Kulturstreuer für Schlosskonzerte Thun, Kunstpreis für Paul Le Grand

Die Stadt zeichnet Paul Le Grand mit dem Kunstpreis aus. Zudem ehrt sie den Verein Schlosskonzerte Thun mit dem Kulturstreuer. Kulturförderpreise erhalten die Tänzerin und Choreografin Agata Lawniczak sowie die Musikerin Mariella Bachmann.

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Für sein Werk, das durch Tiefe und formale Stimmigkeit besticht, ehrt die Stadt den Künstler Paul Le Grand mit dem Kunstpreis 2017. «Er ist weit über Thun hinaus bekannt. Mit den Fragen, die er an die Kunst und durch sie stellt, nimmt er den Blickwinkel der Betrachterin und des Betrachters stets ernst und macht sie zu einem bestimmenden Bestandteil seiner Arbeiten», begründet die Kulturkommission ihren Entscheid. Wie die Stadt in ihrer Medienmitteilung schreibt, ist der Kunstpreis mit 10 000 Franken dotiert und zeichnet qualitativ hochstehende Leistungen in den Sparten Musik, Literatur, Film oder bildende, darstellende und angewandte Kunst aus.

Paul Le Grand (*1949) lebt und arbeitet in Thun, wo er auch aufgewachsen ist. Er erlangte sein Diplom an der Ecole supérieure d’Arts Visuels in Genf. Er konzentriert sich in seinem Schaffen auf installative Werke im Aussen- und Innenraum sowie auf Kunst und Architektur. Unter seinen bevorzugten Materialien kommt dem Spiegel eine besondere Bedeutung zu. Mit ihm reflektiert er Fragen von Bildlichkeit, Repräsentation von Wirklichkeit und Wahrnehmung.

Le Grands Werk wurde oft in Ausstellungen gezeigt, unter anderem an der Skulpturentriennale Bex & Arts in Bex, im Kunstmuseum Thun oder an der Skulpturenausstellung «Jetzt Kunst» in Bern. In Thun sind installative Arbeiten von Le Grand zu sehen wie etwa «Bumps» beim Schulhaus Dürrenast oder das interaktive Projekt «www.mysouvenir» (zusammen mit Dominik Stauch) auf dem Aarefeldplatz.

Innovative Schlosskonzerte

Für ihr Festival zeichnet die Stadt den Verein Schlosskonzerte Thun mit dem Kulturstreuer aus. Der Preis ist mit 5000 Franken dotiert und wird für ausserordentliche Leistungen in der Kulturvermittlung oder -förderung verliehen. «Die Schlosskonzerte finden seit 1968 jährlich im Juni statt und bringen einem breiten Publikum ein hochkarätiges Programm zu Gehör», schreibt die Stadt. Getragen wird die Konzertreihe nicht zuletzt auch von einem grossen ehrenamtlichen Engagement.

«In den fünfzig Jahren ihres Bestehens gingen die Schlosskonzerte stets innovative Wege. Mit der genre- und spartenübergreifenden Programmgestaltung und ausser­ge­wöhnlichen Veranstaltungsorten vermochte jede Ausgabe mit Ungewohntem zu überraschen», schreibt die Kulturkommission in ihrer Begründung.

Lawniczaks Kunst ist Tanz

Die Tänzerin, Choreografin und Tanzpädagogin Agata Lawniczak (*1979) erhält den Kulturförderpreis für ihr «grosses Engagement für die Kunstform Tanz» und ihr «konstantes, vielseitiges Schaffen», so die Jury in ihrer Würdigung. Ihre Ballettausbildung erhielt Lawniczak an der Grande Ecole de Danse in Bern und Thun. An der Hochschule für Musik der Ballettakademie Heinz-Bosel-Stiftung in München absolvierte sie ihre Ausbildung zur Bühnentänzerin.

Ihre Karriere führte sie nach Kanada, Braunschweig, Shanghai, Berlin, Turin, Dublin, Paris und zurück in die Schweiz, wo sie von 1999 bis 2013 professionell tanzte. Seit 2011 liegt der Schwerpunkt ihres Schaffens auf Choreografie und Tanzpädagogik. Lawniczak lebt in Steffisburg. Das Preisgeld von 5000 Franken verwendet sie für ein Weiterbildungsstudium.

Bachmanns Neugierde

Ein weiterer Kulturförderpreis im Wert von 5000 Franken geht an die Thuner Klarinettistin Mariella Bachmann (*1988), gemäss Mitteilung für ihr Können, ihre Vielseitigkeit und ihr breites Repertoire. Sie erlangte 2013 ihr Masterdiplom in Musik (Hauptfach Klarinette) an der Hochschule für Musik in Freiburg im Breisgau sowie 2016 einen ­Master of Arts in Spezialisierter Musikalischer Performance in zeitgenössischer Musik an der Musikakademie Basel. Sie hat Engagements in ausgezeichneten Ensembles, tritt an internationalen Festivals auf und erhielt mehrere Auszeichnungen.

In zahlreichen Uraufführungen zeige sich Mariella Bachmanns Einsatz für die zeitgenössische klassische Musik und ihre musikalische Neugierde, so die Jury in ihrer Würdigung. Das Preisgeld verwendet Bachmann für die Einstudierung und vertiefte Auseinandersetzung von Karlheinz Stockhausens szenischem Musikwerk «Harlekin» für Klarinette solo.

Mosers Formensprache

Weiter hat die Kommission die Thuner Künstlerin Karen Moser für das Atelier der Städtekonferenz Kultur in Genua bestimmt (2. März bis 30. Mai). Sie arbeitet skulptural und installativ. Ihre Formensprache habe sich in den letzten Jahre stark weiterentwickelt. Moser (*1988) erlangte ihren Bachelor of Arts 2014 an der Hochschule der Künste Bern und ihren Master of Arts 2016 an der Sint Lucas School of Arts in Antwerpen. 2014 erhielt sie den Kulturförderpreis der Stadt.

mgt/sft

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