Flugplatz Meiringen: Lärmbeschwerde abgewiesen

Meiringen

Das Bundesverwaltungsgericht weist die Beschwerde von zehn Parteien wegen Fluglärm- und Schadstoffbelastung durch Kampfjets ab. Ein Experte erklärt, dass es nur um fünf Prozent der gesamten Immissionen gehe.

Eine F/A-18 bei der Landung in Unterbach. Luftfahrtexperte Werner Ballmer relativiert: «Das Gerichtsurteil betrifft nur Flugbewegungen im oberen Luftraum.»

Eine F/A-18 bei der Landung in Unterbach. Luftfahrtexperte Werner Ballmer relativiert: «Das Gerichtsurteil betrifft nur Flugbewegungen im oberen Luftraum.»

(Bild: Christoph Buchs)

Lärmbelastung und Schadstoffimmissionen durch die Flugbewegungen der Kampfjets im Gebiet Meiringen und Umgebung sind laut Bundesverwaltungsgericht innerhalb des gesetzlichen Rahmens.

Es hat deshalb die Beschwerde der Giessbachstiftung und neun weiterer Lärmgegner abgewiesen. Sie hatten vom Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) die Feststellung verlangt, dass die Immissionen in den Jahren 2006 bis 2015 widerrechtlich gewesen seien.

Ohne Starts und Landungen

Aufgrund eines in Auftrag gegebenen Gutachtens zur Lärm- und Schadstoffbelastung kam das VBS zum Schluss, dass die Kampfjet-Flüge im Trainingsraum West keine übermässigen Immissionen zur Folge hatten. Diese Verfügung stützt das Bundesverwaltungs­gericht nun mit seinem Urteil.

Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt habe den Bericht im Auftrag des Gerichts überprüft, und es gebe keinen Grund, an der Schlüssigkeit des Gutachtens zu zweifeln.

Entgegen dem Wunsch der Beschwerdeführer hatte das Bundesverwaltungsgericht in diesem Verfahren nur die Immissionen durch die Flugbewegungen in grösseren Höhen beurteilt.

Das Gericht weist in seinem Urteil darauf hin, dass die durch Starts und Landun­gen von Kampfjets auf dem Flugplatz Meiringen herrührenden Lärm- und Schadstoffbelastungen Gegenstand des hängigen Lärmsanierungsverfahrens des Flugplatzes seien.

«Nur oberer Luftraum»

Werner Ballmer als ehemaliger Präsident des Schweizer Flugplatzverbandes erklärt es so: «Bei diesem Geschäft geht es nur um Luftkämpfe im oberen Luftraum – wir sprechen hier von Höhen von 10'000 Metern und mehr.» Dieses Lärmvolumen mache höchstens fünf Prozent der Gesamtimmissionen aus.

«Alle übrigen Flug­bewegungen unterliegen der Gesamtbeurteilung. Hier hat das Bundesverwaltungsgericht in seinen Medienmitteilungen halt leider etwas irreführende Erklärungen publiziert.» Und: «Die tatsächliche Lärmbelastung inklusive Starts, Landungen und Schiessübungen auf Axalp können nur durch eine Gesamtbeurteilung eruiert werden.»

«Es war eine Alibiübung»

Fluglärmgegnerin Monique Werro zeigt sich «sehr enttäuscht vom Gerichtsentscheid, weil der Augenschein durch die Bundesverwaltungsrichter damals im Mai nichts als eine Alibiübung war. Dabei bin ich damals neben den Herren gestanden und konnte sehen, wie sie sich ob des Lärms der startenden F/A-18 die Ohren zuhielten. Dies zu fotografieren, war natürlich verboten.»

Werro möchte den Fall am liebsten innerhalb der Frist (bis 13. Oktober) ans Bundesgericht weiterziehen – der diesbezügliche Entscheid steht aber noch aus.

Berner Oberländer

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