Projekt für belebten Viehmarktplatz stösst auf viel Zustimmung

Eine Interessengemeinschaft will eine neue Nutzung des Viehmarktplatzes Thun umsetzen. Von einer «bestechenden Idee» war im Stadtrat die Rede – zur Rolle der Stadt wurden aber auch Bedenken geäussert.

Der Thuner Viehmarktplatz direkt neben der historischen Stadtmauer, wie er derzeit aussieht – inklusive Baustelleninstallation.

Der Thuner Viehmarktplatz direkt neben der historischen Stadtmauer, wie er derzeit aussieht – inklusive Baustelleninstallation.

(Bild: Patric Spahni)

Den Viehmarktplatz neben der historischen Thuner Stadtmauer mit einem Stadtgarten inklusive Wasserspiel, Raum für Spiel und Sport und einem Gastronomieangebot beleben: Das möchte die Interessengemeinschaft (IG) Unterstadt, die aus knapp 50 Anwohnern, Hauseigentümern, Arbeitnehmern und Geschäftsinhabern aus der unteren Altstadt besteht.

Das Gastroangebot würden die Restaurants der Unteren Hauptgasse, die keine Aussenplätze haben, bestreiten.Auf das Projekt wiesen die Fraktionen SVP, Grüne / Junge Grüne und SP in einer Interpellation hin: Sie sind von der Idee überzeugt und wollen, dass die Stadt das Projekt rasch prüft.

An der Stadtratssitzung am Donnerstagabend stiess das Vorhaben auch bei den anderen Fraktionen auf Goodwill. «Uns nervt der Platz schon ewig», sagte Markus van Wijk (FDP).

Er hoffe, dass die Stadt das Projekt rasch und unkompliziert unterstütze. «Wir begrüssen solche Initiativen», sagte Nicole Krenger (GLP/BDP). Sie stellte aber die Frage, ob es eine Ungleichbehandlung der Gewerbetreibenden gebe: Die Stadt solle nicht Kosten übernehmen, die andere selber tragen müssen.

Einen möglichen Verzicht auf Gebühren stellte auch Peter Aegerter (SVP) infrage: «Das könnte andernorts Begehrlichkeiten wecken.» Hilfestellungen seien aber begrüssenswert.

Wunsch nach Zeitplan

Jonas Baumann (Fraktion EVP/EDU/CVP) kann sich primär ein «Pop-up-artiges» Angebot vorstellen. Er bezweifelt, ob ein fixes Gastroangebot funktionieren könne.

Roman Gugger (Grüne) sprach von einer breit abgestützten, bestechenden Idee und forderte, dass die Initianten ernst genommen werden. Alice Kropf (SP) sieht grosse Chancen, «dass der Unort zu einem Ort wird, an dem sich Menschen gern aufhalten».

Sie wünsche sich einen konkreten Zeitplan, damit die Verantwortlichen eine gewisse Planungssicherheit haben. Klar ist: Bis 2020 wird das Areal als Baustellen-Installationsplatz verwendet.

Stadtpräsident Raphael Lanz sprach denn auch von Rahmenbedingungen, die nicht ganz einfach seien. Der Gemeinderat stehe dem Projekt aber positiv gegenüber. Zur Art der Unterstützung für die Initianten meinte Lanz: Die Stadt könne eine gute Ausgangslage bieten und sei für die Infrastruktur zuständig – die Business-Bereiche hingegen seien Sache der Initianten.

In der Antwort auf die Interpellation stellte der Gemeinderat einen Entscheid zum weiteren Vorgehen bis spätestens im Spätsommer in Aussicht.

Thuner Tagblatt

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