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Schönau: Parlament macht Weg für Einzonung frei

Mit dem Ja zu den Änderungen in der baurechtlichen Grundordnung hat der Grosse Gemeinderat von Steffisburg am Freitag Einzonungen für eine neue Schul- und Sportanlage in der Schönau gutgeheissen.

Für die künftige Schul-, Kultur- und Sportanlage in der Schönau in Steffisburg muss unter anderem ein rund 20 Meter breiter Streifen neben dem heutigen Rasenspielfeld eingezont werden. Diesem Plan hat der Grosse Gemeinderat gestern Abend zugestimmt.
Für die künftige Schul-, Kultur- und Sportanlage in der Schönau in Steffisburg muss unter anderem ein rund 20 Meter breiter Streifen neben dem heutigen Rasenspielfeld eingezont werden. Diesem Plan hat der Grosse Gemeinderat gestern Abend zugestimmt.
Gabriel Berger

Im Jahr 1974 hat die Gemeinde Steffisburg letztmals im grösseren Stil in die Sportinfrastruktur investiert. Seither ist beispielsweise die Zahl der ortsansässigen Handballteams von 4 auf 13, jene der Fussballteams von 5 auf 27 gestiegen. Auch der Bedarf von Schulen oder Privaten hat sich in den vergangenen 40 Jahren vervielfacht. 2014 liess die Gemeinde deshalb den genauen Bedarf und mögliche Standorte für neue Anlagen von einem externen Büro eruieren und in einem Konzept festhalten.

Nach diversen Zwischenschritten, bei denen sich auch die Bevölkerung einbringen durfte, beugte sich am Freitagabend nun der Grosse Gemeinderat (GGR) ein weiteres Mal über die Thematik. Es galt die baurechtliche Grundordnung für die Schul-, Kultur- und Sportanlage Schönau zu verabschieden, über die das Steffisburger Stimmvolk am 26. November an der Urne befinden wird. Konkret geht es um Änderungen im Baureglement, im Zonen- sowie im Schutzzonenplan. Die Rede ist also vorerst von Ein- und Umzonungen, noch nicht von einem konkreten Projekt oder gar vom Erwerb von Grundeigentum.

Hängige Einsprachen wegen Landschaftsschutzgebiet

Die Variante, die der Gemeinderat letztlich dem kantonalen Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) zur Vorprüfung vorlegte, sieht in der Schönau – zusätzlich zur bestehenden Infrastruktur – eine Mehrzweckhalle mit Dreifachturnhalle, ein Normrasenspielfeld, einen Allwetterplatz und Leichtathletikanlagen vor. Nördlich und westlich der bestehenden Zone für öffentliche Nutzungen müsste eine Fläche von 0,8 Hektaren Kulturland neu eingezont werden. Im Gegenzug würden 0,6 Hektaren westlich des Friedhofs Eichfeld ausgezont.

Gegen das Vorhaben sind während der öffentlichen Auflage insgesamt fünf Einsprachen eingegangen, die alle noch hängig sind. «Die Einsprecher kritisieren insbesondere die Verkleinerung des Landschaftsschutzgebiets am Aumattweg», erläuterte Gemeindepräsident Jürg Marti (SVP) an der GGR-Sitzung. «Die betroffene Fläche wird aber so oder so Landwirtschaftsland bleiben. Uns ging es lediglich um einen sauber abgeschlossenen Siedlungsrand in diesem Gebiet.»

Kanton goutiert Variante der IG Sportzentrum nicht

Bei den Fraktionen stiess die baurechtliche Grundordnung durchs Band auf Zustimmung. «Wir stehen hinter den Plänen des Gemeinderats», sagte Ursula Jakob (EVP). Matthias Döring hielt im Namen der SP/Grüne-Fraktion fest, dass es sich um «die bestmögliche und zukunftsgerichtete Variante» handelt. Reto Neuhaus (GLP) lobte die Arbeit der Regierung und sagte, dass das Parlament mit einem Ja zur Grundordnung ein «starkes Zeichen» setzen könne.

Ursula Saurer (SVP) beschied derweil: «Wir finden, es ist an der Zeit, dass das Volk über diese Vorlage abstimmen kann.» In diesem Punkt äusserte Thomas Schweizer (EVP) die Befürchtung, dass es am 26. November zu einer tiefen Stimmbeteiligung kommen könnte, da an diesem Abstimmungssonntag keine kantonalen und nationalen Vorlagen anstünden. Gemeindepräsident Marti entgegnete, dass ein früheres Datum nicht möglich gewesen und ein späteres nicht wünschenswert sei. Am Ende genehmigte der GGR die Änderung der baurechtlichen Grundordnung mit 24 zu 0 Stimmen bei 2 Enthaltungen aus den Reihen der SVP.

Der Vollständigkeit halber informierte der Gemeindepräsident am Freitag auch über die hinfällig gewordene Sportanlagen-Variante der IG Sportzentrum Steffisburg. Sie sah ein zusätzliches Rasenfeld beim Eichfeld vor und wurde ebenfalls dem AGR zur Vorprüfung geschickt. «Uns wurde erklärt, dass diese Variante diverse Vorgaben nicht erfüllen würde, darunter den minimalen Landverbrauch oder den Standortnachweis aufgrund fehlender Alternativen», so Jürg Marti. Im Extremfall hätte dies bedeutet, dass – selbst bei einem Ja an der Urne – das AGR diese Einzonung nicht ­genehmigt hätte.

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