Musikalische Reise nach Italien

Thun

Mit dem klangvollen Titel «Italianità» luden Chor und Orchester des Gymnasiums FMS Thun am 1. und 2. Mai zum Konzert in die Kirche St. Martin ein.

<b>Die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Thun</b> boten dem Publikum musikalische «Italianità».

Die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Thun boten dem Publikum musikalische «Italianità».

(Bild: Markus Hubacher)

«Real music till the day we die» hätte ein gutes Motto hergegeben an diesem Doppelkonzert der Thuner Gymnasiasten unter der Leitung von Christa Gerber, Matthias Gerber und Hans-Peter Gilgen.

Tatsächlich prangte dieser Spruch in weissen Lettern vielsagend auf dem Rücken eines jungen Besuchers inmitten der voll besetzten Kirche. Mit einem schwungvoll gesungenen «Azzurro» nahm ein italienisch bunter Abend seinen Anfang, in dem einige Überraschungen warteten. Dem «Himmelblau» von Paolo Conte folgte ein wolkenloser Orchestervortrag von Antonio Vivaldis «Frühling» und «Sommer» aus den «Vier Jahreszeiten».

Eine Zeitreise...

Konzertmeister Thomas Tschudin (1. Violine) komponierte als Maturarbeit ein Concerto grosso in Anlehnung an den Stil von Arcangelo Corelli. Bevor die Tanzsätze Preludio, Allemanda, Adagio, Corrente und Giga (Solistinnen: Maria Zürcher, Violine, Anna Heim, Cello) erklangen, erzählte er dem Publikum, dass er sich beim Komponieren Tanzende in barocken Gewändern vorgestellt habe.

Bei den verspielten Melodien fiel es leicht, sich bestrumpfte Herren mit Perücke und Damen in ausladendem Rock beim Ball vorzustellen. Bescheiden liess Komponist Thomas Tschudin den langen, begeisterten Applaus über sich ergehen.

...durch verschiedene...

Das Gloria, RV589 (Ryom-Verzeichnis,) ist Antonio Vivaldis beru?hmtestes geistliches Werk. Entstanden ist es vermutlich fu?r die Musikerinnen des Ospedale della Pietà, wo Vivaldi unterrichtete. Antonio Vivaldi war in Venedig lange als Maestro di Violino am Waisenhaus und Ma?dchenkonservatorium Ospedale della Pietà ta?tig.

In der Zeit von 1713 bis 1717 ist das Gloria entstanden, aller Wahrscheinlichkeit nach als Teil einer Messe. Das Werk für Soli, Chor und Orchester bildete das Herzstück des Konzertabends, das meisterlich vorgetragen wurde. Als Solisten beeindruckten Maela Baumgartner, Tobias Liechti, Catarina Pimenta Rodriges, Samuel von Glutz und Aline Grundbacher.

Der verwegene Sprung von geistlicher Musik aus dem 18. Jahrhundert zum neuzeitlichen «Ti amo» von Giancarlo Bigazzi bescherte eine weiche Landung. Der anschliessende Hit aus den 1950er-Jahren «Volare» sorgte für Italo-Gefühl.

...musikalische Epochen

Als zweite Uraufführung präsentierte Michele Ianuzzo seine «Romanza» für Horn und Orchester, bei der er selbst als Solist auftrat. Ungemein gefühlvoll beseelte das Stück mit Ohrwurmqualität alle Anwesenden, das bestens für den Soundtrack eines Liebesfilms taugt. Dementsprechend leidenschaftlich fiel auch der Applaus für diese Uraufführung aus.

Mit «O sole mio», «Laura non c’è» und «And So It Goes» von Billy Joel (Soli: Janis Graber, Salea Zettwoch) endete das Konzert, das mit einer gefühlvollen Zugabe des Joel-Liedes «The Longest Time» bereichert wurde. Die Schülerinnen und Schüler wurden für ihre Arbeit, ihr Talent und ihren Mut mit stehenden Ovationen vom Publikum gefeiert.

Thuner Tagblatt

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt

Loading Form...