Kranke, instabile Bäume werden gefällt

Thun

Die Stadt Thun fällt in den kommenden Wochen 50 kranke Bäume und ersetzt sie. Zudem wird die Aktion gegen Krähen mit Falkner Ulrich Lüthi und Uhu-Attrappen in Bäumen weitergeführt.

Das Jakobshübeli mit Blick auf die Stadt Thun. Unterhalb des Aussichtspunkts werden nun mehrere Bäume gefällt. Foto: Gabriel Berger

Das Jakobshübeli mit Blick auf die Stadt Thun. Unterhalb des Aussichtspunkts werden nun mehrere Bäume gefällt. Foto: Gabriel Berger

Wie üblich nutzt das Team von Stadtgrün die Wintermonate, um die Baumpflege durchzuführen. «In diesem Jahr sind die Gebiete Seefeld, Göttibach, Hofstetten und Bälliz an der Reihe», teilte die Stadt am Montag mit. Ziel der Arbeiten, die ab sofort laufen und bis Ende März andauern, sei es, die Nutzung der Park-, Schul- und Verkehrsanlagen mit einem widerstandsfähigen, gesunden Baumbestand sicherzustellen.

Vor allem Strassen entlang

Heuer muss Stadtgrün 50 kranke Bäume, deren Stand- und Bruchsicherheit nicht mehr gewährleistet ist, fällen und ersetzen. «Die Zahl bewegt sich im Durchschnitt der letzten Jahre und entspricht rund einem Prozent des städtischen Baumbestands», sagt Markus Weibel, Leiter Stadtgrün. Betroffen von den Fällungen seien Kastanien, Ahorne, Linden und vereinzelt auch invasive Neophyten wie Robinien. Laut Weibel werden die Bäume durch «standortgerechte Arten» ersetzt.

Das heisst, dass je nach Lage etwa auch wieder Robinien zum Zug kommen, weil diese resistenter seien gegen Wärme, so Weibel. Bei der Mehrheit der kranken Exemplare handle es sich um Bäume entlang von Strassen, die rund 60 bis 70 Jahre alt seien und unter diesen Bedingungen ihre Lebensdauer erreicht hätten. Während der Arbeiten werden die Bereiche, vor allem Trottoirs und Quartierstrassen, aus Sicherheitsgründen jeweils für kurze Zeit abgesperrt.

Zusätzlich zu den jährlichen Arbeiten stehen auch «projektbezogene Pflegeeingriffe» an, wie die Stadt schreibt. So werden im Rahmen der Aufwertung des Bonstettenparks einzelne Rottannen, kranke Eschen und Birken sowie zwei Robinien gefällt und durch neue Pflanzen ersetzt. Im Grüsisbergwald, unterhalb des Jakobshübeli, entfernt die Stadt zusammen mit der Burgergemeinde Thun auf deren Gebiet 13 ältere Bäume.

«Es handelt sich hauptsächlich um Nadelgehölz und eine Buche», führt Weibel aus. Mit dieser Massnahme werde einerseits die Sicherheit erhöht und andererseits der Aussichtspunkt Jakobshübeli aufgewertet, weil er danach wieder einen Blick bis zur Innenstadt gewähre. Wegen des sehr steilen Geländes werden diese Arbeiten durch eine Helikopterunternehmung ausgeführt.

Der Falkner kehrt zurück

In den kommenden Wochen erneut in Aktion tritt Falkner Ulrich Lüthi aus Kriechenwil. Er war im Herbst 2017 von der Stadt erstmals engagiert worden. Seine Greifvögel sollten – insbesondere in der Schwäbisallee – die Krähen vergrämen und am Nestbau hindern. Vergangenen Frühling zog die Stadt eine positive Bilanz, obwohl einige Krähen mit Beginn der Schonzeit in die Bäume zurückgekehrt waren. Lüthi hielt damals fest, dass 70 Prozent der Tiere weggeblieben seien, was ein «gutes Resultat» sei.

Gemäss der Mitteilung der Stadt vom Montag ist der Falkner «zwischen Januar und März in den Gebieten Grabengut, Schwäbis und Henri-Dunant-Strasse» im Einsatz. Wie Gemeinderat Konrad Hädener (CVP) auf Anfrage erklärt, konzentriert sich das Engagement Lüthis – unter anderem aus Kostengründen – diesmal auf die Nistzeit, die nun beginnt. «Aktuell hat es erst vereinzelt Krähennester im Schwäbis», hat der Bauvorsteher festgestellt. Ob der Falkner auch in Zukunft in Thun unterwegs ist, steht laut Hädener noch offen: «Das hängt ganz vom Verhalten der Krähen ab, das schwierig vorherzusagen ist.»

Nebst dem Einsatz von Falken montierte die Stadt im Kampf gegen die Krähen auch Uhu-Attrappen in den Baumkronen und schnitt Astvergabelungen zurück. Letzteres ist noch nicht wieder nötig. Die Attrappen hingegen, die an Bäumen in der Schwäbisallee, beim Lachenstadion, an der Äusseren Ring-, Seefeld- und an der Henri-Dunant-Strasse befestigt sind, sollen wieder zum Zug kommen.

Sie werden «auf ihre Funktionsweise hin überprüft und wo notwendig repariert», schreibt die Stadt. Insbesondere die Seilzüge, mit denen Passanten die «Uhus» bewegen können, müssen instand gestellt werden. «Aktuell hängt keiner so, wie er sollte», hat Konrad Hädener beobachtet. In der Vergangenheit waren die «Uhus» immer wieder von Vandalismus betroffen.

Thuner Tagblatt

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