Schadlos gegen die Blutsauger

handball Wacker schlägt Gossau auch im dritten Vergleich und zieht damit in den Playoff-Halbfinal ein.

Setzt sich durch: Damien Guignet überwindet die Gossauer Verteidigung.

Setzt sich durch: Damien Guignet überwindet die Gossauer Verteidigung.

(Bild: Patric Spahni)

Adrian Horn

Es war ein grosser Abend. Irgendwie. Wackers offizielles Saisonziel lautet ja: Qualifikation für den Playoff-Halbfinal. Befinde man sich in den Top 4, sagte Coach Martin Rubin im Spät­sommer, sei das Jahr zumindest kein schlechtes gewesen. Nun, die Thuner schafften ebendiese Halbfinalqualifika­tion.

In Begeisterung ausgebrochen ist darob im Berner Oberland aber keiner. Zu gut waren die Darbietungen in Qualifikation und Finalrunde gewesen und zu wenig prominent war Kontrahent Gossau, der im Rahmen seiner Möglichkeiten zwar auf gelungene Auftritte blickt, gegen den fünfmaligen Cupsieger aber chancenlos war und die Playoff-Viertelfinal-Serie 0:3 verliert.

Endlich im Kampfmodus

28:35 unterlagen die St. Galler in der abschliessenden Partie. Im Gegensatz zu den vorangegangenen Begegnungen waren die Ostschweizer nie in Führung gelegen. Rubins Ensemble bekundete vor 1130 Zuschauern erstmals in der Serie keine grösseren Schwierigkeiten.

Einige Akteure hatten die durch die Länderspiele bedingte Pause offensichtlich dazu genutzt, sich einen Playoff-Bart wachsen zu lassen, und tatsächlich befanden sich die Thuner unter den Augen von Schwingerkönig Matthias Glarner endlich im Kampfmodus. Sie führten 3:0, 6:2 und 8:4, und wären sie nicht bloss inspiriert, sondern auch kaltschnäuzig gewesen, hätten sie einen Kantersieg gefeiert.

Der Coach sprach davon, auf ein Team getroffen zu sein, das sich nie habe abschütteln lassen. «Gossau war eine mühsame Zecke», sagte Rubin – und lobte damit den Kontrahenten. Sein Gegenüber Rolf Erdin hatte zum vorerst letzten Mal als Coach fungiert, er legt eine Pause von un­bestimmter Dauer ein.

Steigerung vonnöten

Es war ja eine undankbare Serie für den Finalrundengewinner. Schiefgehen konnte gegen die wohl am schlechtesten besetzte Mannschaft der Liga nicht wirklich was, dazu ist die Marge zu gross, zumal in der Ausmarchung drei Siege benötigt werden. Dass es gegen die hochgradig motivierten und im Playoff-Modus befindlichen Ostschweizer indes nicht genügt, bloss zu erscheinen und sich für kommende Aufgaben zu schonen, erfuhren die Thuner in der ersten Hälfte der ersten beiden Vergleiche, in denen der Favorit zur Pause jeweils zurücklag. Und so ist der Formstand des Meisters von 2013 nur schwer einschätzbar.

Einen exzellenten Eindruck wie zuletzt im Heimspiel gegen Schaffhausen hinterliess Martin Rubins Team jedenfalls nie. Und es tut gut daran, sich im Hinblick auf den Halbfinal, der am Samstag, 21. April, mit einem Heimspiel beginnen wird, zu steigern.

Wacker Thun - Gossau 35:28 (16:13)

1130 Zuschauer. – SR Buache / Meyer. – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Wacker Thun, ­2-mal 2 Minuten gegen Fortitudo Gossau.

Wacker Thun: Winkler/Wick (1/ab 31.); Rubin (3), Raemy (5), Dähler (8), Suter (3), Giovanelli, Glatthard (3), Lanz (5), Caspar (1), Friedli (1), von Deschwanden (2/2), Guignet (2), Sorgen (1), Krainer.

Bemerkungen: Wacker Thun ohne Linder und Huwyler (beide verletzt). – Verschossene Penaltys: 1:1.

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