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Referendum zur Hofgruppe Melli ist zustande gekommen

Der Thuner Stadtrat hat die Überbauungsordnung für die Hofgruppe Melli im Februar mit 24 zu 13 Stimmen ge­nehmigt. Daraufhin hat ein Referendumskomitee Unterschriften gesammelt. Mit Erfolg: Das Geschäft kommt vors Volk.

Hier gingen die Goldiwiler früher zur Schule: Die Hofgruppe Melli, über deren Zukunft die Thunerinnen und Thuner abstimmen werden.
Hier gingen die Goldiwiler früher zur Schule: Die Hofgruppe Melli, über deren Zukunft die Thunerinnen und Thuner abstimmen werden.
Patric Spahni

Das Geschäft sorgte für hitzige Diskussionen: Im Februar befasste sich der Thuner Stadtrat mit der Überbauungsordnung für die Hofgruppe Melli in Goldiwil. Nachdem die dort ansässigen Holzverarbeitungsbetriebe weggezogen waren, tat die Stadt die Absicht kund, die Parzellen neu zu nutzen.

Vorgesehen sind Wohnungen. Die vorhandenen Bauten sollen möglichst saniert oder durch Neubauten mit ähnlichem Charakter ersetzt und mit einem Neubau ergänzt werden. Dieser füge sich nicht in die historische Hofgruppe ein, wurde im Parlament etwa moniert.

Kritik gab es auch am Mehrverkehr, den der Gemeinderat aber als «ver­träglich» einstuft. Schliesslich stimmte der Stadtrat mit 24 zu 13 Stimmen der Überbauungsordnung zu.

1013 Unterschriften

Doch damit war die Geschichte nicht abgeschlossen, wie sich jetzt zeigt: Ein Referendums­komitee um den in Goldiwil wohnhaften FDP-Stadtrat Hanspeter Aellig hat Unterschriften gesammelt. Damit das Referendum zustande kommen würde, mussten innerhalb eines Monats 800 Signaturen zusammenkommen.

Das hat das Komitee geschafft: «Wir haben 1013 gültige Unterschriften gesammelt», sagte Aellig gestern gegenüber dieser Zeitung. Somit wird die Thuner Bevölkerung über die Überbauungsordnung befinden können. Am Montag wird Hanspeter Aellig die Unterschriften der Stadt übergeben.

«Goldiwil ist nicht urban»

Aellig ist überzeugt, dass das Projekt nicht zu Goldiwil passt. «Wir sind nicht gegen eine Entwicklung des Dorfs. Aber dass hier Flachdächer möglich sind, gefällt uns nicht. Goldiwil ist nicht ur­ban, sondern ein Dorf – das muss berücksichtigt werden.» Deshalb habe man nach dem Stadtratsentscheid entschieden, das letzte politische Mittel zu ergreifen – eben das Referendum.

«Mal schauen, was die Thuner Bevölkerung zu diesem Thema meint», sagte Hanspeter Aellig. Das Komitee sei sowohl in Goldiwil wie in der Stadt auf die Leute zugegangen. Ein «schöner Teil» der Unterschriften sei aber in Goldiwil zusammengekommen.

Noch bei der öffentlichen Mitwirkung zur Überbauungsordnung im Januar 2015 sowie bei der Auflage im Herbst 2016 hatte das Geschäft kaum Widerstand ausgelöst. «Das ist ein Punkt, den man den Goldiwilern vorwerfen kann», ist sich Hanspeter Aellig bewusst. «Dort haben wir eine Chance verpasst. Jetzt wollen wir sie im zweiten Anlauf nutzen.»

Abstimmung im Herbst?

Eine fixe Frist, bis wann das Geschäft an die Urne kommen muss, besteht bei einem Referendum nicht. Aellig sagt aber: «Ich gehe davon aus, dass die Überbauungsordnung im Herbst vors Volk kommt.» Auch wenn die Thunerinnen und Thuner Ja sagen sollten, kann nicht automatisch gebaut werden: Ein Baubewilligungsverfahren wird ebenfalls nötig sein. Mit Einsprache­möglichkeiten.

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