Ruhen lassen

Heimberg

Redaktor Marco Zysset zum Nein der Heimberger zur Süderschliessung.

Seit knapp fünfzehn Jahren wird in Heimberg an der Süderschliessung geplant. Einst signalisierte die Bevölkerung mit einem 1,8-Millionen-Kredit für den Anschluss der Strasse an Steffisburg noch eine grundsätzlich positive Haltung. Umso deutlicher sagt sie indes jetzt an der Urne Nein zur konkreten Vorlage.

Dass diese wohl am Ende doch noch zu wenig konkret war, mag einer der Gründe für das deut­liche Nein sein. Vielmehr muss die Ursache für dieses klare Verdikt in der Kommunikation während der ganzen Planungsphase gesucht werden. Allzu oft entstand der Eindruck, dass alle Involvierten im Zweifelsfall eher gegeneinander redeten als mit­einander. Vertrauen ging verloren – und wo Misstrauen wächst, ist ein lautes Nein an der Urne in einer Demokratie eher die Regel als die Ausnahme.

So sind denn die Gräben, welche in all den Jahren der Planung im Dorf aufgerissen wurden, tief und wiegen womöglich im Moment schwerer, als es der Asphalteinschnitt in das Grün der oberen Au getan hätte. Diese Gräben gilt es nun erst einmal zuzuschütten.

Auch wenn die Süderschliessung als solche gewiss ein sinnvolles und zukunftsgerichtetes Projekt wäre: Es ist jetzt Zeit, sie ruhen zu lassen. Nur so können Wunden heilen, und nur so kann das sprichwörtliche Gras wieder wachsen. Denn das Projekt Süderschliessung wird früh genug wieder aktuell. Und wenn dannzumal neue Köpfe mit neuen Ideen und neuem Kommunikationsstil aufeinandertreffen, dann wird es gute Chancen ­haben.

Mail: m.zysset@bom.ch

Twitter: @zyssetli

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