.» Dieser Aufruf des Gemeindepräsidenten Peter Hänni ist bei den 112 Anwesenden an der Gemeindeversammlung vom vergangenen Mittwoch offensichtlich angekommen. Mit 90 Ja zu 6 Nein bei 16 Enthaltungen stimmten die Bürgerinnen und Bürger dem Kredit über 2,9 Millionen Franken deutlich zu.

Die Abstimmung erfolgte nach einer längeren Diskussion, bei der unter anderem zum Ausdruck kam, dass sich einige Bürger ernsthafte Sorgen um die Finanzlage der Gemeinde machen. Dies, weil in Wattenwil in Sachen Gebäudesanierungen, Strassenbau und Wasserleitungen seit einigen Jahren verschiedene grössere Investitionen anstehen.

Auf diese kritischen Voten reagierte der ehemalige Gemeinderat Markus Wildisen vehement: «Wenn wir keine Investitionen tätigen, glauben wir nicht an die Zukunft!» Der Applaus für dieses Votum zeigte, dass die Mehrheit der Anwesenden die Finanzstrategie des Gemeinderates offensichtlich unterstützt.

Keine Steuererhöhung

Der Bau des Gebäudes für den dritten Kindergarten, die Tagesschule und die Kita mit Schutzräumen im Untergeschoss wurde notwendig, weil diese Institu­tionen seit längerer Zeit in Pro­visorien untergebracht sind: «Wir sind eine familienfreund­liche Gemeinde, deshalb ist es wichtig, dass wir auch moderne Angebote für Familien anbieten können», sagte Hänni.

Der Bau entsteht neben dem Schulhaus Hagen, auf dem heute noch das alte Feuerwehrmagazin steht. Der Baubeginn ist im Frühjahr 2019, der Bezug für Juli 2020 geplant. Der Gemeindepräsident bestätigte auf Anfrage aus dem Plenum, dass für dieses Projekt keine Steuererhöhung notwendig ist.

Er und Finanzverwalter Markus Jutzeler wiesen jedoch die Anwesenden darauf hin, dass bei den vielen Aufgaben der Gemeinde immer wieder unvorhergesehene Sachlagen entstehen könnten, die zu einer erneuten Finanzdebatte führten.

Gut, aber nicht euphorisch

Unter anderem dank Mehrerträgen von insgesamt 934 745 Franken sind die Finanzen von Wattenwil derzeit gut im Schuss (wir haben berichtet). Dazu Gemeindepräsident Peter Hänni: «Diese Situation ist erfreulich, lässt mich jedoch nicht euphorisch werden.»

Er zeigte sich der zahlreichen anstehenden Aufgaben der Gemeinde bewusst und bestätigte, dass der Gemeinderat weiter umsichtig handeln will. Die Rechnung 2017 schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 1,18 Millionen Franken bei einem Aufwand von 17,25 Millionen und einem Ertrag von 18,4 Millionen Franken.

Budgetiert war für das Jahr 2017 ein Bilanzfehlbetrag von 11 590 Franken. Die Besserstellung gegenüber dem Budget 2017 beträgt somit 1,2 Millionen. Das massgebende Eigenkapital im Steuerhaushalt beläuft sich per Ende 2017 neu auf 2,9 Millionen Franken. Die Rechnung wurde einstimmig genehmigt.

70 Kilometer Strassen

Bruno Schmid, Vizegemeindepräsident und Leiter Ressort Tiefbau, hat ein Ziel: «Bis zum Ende der Legislatur will ich den Zustand und die Eigentümerverhältnisse von jedem Meter Strasse auf unserem Gemeindegebiet kennen und regeln.» Dieses Ziel scheint einerseits berechtigt und andererseits enthusiastisch.

Bei der Begehung einzelner Gebiete haben er und seine Mitarbeitenden nämlich entdeckt, dass einzelne Strassenstücke in Wald- oder Randgebieten gar nicht mehr vorhanden sind. Die Natur hat sie längst übernommen. Nichtsdestotrotz wollen die Verantwortlichen diese Mammutaufgabe angehen und «nicht aufgeben», so Schmid.

Thuner Tagblatt

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