Mit Geduld zur Präzision

Uetendorf

Ernsthafter Sport statt lässiges Kneipenspiel: Um den Aufstieg in die Liga B zu schaffen, sucht der Dartclub Uetendorf junge Neumitglieder.

Ein Verein mit Ambitionen: Mitglieder des Dartclubs Uetendorf bei einem Training im Lokal an der Hohlengasse.

Ein Verein mit Ambitionen: Mitglieder des Dartclubs Uetendorf bei einem Training im Lokal an der Hohlengasse.

(Bild: Manuel Berger)

Wer hat sich nicht schon darin versucht, drei Pfeile auf eine Zielscheibe zu werfen und dabei möglichst viele Punkte zu erzielen? Darts, wovon hier die Rede ist, lässt sich als Freizeitsport in so mancher Bar wie auch ohne grosse Aufwände zuhause ausüben. Als ernsthaft betriebener Sport aber fristet das Spiel hierzulande ein Schattendasein. Einer der wenigen Vereine in der Region ist der Dartclub Uetendorf. Diese Zeitung hat den Verein an einem Montagabend im alten Gemeindearchiv an der Hohlengasse besucht, wo sich seine Mitglieder einmal wöchentlich zum Training treffen.

Im einfach eingerichteten Lokal, das nebst sechs Spielautomaten eine kleine Küche beherbergt, haben sich heute fünf von den rund 30 Mitgliedern eingefunden. «Die Saison ist bereits zu Ende gegangen, deshalb sind es heute weniger als üblich», sagt Daniela Hänni, Kassierin des Dartclubs. Der Verein stelle aktuell zwei Teams, die beide in der Liga C spielten. In der fast 30-jährigen Vereinsgeschichte sei man auch schon in der Liga B und Liga A vertreten gewesen. «Ziel ist es, in ein paar Jahren den Aufstieg in die Liga B zu schaffen», sagt Präsident Daniel Bachmann. Es überstürzen zu wollen, bringe nichts. «Es braucht Zeit, ein Team aufzubauen.»

Wie bei manch anderer Sportart heisst es auch beim Darts: Übung macht den Meister. «Wer in der Liga A spielt, trainiert mehrere Stunden täglich», sagt Bachmann. Und auch bei der Technik gibt es keine Geheimnisse. Wichtig sei, den Oberarm stabil in der Horizontalen zu halten und den Pfeil nur aus dem Unterarm zu werfen, erklärt Bachmann. Dann gehe es darum, die eigene Wurftechnik zu finden und diese immer gleich auszuführen, um präziser zu werden.

Der Nachwuchs fehlt

Da Konstanz wichtig ist, spielt nicht unbedingt gut Elektro-Darts, wer sich Steel-Darts gewohnt ist und umgekehrt (siehe Kasten). Auch im Dartclub Uetendorf habe man mit Steel-Darts angefangen, damals noch im Tea Room Reduit, sagt Daniela Hänni, eines der Urgesteine, die seit der Gründung des Vereins im Jahr 1990 mit dabei ist. 1999 habe man dann auf Elektro-Darts umgestellt. «Früher haben wir auch eine Junioren-Mannschaft gehabt», sagt Hänni. «Doch obschon wir auch an den Schulen immer wieder aktiv Werbung machen und die Schnuppertage jeweils gut besucht sind, haben wir aktuell kein Mitglied unter 20 und nur drei unter 30 Jahren.»

Hat das Nachwuchsproblem eben auch damit zu tun, dass Darts hierzulande bloss eine Randsportart ist? Darüber kann Präsident Daniel Bachmann nur mutmassen. «Mag sein, dass dem Sport auch immer noch das Image des Kneipenspiels anhaftet, bei dem genug Alkohol getrunken wird», sagt er. Dabei merke er schon nach einem Bier, wie die Präzision nachlasse.

Konzentriert und alles andere als feuchtfröhlich geht es schliesslich beim eigentlichen Training zu und her, in dem man sich vornehmlich in der Spielvariante 501 (siehe Kasten) misst. Für den Autor ist es bereits eine Wohltat, Pfeile zu werfen, die gut in der Hand liegen und keine verbogenen oder abgebrochenen Spitzen aufweisen. Doch bis sie auch wirklich ans gewünschte Ort fliegen, so das Fazit nach dem Training, bräuchte es noch etliche Trainingsstunden.

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