Konzepthalle 6: Stadt und Betreiber einigen sich

Thun

An einer gemeinsamen Sitzung wurde die Schliessung der Konzepthalle 6 abgewendet.

Der Konzepthalle 6 drohte die Schliessung. Nun konnten sich die Stadt Thun und die Daskonzept AG einigen.

Der Konzepthalle 6 drohte die Schliessung. Nun konnten sich die Stadt Thun und die Daskonzept AG einigen.

(Bild: Patric Spahni)

Es gibt eine Zukunft für die Konzepthalle 6 in ihrer heutigen Form. Das ist die Quintessenz des «konstruktiven Gesprächs», das am Donnerstagnachmittag zwischen Vertretern der Stadt und der Daskonzept AG stattfand. An der zweistündigen Sitzung waren seitens der Stadt Stadtpräsident Raphael Lanz (SVP), Bauvorsteher Konrad Hädener (CVP), Thomas Zumthurm, Leiter des Amts für Stadtliegenschaften, Robert Rathmayr, Leiter Facility Management, und Anwalt Samuel Huwyler anwesend.

Die Daskonzept AG war durch die Geschäftsleitung mit Ueli und Marc Biesenkamp, Zlatko «Slädu» Perica sowie zwei Anwälten vertreten. Die beiden Seiten «bekräftigten ihren Willen, eine gemeinsame Lösung zu finden», wie sie am Abend in einer gemeinsamen schriftlichen Erklärung mitteilten. Beim Gespräch seien die Eckpunkte definiert worden, wie eine solche Lösung aussehen könnte.

Auf Anfrage erklärte Gemeinderat Hädener: «Wir haben einen gemeinsamen Nenner gefunden.» Und Stadtpräsident Lanz, der ein «gutes Gespräch in guter Atmosphäre» erlebte, sagte, dass man sich auf ein Grundgerüst mit fünf Punkten geeinigt habe. Wichtig sei unter anderem, die Unsicherheit im Zusammenhang mit der Überbauungsordnung (ÜO) aus dem Weg zu räumen. «Da suchen wir einen pragmatischen und kostengünstigen Weg», so Lanz.

Was dies im Detail für die aktuell installierte Heizung bedeutet, liess der Stadtpräsident offen. Das jetzige Angebot mit den Co-Working-Arbeitsplätzen solle aber «im Einklang mit den rechtlichen Rahmenbedingungen» weiterbetrieben werden. Auch Marc Biesenkamp von der Daskonzept AG liess nach der Sitzung verlauten: «Es gibt nun eine Basis, um das bestehende Angebot weiterzuführen.»

AG reichte Beschwerde ein

Biesenkamp gab auf Anfrage überdies bekannt, dass die Daskonzept AG gegen den Entscheid von Regierungsstatthalter Marc Fritschi am Mittwoch Beschwerde eingereicht habe, «und zwar in allen Punkten, also zur Heizung, den Co-Working-Arbeitsplätzen und der Räumung dieser nicht bewilligten Arbeitsplätze innert 30 Tagen». Die Beschwerde hat aufschiebende Wirkung, wodurch die Nutzung der Halle durch Drittfirmen vorerst nicht mehr gefährdet ist. Biesenkamp hielt zudem fest, dass er daran glaube, dass die AG mit der Beschwerde gute Chancen auf Erfolg haben werde.

Heizung als Knacknuss

Ins Rollen gebracht hat die jüngsten Ereignisse rund um die Konzepthalle 6 ein baupolizeiliches Verfahren, das vor zwei Jahren durch eine Anzeige einer Privatperson ausgelöst wurde. Im Zuge des Verfahrens verfügte Regierungsstatthalter Fritschi im September, dass in der Halle keine Co-Working-Arbeitsplätze erlaubt seien und die Leistung der Heizung auf 18 Grad reduziert werden müsse.

Die beiden Punkte haben einen direkten Zusammenhang: Gemäss der gültigen ÜO darf die Halle für Ausstellungen, kulturelle Veranstaltungen, Gastgewerbe und die dazugehörenden Büros verwendet werden, nicht aber für weitergehende Büronutzungen. Für die gestatteten Nutzungen würden Räume, die auf 18 Grad geheizt werden, ausreichen.

Die Daskonzept AG warf der Stadt vor Monatsfrist vor, seinerzeit eine nicht baubewilligte und somit illegale Heizung eingebaut zu haben. «Von all dem wussten wir nichts», sagte Geschäftsführer Ueli Biesenkamp. Der zuständige Gemeinderat Hädener wiederum erklärte damals, dass die Stadt der Daskonzept AG bereits in der ersten Jahreshälfte 2018 Vorschläge gemacht habe, wie der Zustand legalisiert werden könnte. Die Stadt hätte die wärmetechnische Sanierung der Halle vorfinanziert und die Kosten später via höheren Mietzins auf die Hallenbetreiber abgewälzt.

Was den gordischen Knoten nun letztlich gelöst hat, ist im Detail noch nicht bekannt. In der gemeinsamen Erklärung von heisst es aber: «Die Parteien sind zuversichtlich, dass die Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen werden können.»

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