Leiterin sang schon als Baby

Aufnahmen beweisen, dass Christine Lüthi-Küng singen konnte, bevor sie ihre ersten Schritte machte. Zurzeit bereitet sie den Gemischten Chor auf seine Konzerte vor.

Nicht nur der Chor ist gemischt, sondern auch dessen Repertoire - der gemischte Chor Thun bei einem Konzert im Sommer 2018.

Nicht nur der Chor ist gemischt, sondern auch dessen Repertoire - der gemischte Chor Thun bei einem Konzert im Sommer 2018.

(Bild: PD)

Nach dem Erfolg des Gemischten Chors Thun mit dem «Thuner Hirtespiel» im letzten Jahr bereitet sich das Ensemble gegenwärtig auf die drei Konzerte an den kommenden Wochenenden vor.

«Meine Aufgabe ist es, den Menschen ihre Stimme wiederzugeben. Das Bedürfnis ist gross», beschreibt Dirigentin Christine Lüthi-Küng ihre Arbeit. Es erfülle sie immer wieder mit grosser Freude, aber auch Stolz auf die Sängerinnen und Sänger, was man gemeinsam erreichen könne. Früher habe man bei der Arbeit oft gesungen, das sei bedauerlicherweise fast vollständig verschwunden, fügt sie an.

Aufgewachsen ist Christine Lüthi-Küng in Niederscherli (Köniz) mit viel Musik. Oft sass sie bei ihrer Mutter, die eine begabte Pianistin war, auf dem Schoss und freute sich an den Melodien. Ihr Vater war von der klassischen Musik angetan, und ihr Onkel war Organist. Eine besondere Liebe entwickelte sie jedoch zum Gesang: «Ja, ich konnte singen, bevor ich gehen konnte, das beweisen Tonbandaufnahmen, auf denen man die Melodien von bekannten Kinderliedern auch erkennen kann», bestätigt sie.

Ihr Traum: Opernsängerin

In der Schule war natürlich Singen ihr Lieblingsfach. Ein unvergessliches Erlebnis war für das damals sechsjährige Mädchen, als es an der Hand ihrer Mutter im Stadttheater Bern die Aufführung «Hänsel und Gretel» von Engelbert Humperdinck anschauen durfte. Da sei in ihr der Traum erwacht, Opernsängerin zu werden. Sie habe sich schon auf der Bühne gesehen, erzählt Lüthi-Küng schmunzelnd.

Christine Lüthi-Küng ist Leiterin des Gemischten Chores Thun. Foto: PD

Aber die Eltern rieten ihr, zuerst etwas «Gescheites» zu lernen. So besuchte sie nach der obligatorischen Schulzeit das Seminar und bildete sich zur Primarlehrerin aus. Später absolvierte sie ein Musikstudium beim Schweizerischen Musikpädagogischen Verband (SMPV) und an der Hochschule der Künste Bern mit Lehr- und Konzertdiplom.

2006 begann sie den Frauenchor Schwarzenburg zu dirigieren – und das mit grossen Erfolg. So sei der Chor 2015 sogar im Fernsehen aufgetreten. «Ein schönes Bild, all die weisshaarigen Frauen, die mit so viel Herz und Gefühl gesungen haben», erinnert sich die Dirigentin. Erfolg hat sie auch mit dem von ihr gegründeten Ensemble Runzel-Stilzli, welches bekannte Schweizer Lieder im neuen Kleid präsentiert.

Trauffer, Gölä und Reber

Als sie 2011 angefragt wurde, die heute rund 30 Mitglieder des Gemischten Chors Thun zu dirigieren, sagte sie sofort zu, denn obschon ihre Wurzeln in der klassischen Musik sind, hat sie ein zweites Standbein in der Volksmusik. «Wir haben mit Trauffer, Gölä, Peter Reber und anderen eine ganz spannende Mundart-Musikszene.

Pop ist die neue Volksmusik», erklärt Lüthi-Küng ihr Engagement für diese Art von Musik. So werden sich bei den Konzerten des Gemischten Chors Thun traditionelle Volkslieder und Popsongs die Hand reichen. Man darf gespannt sein, wie die Kompositionen in der neuen Fasson erklingen. «Musik ist im Wandel und bleibt niemals stehen», so das Fazit der Dirigentin.

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