Zum Hauptinhalt springen

Niklaus Röthlisberger tritt nicht mehr an

Heimberg erhält im Herbst ein neues Gemeindepräsidium. Niklaus Röthlisberger (SVP) verzichtet nach drei Legislaturen auf eine neuerliche Kandidatur.

Marco Zysset
Nach zwölf Jahren ist Schluss: Niklaus Röthlisberger tritt im Herbst nicht zur Wiederwahl als Gemeindepräsident an. Foto: Markus Hubacher/Archiv
Nach zwölf Jahren ist Schluss: Niklaus Röthlisberger tritt im Herbst nicht zur Wiederwahl als Gemeindepräsident an. Foto: Markus Hubacher/Archiv

Knapp neun Monate vor den Heimberger Gesamterneuerungswahlen ist klar: Am 25. Oktober wir das Gemeindepräsidium neu besetzt. Amtsinhaber Niklaus Röthlisberger (SVP) steht nach zwölf Jahren als Gemeindepräsident nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung. Das hat er am Donnerstagvormittag vor den Medien bekannt gegeben.

«Es ist der richtige Zeitpunkt, und ich bin dankbar, dass ich dieses letzte Amtsjahr mit viel Elan und Motivation noch angehen kann. Fast zwanzig Jahre in der Gemeindepolitik sind eine lange Zeit», sagte Röthlisberger, «und ich habe viel gelernt.» Namentlich die mittlerweile knapp zwölf Jahre, die er die Geschicke der Gemeinde als Gemeindepräsident mitbestimmen «und vielleicht auch mitprägen durfte», erachte er als «Privileg».

In der Tat hat sich Heimberg in dieser Zeit stark gewandelt. Mit mittlerweile knapp 7000 Einwohnern ist das Töpferdorf unbestritten drittgrösste Gemeinde im Verwaltungskreis Thun – und das Wachstum dürfte weitergehen. Unter Röthlisbergers Ägide wurde unter anderem ein neuer Schulhaustrakt gebaut, die Tagesschule eröffnet, die Aula um- und ausgebaut sowie verschiedene Reglemente und die Gemeindeverfassung grundlegend überarbeitet.

Hochs und Tiefs

Es sind denn auch diese Themen, die er auflistet, wenn er nach den Höhepunkten seines bisherigen politischen Engagements gefragt wird. Die Frage nach Tiefpunkten beantwortet er wie folgt: «Ich hatte mir einmal vorgenommen, keine Abstimmung zu verlieren. Mit der klar gescheiterten Vorlage zur Südstrasse und dem Nein zur ersten Aulavorlage wegen einer einzigen Stimme ist mir das nicht gelungen.» Gerade die Art, wie Behörden und Verwaltung aber nach dem Nein zur neuen Aula innerhalb kürzester Zeit eine neue Vorlage ausgearbeitet hätten, die dann mit 70 Prozent Ja-Stimmen-Anteil klar angenommen wurde, zeige, wie gut Heimberg funktioniere.

«Wir haben eine interessierte Person in unseren Reihen.»

Andrea Erni Hänni, SP-Co-Präsidentin

Mit der Entwicklung des Ledermann-Areals sowie des benachbarten Rigips-Areals sei nun ein neues Grossprojekt in der Gemeinde in Arbeit, welches das Dorf und das Gemeindepräsidium noch lange beschäftigen werde. «Einerseits freue ich mich, noch einen Moment intensiv mitwirken und mitgestalten zu können – andererseits ist es auch gut, wenn dann jemand übernehmen kann, der die Möglichkeit hat, länger als nur noch eine Legislatur am zu Ball zu bleiben.»

Niklaus Röthlisberger wurde 2004 nach vier Jahren in der Schulkommission in den Gemeinderat von Heimberg gewählt – auf Kosten seines amtierenden Parteikollegen Jürg Grossen. 2008 bewarb er sich um die Nachfolge von Christian Wüthrich (SVP) als Gemeindepräsident und überflügelte Monika Häuptli von der SP deutlich. Gemäss der Heimberger Gemeindeverfassung hätte er als Gemeindepräsident noch eine weitere Amtszeit anhängen dürfen. Offen ist, ob Röthlisberger im Herbst noch einmal zur Wahl als Präsident des Entwicklungsraums Thun antritt. Er liess durchblicken, dass er sich wohl auch dort zurückziehen dürfte.

Parteien sind gefordert

Christian Wüthrich, Präsident der Heimberger SVP-Sektion, sagt, der Parteivorstand wisse, dass Niklaus Röthlisberger mit sich selber um den Entscheid über seine ortspolitische Zukunft gerungen habe. «Aber wir hatten den Eindruck, dass er weiter sehr motiviert ist und voller Tatendrang gern noch weitermacht», sagt Wüthrich weiter. «Deshalb haben wir bisher die Frage nach einer möglichen Nachfolge nicht angesprochen.» Doch jetzt, da die Ausgangslage für die Wahlen klar sei, werde die Partei «die nötigen Schritte einleiten», so Wüthrich.

Mit Röthlisbergers Verzicht auf eine Kandidatur ist die SP als zweitstärkste politische Kraft im Dorf und mit der Vizegemeindepräsidentin in ihren Reihen nun unter Zugzwang. Ebendiese Vizegemeindepräsidentin – und SP-Co-Präsidentin – Andrea Erni Hänni sagt, auch die SP sei von Röthlisbergers Ankündigung «eher überrascht». Allerdings habe die Partei bereits früher entschieden, eine Kandidatur für das Gemeindepräsidium zu lancieren. «Wir haben eine interessierte Person in unseren Reihen», sagt Erni Hänni. Wer es ist, soll aber erst anlässlich der Nominationsversammlung vom 6. März bekannt gegeben werden.

Damit ist bestätigt, was Gemeindeschreiber Oliver Jaggi zur Eröffnung der Medienorientierung des Gemeindepräsidenten gesagt hat: «Heimberg steht ein heisser Wahlherbst bevor.»

Dieser Artikel wurde automatisch auf unsere Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch