Nach Spiel gegen GC: FC-Thun-Saisonkarten-Inhaber sind sauer

Thun

Dass sie ihren angestammten Sitzplatz aufgeben mussten, verärgert etliche FCT-Saisonkarten-Inhaber.

Die GC-Fans hatten am Sonntag den Sektor E12 in Beschlag genommen. Das ärgerte die FC Thun-Fans.

Die GC-Fans hatten am Sonntag den Sektor E12 in Beschlag genommen. Das ärgerte die FC Thun-Fans.

(Bild: Patric Spahni)

Die Nachwehen rund um das sonntägliche Fussballspiel zwischen dem FC Thun und dem Grasshopper-Club Zürich in der Stockhorn-Arena dauern an. Am Dienstag meldeten sich zwei Inhaber von Saisonkarten bei der Redaktion dieser Zeitung. Beide hatten ihre angestammten Plätze im Sektor E 12 kurzfristig aufgeben müssen, weil die GC-Fans unter anderem diesen Teil des Stadions in Beschlag nahmen.

Dass die GC-Fans in grösseren Gruppen beisammensassen und nicht einzeln in der ganzen Arena, war eine gemeinsam getroffene Massnahme der Stadt, der Kantonspolizei Bern und des FC Thun. Auf diese Weise seien die GC-Fans «polizeitaktisch einfacher zu handhaben» gewesen, wie Thuns Sicherheitsdirektor Peter Siegenthaler (SP) am Montag sagte.

Entschädigung gefordert

Leserbriefschreiber Peter Lüthi erwähnt in seiner Zuschrift, dass er vom Staff der Thuner aufgefordert worden sei, anderswo Platz zu nehmen. «Unter Protest habe ich mich der Order gebeugt und wechselte in den Sektor E 13.» Auch dort hätten sich jedoch GC-Fans befunden, er habe sich weiter Richtung Sektor F 14 bewegen müssen. Später sei es beinahe zu einem Handgemenge mit den Supportern des Gästeteams gekommen.

Lüthi beendet seinen Brief mit den Worten: «Ich als Saisonkartenbesitzer werde mir gut überlegen, ob ich diese nächste Saison noch erneuere.» Auch Hans Peter Schor, ebenfalls Saisonkartenbesitzer, machte seinem Ärger in einem Brief Luft. Seitens der Politik und des FC Thun hätte sich Schor gewünscht, dass betroffene Aboinhaber zumindest vorgängig via E-Mail, SMS oder Whatsapp über die Ausgangslage orientiert worden wären. «Ich erwarte vom FC Thun eine Entschädigung im Rahmen des Einzelpreises meines Sitzplatzes», fordert Schor.

Für den FC Thun nahm gestern zunächst Mediensprecher Nik Thomi Stellung zu den Vorwürfen. Auch beim Club selbst seien seit Sonntag mehrere Rückmeldungen von betroffenen Saisonkarteninhabern eingegangen. «Wir bedauern sehr, was passiert ist. Wir nehmen diese Reaktionen sehr ernst, sammeln sie laufend und werden angemessen darauf antworten», stellte Thomi in Aussicht.

«Experiment gescheitert»

FC-Thun-Präsident Markus Lüthi wiederum rief in Erinnerung, dass die verfügte Massnahme mit dem Kombiticket in der Schweiz erstmals überhaupt angewandt worden sei. Aus dieser Erfahrung gelte es nun die Lehren zu ziehen.

«Aus meiner Sicht ist das Experiment gescheitert», hielt Lüthi gestern fest. Die GC-Fans hätten die Tickets im freien Verkauf wohl koordiniert erworben, mutmasste der FCT-Präsident. In der Arena hätten sie sich dann – ohne Rücksicht auf die an Saisonkarteninhaber vergebenen Plätze – im Sektor breitgemacht. Mit Blick auf die vielen negativen Reaktionen von verärgerten Thun-Fans sagte Lüthi: «Ja, für die anderen Matchbesucher war es wirklich eine Zumutung.»

Thuner Tagblatt

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