Leben und leben lassen

Thun

Wenn die Pächter sich nicht an den Glacevelos stören, wird die Argumentationskette der Behörden brüchig. Ein Kommentar von TT-Redaktor Roger Probst.

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Was gibt es Genüsslicheres, als an einem heissen Tag an einem Eis zu schlecken. Das ist Sommer. Das ist Leben. Seit ein paar Jahren sorgen die Glacevelos von Lukas Külling und Markus Später an Hotspots in der Region Thun dafür, dass Sonnenanbeter schnell, unkompliziert und direkt vor Ort ans Eis ihres Vertrauens kommen.

So weit, so gut. Nun stören sich die Stadt Thun und die Gemeinde Hilterfingen aber plötzlich an den Glacevelos. Sie wollen sie an gewissen Orten nicht mehr. Die Begründung ist an und für sich schlüssig.

Sie möchten die Pächter der Betriebe an stark frequentierten Plätzen wie im Schadau- oder im Bonstettenpark sowie in der Hüneggkurve schützen. Diese tragen das unternehmerische Risiko – teilweise ganzjährig.

Wenn aber die Pächter, welche die Behörden angeblich verteidigen wollen, sich an den Glacevelos nicht stören, wird die Argumentationskette sehr brüchig. Zudem belebt Konkurrenz bekanntlich das Geschäft.

Unweigerlich stellt sich die Frage, ob es beim angedachten Verbot der Glacevelos tatsächlich darum geht, anderes, ansässiges Gewerbe zu schützen, oder ob nicht andere Motive im Spiel sind.

Wenn es sich dabei um gute Gründe handelt, sollten die Behörden mit offenen Karten spielen. Oder andernfalls nach dem Motto «Leben und leben lassen» handeln und den Glacevelo-Fahrern nicht weiter im übertragenen Sinn Stöcke in die Speichen werfen.

Der Auto: r.probst@bom.ch

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