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KVA Thun will Bahntransport einstellen

Mit der Inbetriebnahme des Bypass Thun-Nord plant die Kehrichtverwertungsan­lage (KVA) ein neues Transportkonzept. Statt per Bahn soll der Kehricht aus Interlaken und Langnau künftig auf der Strasse angeliefert werden.

Stefan Kammermann
Die KVA Thun plant ein neues Anlieferungskonzept: Die Kehrichtanlieferung per Bahn soll ausrangiert werden.
Die KVA Thun plant ein neues Anlieferungskonzept: Die Kehrichtanlieferung per Bahn soll ausrangiert werden.
Stefan Kammermann

«Anpassung des Transportlogistikkonzepts der KVA Thun» steht in der gegenwärtig laufenden Baupublikation der AG für Abfallverwertung AVAG. Doch was genau steckt hinter dem Thema? «Mit der Inbetriebnahme des Bypass Thun-Nord wollen wir die Anlieferung des ­Kehrichts neu organisieren», erläutert Heiner Straubhaar, Geschäftsleiter der Kehrichtverwertungsanlage (KVA) in Thun. Im Mittelpunkt der Neuorganisation steht der Wechsel von der Schiene auf die Strasse. Die bislang per Bahn angelieferten Kehrichtmengen ab den Entsorgungszentren Interlaken und Langnau sollen künftig per Lastwagen nach Thun rollen.

«Den Transporteuren wird die Zufahrt über den Autobahnanschluss Thun-Nord und den Bypass genau vorgeschrieben», betont Heiner Straubhaar. Ein weiterer Grund für die logistische Neuausrichtung sei auch der Beginn der Sanierung des Allmendtunnels. «Die für Abfalltransporte bislang benutzte Werkausfahrt der Autobahn wird nicht mehr zur Verfügung stehen», so der Geschäftsführer weiter.

Die Kehrichtanlieferung per Lastwagen wird im Gegenzug ausgebaut und neu organisiert. Bild: Stefan Kammermann
Die Kehrichtanlieferung per Lastwagen wird im Gegenzug ausgebaut und neu organisiert. Bild: Stefan Kammermann

13 Lastwagen pro Tag

Durch die neue Verkehrslenkung werde zudem die Achse Bur­gerstrasse - General-Wille-Strasse entlastet. Weiter würden die durch die Bahnwagen verursachten Lärmimmissionen im Lerchenfeld-Quartier vollständig wegfallen.

Mit dem Wechsel von der Schiene auf die Strasse werden pro Tag im Schnitt rund 13 Lastwagen zusätzlich die KVA Thun ansteuern. «Die Schadstoffimmissionen des KVA-Verkehrs werden trotz zusätzlicher Transporte aber überall abnehmen», erklärt Horst Matzke, Bereichsleiter Sicherheit und Umwelt.

Dies habe ein Umweltverträglichkeitsbericht aufgezeigt. Dass die Schadstoffimmissionen abnehmen werden, begründete Matzke mit dem Wegfall der Bahntransporte durch Dieselloks und den Vorschriften, welche die künftigen Transporteure erfüllen müssen. «Für den Betrieb der Fahrzeuge sind moderne Euro-6-Motoren vorgeschrieben», betont Matzke. Diese würden die Umwelt deutlich weniger belasten als herkömmliche Fahrzeuge.

Was die ganze Umstellung koste, sei indes noch nicht bekannt. «Wir werden die Strassentransporte demnächst öffentlich ausschreiben, erst dann können wir über Zahlen sprechen», sagt Heiner Straubhaar und betont, dass für die Neuausrichtung keine baulichen Massnahmen erforderlich sind. Er und sein Team jedenfalls sind sich sicher: «Der Transport über die Strasse wird billiger als jener per Bahn.»

Bahn war einst Auflage

Allerdings war das Anliefern des Ghüder per Bahn aus Umweltschutzgründen dereinst eine Auflage für die Baubewilligung der KVA Thun. «Deshalb müssen wir jetzt die geplante Änderung mittels Baugesuch publizieren», erklärt der Geschäftsführer. Die Unterlagen dazu liegen noch bis zum 12. Juni im Thuner Bauinspektorat zur Einsicht auf. Läuft alles rund, soll die Transportumstellung ab dem 1. Januar 2018 erfolgen.

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