Kirchenmuseum hat offen

Einigen

Am Samstag wurde in Einigen das vielleicht kleinste Museum Europas eröffnet.

Pfarrerin Susanna Schneider Rittiner, Initiator Arthur Maibach und Kirchgemeinderätin Elisabeth Sopranetti (v.l.) bei der Jahrzahl 1228. Damals wurde die Kirche erstmals erwähnt.

Pfarrerin Susanna Schneider Rittiner, Initiator Arthur Maibach und Kirchgemeinderätin Elisabeth Sopranetti (v.l.) bei der Jahrzahl 1228. Damals wurde die Kirche erstmals erwähnt.

(Bild: Hans Kopp)

Ein zwischen Kirche Einigen und See gelegener Schuppen diente bis dahin mehr oder weniger als Gerümpelkammer. Nun ist Arthur Maibach auf die Idee gekommen, den der reformierten Kirchgemeinde Spiez gehörenden Schopf in ein Museum umzuwandeln. Am Samstag nahm ein gutes Dutzend Interessierte an der Eröffnung des lediglich 20 Quadratmeter messenden Ausstellungsraums teil.

Damit nehmen die Initianten an, dass es sich um das «vielleicht kleinste Museum Europas» handeln könnte. Es verfügt über keinen Anschluss ans Stromnetz, die Beleuchtung erfolgt mittels Akkus. Die Einrichtungskosten werden auf rund 1000 Franken beziffert.

Kirche und Christentum

«Dies ist ein Museum, bei dem das Wort Kirche, das Christentum, im Mittelpunkt steht», sagte Maibach. Damit solle der Glaube den Leuten näher gebracht werden. Der Standort passt: Er befindet sich nahe der «Kirche im Paradies» so heisst nämlich das Gelände, auf welchem die Kirche Einigen steht. Das ums Jahr 1000 erbaute Gotteshaus im damaligen Ceningen wird als Mutterkirche von zwölf Kirchen im Berner Oberland angesehen.

Schwerpunkte der Ausstellung bilden sechs Vitrinen. In der Stretlinger Chronik wird unter anderem erzählt, wie armselig die Kirche von Einigen am Thunersee war. In andern Vitrinen werden alte Bibeln und Gebetbücher gezeigt. Einen Schauer über den Rücken jagen könnte dem Betrachter die Vitrine über das Schicksal des Einigers Stäffen Rüegsegger, der im Zuge der Täuferverfolgungen im November 1538 nach vorheriger Folter mit weiteren Glaubensgenossen in Bern in der Aare ertränkt worden ist.

«Im Glauben gestärkt»

«Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.» Diesem an einer Wand angeschlagenen Bibelspruch misst Maibach grosse Bedeutung zu. In diesem Zusammenhang gab es einen Seitenhieb an den Innenminister unseres südlichen Nachbarlandes, der die Kapitänin eines Flüchtlingsrettungsschiffs als Kriminelle betrachtet. Eine Sargtrage und eine Urne schliesslich erinnern an die Endlichkeit des irdischen Lebens.

Öffnungszeiten: Mai bis Oktober jeweils am ersten und dritten Samstag, 14 Uhr bis 16 Uhr, und bei den Kirchenführungen am ersten Donnerstag im Monat um 17 Uhr oder nach Vereinbarung: 033 654 60 81. Preise: Kirchenführung inkl. Museum: 5 Franken, Museum 3 Franken.

Berner Oberländer

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