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Neue Partei in Strättligen gegründet

«Strättligen – zur Sache»: So nennt sich eine Gruppierung, die am Dienstag eine Mitteilung zu ihrer Gründung verschickt hat.

Sie distanziere sich «klar von längst überdrüssig parteiideologisch gelenktem Politikgehabe» und lebe «regionale Sachpolitik»: Das ist in der Mitteilung zur Gründung einer neuen Partei in Thun mit Namen «Strättligen – zur Sache» zu lesen, welche diese am Dienstag verbreitete.

Die Gruppierung offeriere sich als «sachliche Plattform und als Alternative für all jene, welche die Ignoranz der Thuner Stadtregierung nicht mehr ertragen wollen». Während die Partei in der Mitteilung markige Worte nicht scheut, ist sie in anderen Fragen eher zurückhaltend. Als Auskunftsperson für weitere Fragen ist auf der Medienmitteilung Karin Gyger angegeben, welche die Thuner Politik derzeit als Kämpferin für den Erhalt der Quartierschulen auf Trab hält. Tatsächlich Auskunft geben kann sie aber zu vielen offenen Fragen noch nicht.

Noch kein Vorstand

Ein Parteivorstand sei noch nicht gewählt, deshalb könne sie nicht sagen, welche Personen sich in der Gruppierung engagieren. Ausser: «Wir sind alle aus dem Umfeld der Quartierschulinitiative und der Hoffmatte. Aufgrund gemachter Erfahrungen und Rückmeldungen auf der Strasse haben wir uns entschieden, bei einer Zusammenkunft am 1. Januar die Partei zu gründen», sagt Karin Gyger.

Entsprechend könne sie die Frage, ob die Partei gedenke, dereinst bei Gemeindewahlen anzutreten, nicht beantworten. Grundsätzlich gehe es darum, dass sich die Gruppe schlicht zu wenig repräsentiert fühle – sei es vom Leist oder von etablierten Parteien.

So steht in der Medienmitteilung, dass das historische Gemeindegebiet Strättligen im Fokus stehe. Die Gruppe verfolge «das Ziel einer zukünftig verbesserten Interessenvertretung gegenüber der politischen Stadt Thun». Seit der Eingemeindung von Strättligen habe sich das Gebiet zum «‹baulichen Spielplatz› der Ratsherren von Alt-Thun» entwickelt.

Impulsgebend für die Parteigründung seien namentlich die negativen Erfahrungen bei den Themen «Hoffmatte» und «Schulhaus Schoren» gewesen oder die geplante Fabrik der Frilite SA sowie das Mitwirkungsverfahren zur Ortsplanungsrevision (OPR). Die Gruppe bilanziert: «Die Alt-Gemeinde Strättligen ist weder in der Politik noch in der Verwaltung aktiv vertreten. Es gilt, den Menschen in diesem Gebiet eine aktive Stimme zu verleihen.»

Premiere in Thun?

Eine derartige Ankündigung der Gründung einer augenscheinlichen Protestpartei ist ein Novum – zumindest in der jüngeren Thuner Geschichte. 1978 wurde zwar unter dem Motto «grüener – läbiger – freier» eine neue politische Gruppe, die «Demokratische Alternative DA», gebildet. Sie sah sich indes eher als Bürgerinitiative denn als Partei und kannte daher weder Mitglieder noch Vorstand.

Im Jahr 2002 wurde im Steffisburger Schwäbisquartier indes eine Gruppierung gegründet, welche sich ähnlich der Situation jetzt in Strättligen vor allem Quartieranliegen auf die Fahne geschrieben hatte und sich damit Gehör auf dem gesamten Gemeindegebiet verschaffen wollte.

Namentlich die Idee, die Aarequerung im Norden Thuns durchs Schwäbisquartier zu führen, stiess dem damaligen Neuzuzüger Bernhard Pulfer damals sauer auf, sodass er als Einerliste «Wählergruppe Schwäbis» zu den Wahlen in den Grossen Gemeinderat (GGR) von Steffisburg antrat – und zu seiner Überraschung prompt gewählt wurde. Im Ortsparlament schloss er sich der SP-Fraktion an – und schaffte 2006 die Wiederwahl in den GGR. Doch zu dieser trat er bereits auf der SP-Liste an – für das ganze Dorf und nicht nur für ein Quartier.

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