Oktober-Löhne sind bezahlt

Thun

Die Pluspunkt Integrationsbetriebe AG bezahlt die Oktoberlöhne. Die Gewa, die den Betrieb übernommen hat, zeigt sich zuversichtlich

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Die Liquidation der Pluspunkt-Unternehmen nach der Übernahme deren Tätigkeiten durch die Gewa, Stiftung für berufliche Integration aus Zollikofen, per 1. November schreitet wie geplant und angekündigt voran: Die Stiftung Pluspunkt wurde durch die zuständige kantonale Behörde aufgelöst und wird in den nächsten Monaten nach den gesetzlichen Vorschriften liquidiert.

Als Liquidatoren bestimmt wurden der bisherige Stiftungsratspräsident Gian Sandro Genna sowie der bisherige Leiter Finanzen Heinz Brunner, der seit 1. November für die Gewa tätig ist. «Aus heutiger Sicht wird die Stiftung Pluspunkt dazu in der Lage sein, sämtliche offenen Forderungen im Rahmen der Liquidation zu decken», schrieb das Unternehmen in einer Medienmitteilung. Jedoch würden mehrere nachrangige Darlehensgeber zumindest teilweise auf ihre Ansprüche verzichten müssen.

Oktober-Löhne trotz Konkurs

Die Tochtergesellschaft Pluspunkt Integrationsbetriebe AG hat hingegen wegen ausgewiesener Überschuldung den Konkurs anmelden müssen. Zuvor konnten jedoch erfreulicherweise die ausstehenden Oktoberlöhne (inklusive Sozialversicherungsbeiträge) der ehemaligen Mitarbeitenden vollständig bezahlt werden.

Leider werden Lieferanten und andere externe Gläubiger infolge des Konkurses auf rund 60'000 Franken an offenen Forderungen verzichten müssen. Der Verwaltungsrat der Pluspunkt AG bedauert diese Tatsache, die aussichtslose finanzielle Lage der Gesellschaft liess aber von Gesetzes wegen keinen anderen Schritt als den Konkurs zu.

Der Stiftungsrat der Stiftung Pluspunkt hält fest, dass trotz allen negativen Begleiterscheinungen, welche die Turbulenzen rund um die Entlassung des Gründers und Geschäftsführers Jonas Baumann-Fuchs im August 2017 mit sich gebracht haben, dank der Übernahme des Betriebes durch die Gewa per 1. November (und des Bereiches Glacenheit/Essen + Mehr durch die Stiftung Transfair per 1. Januar 2018) rund 50 qualifizierte Arbeitsplätze sowie 50 Betreuungsplätze in der Wohn- und Arbeitsintegration an den Standorten Thun und Spiez gerettet werden konnten. «Das Ziel des Stiftungsrates, die Tätigkeiten der Stiftung zu erhalten und in neue Hände zu übergeben, konnte damit vollumfänglich erreicht werden», ist weiter zu lesen.

Stiftungsrat ist überzeugt

Alle Angebote sind nach Mitteilung im Moment «sehr gut» ausgelastet und stark nachgefragt. «Das von Pluspunkt 2011 initiierte und nun von der Gewa weitergeführte Konzept einer modularen Kombination aus Wohn- und Arbeitsintegration erweist sich damit als einzigartige Erfolgsgeschichte», bezeichnet das Unternehmen die aktuelle Situation. Der Stiftungsrat ist überzeugt, wie er zitiert wird, «dass sich die Angebote in den nächsten Jahren weiterhin erfreulich entwickeln würden, zumal der Bedarf an wirksamen Arbeits- und Wohnintegrationsangeboten nicht kleiner werden dürfte.»

egs

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