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Der Affenfelsen verschwindet, dafür gibts eine neue Wasserrutschbahn

Im Rahmen der Strämu-Sanierung wird der Affenfelsen abgebrochen. Garderoben und Nasszellen werden in den Haupttrakt verlegt. Geplant sind auch eine neue Wasserrutsche und ein Wasserspielplatz. Am 6. April befindet der Stadtrat über einen Kredit von 3,56 Millionen Franken für das 17, 64 Millionen teure Projekt.

Projektleiter Martin Bickel erklärt, was im «Strämu» passieren wird. Video: Barbara Schluchter-Donski

«Der Strämu ist den Thunern enorm wichtig», brachte es Gemeinderat Konrad Hädener (CVP) an der Medienorientierung von Donnerstag auf den Punkt. «Das zeigt allein die Zahl von 360'000 Badegästen jährlich». Deshalb wolle man die Anlage, die im Jahr 1920 eröffnet wurde, in ihrer Weitläufigkeit und Grosszügigkeit auch künftigen Generationen erhalten.

Dass es in den kommenden drei Jahren dennoch zu einer umfassenden Sanierung kommt, hat vor allem einen Grund: Die technischen Einrichtungen sind veraltet und können gerade an Spitzentagen nicht mehr die nötige Wasserqualität gewährleisten.

Die Erneuerung der ganzen Badewassertechnik inklusive der unterirdischen Leitungen und Becken wird denn auch über 50 Prozent der veranschlagten Kosten von 17,64 Millionen Franken ausmachen. Dazu gehört auch, dass ein Grossteil der technischen Einrichtungen angehoben wird, um diese vor allfälligen Hochwassern zu schützen.

Doch die Stadt gibt sich damit nicht zufrieden: «Wir wollen die Gunst der Stunde nutzen und gleichzeitig auch Massnahmen umsetzen, welche zu einer Aufwertung der Anlage beitragen», erklärte Gemeinderat Roman Gimmel (SVP). Das Amt für Bildung und Sport habe deshalb in den vergangenen Monaten die Bedürfnisse der verschiedenen Nutzer abgeklärt. «Das nun vorliegende Projekt erfüllt alle Erwartungen», zeigte sich der Vorsteher der Direktion Bildung, Sport, Kultur überzeugt.

Abschied vom Affenfelsen

So plant die Stadt verschiedene Um- oder Ausbauten, wie der zuständige Projektleiter des Amtes für Stadtliegenschaften, Martin Bickel, ausführte. Unter anderem wird das bestehende 50-Meter-Becken durch ein wettkampftaugliches Becken ersetzt, das neu über zwei zusätzliche Bahnen verfügt.

Um für diese Erweiterung Platz zu schaffen, wird der sogenannte Affenfelsen abgebrochen. An dessen Stelle wird ein grosszügiger, ebener Liegebereich aus Holz errichtet, welcher der ganzen Anlage mehr Grosszügigkeit verleiht. Die Nasszellen und Garderoben, welche bisher in diesem Trakt untergebracht waren, werden allesamt in den Haupttrakt verlegt.

SVP-Gemeinderat Roman Gimmel äussert sich zur geplanten Winternutzung. Video: Barbara Schluchter-Donski

Anstelle der bisherigen Rutschbahn beim Nichtschwimmerbecken entsteht neu in Seenähe eine 4 Meter breite ­Rutschbahn, und auch im Kleinkinderbereich im südlichen Teil der Anlage stehen grössere Veränderungen an. So will die Stadt einen zusätzlichen Pavillon mit WC-Anlagen sowie einen neuen Wasserspielbereich bauen.

Schliesslich soll die ganze Anlage neu über eine breite «Esplanade», die bis zum See führt, erschlossen werden. Das kleine Bootshaus im Eingangsbereich wird aus diesem Grund abge­brochen.

Duschen künftig gratis

Ziel der Stadt ist es, sämtliche Energie für die Erwärmung des Wassers aus Fotovoltaik-Anlagen auf Dächern von Strandbadgebäuden und anderen städtischen Liegenschaften zu gewinnen. Das hat zur Folge, dass das Duschen mit Warmwasser künftig kostenlos sein wird.

Im Gegenzug werden die Eintrittspreise etwas angehoben: «Wir gehen derzeit davon aus, dass der Einzeleintritt einen Franken und das Saisonabonnement rund zehn Franken mehr kosten werden», erklärte Roman Gimmel vor den Medien.

Gebaut wird im Winter

Wie die Stadt bereits früher bekannt gab, wird das ganze Bauprojekt auf drei Etappen aufgeteilt. So sollen im kommenden Winterhalbjahr der ganze Technikbereich, ein Jahr später der Bereich der Becken und zuletzt die Umgebung und der Spiel­bereich saniert und umgebaut ­werden.

Das dafür nötige Baubewilligungsverfahren sowie die Detailplanung will die Stadt zusammen mit dem Generalplaner-Team unter der Leitung der Thuner ­Rychener und Zeltner Architekten AG noch in diesem April an­stossen.

CVP-Gemeinderat Konrad Hädener über die geplante Sanierung. Video: Barbara Schluchter-Donski

«Unser Ziel ist es, den neu sanierten Strämu im Jahre 2020, also hundert Jahre nach dessen ­Eröffnung, einzuweihen», sagte Konrad Hädener am Donnerstag.

Voraussetzung dafür ist aber, dass der Stadtrat an seiner Sitzung vom 6. April grünes Licht für das 17-Millionen-Projekt erteilt, das noch eine Reserve von 1,3 Millionen enthält: Das Parlament wird dann allerdings nur über einen Kredit von 3,568 Millionen Franken für die Attraktivierung der Anlage zu befinden haben.

Die restlichen 80 Prozent der Kosten, welche der bauliche Unterhalt ausmacht, hat der Gemeinderat bereits bewilligt. Derzeit rechnet Konrad Hädener ­damit, dass die Stadt aus dem Sportfonds und seitens der Denkmalpflege Beiträge in Höhe von einer Million Franken erhält.

Die Anpassungen im Detail (zum Vergrössern klicken).
Die Anpassungen im Detail (zum Vergrössern klicken).

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