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Will die Stadt Thun etwas unter den Teppich kehren?

Der Abbruch der alten Schulhausbaracke im Thuner Seefeld ist nun aufgegleist. Im Hintergrund laufen derweil die Abklärungen rund um die Geschehnisse, welche für einen regelrechten Aufstand der Eltern im Quartier sorgten.

Wird so rasch als möglich abgerissen: Die Baracke, in welcher die Primarschule und der Kindergarten Seefeld bis zu den Sommerferien einquartiert waren.
Wird so rasch als möglich abgerissen: Die Baracke, in welcher die Primarschule und der Kindergarten Seefeld bis zu den Sommerferien einquartiert waren.
Barbara Schluchter-Donski

Auch wenn es derzeit keine ­hohen Wellen mehr wirft: Das Seefeldschulhaus lässt die Stadt Thun nicht so schnell wieder los. Nach wie vor beschäftigen die ­Ereignisse, welche sich vor den Sommerferien geradezu überstürzten, die Behörden auf mehreren Ebenen (vgl. Kasten).

Abbruch steht bevor

Bereits in den letzten Wochen wurde das Gesuch für den Abbruch der alten Baracke an der Äusseren Ringstrasse, in welcher eine Kindergarten- sowie zwei Schulklassen einquartiert waren, im Amtsanzeiger publiziert. Die genauen Pläne liegen noch bis zum 25. September beim Bauinspektorat der Stadt auf. Einsprachestelle ist das Regierungsstatthalteramt.

«Wir wollen die Arbeiten so rasch als möglich an die Hand nehmen», sagt dazu der zuständige Thuner Gemeinderat Konrad Hädener (CVP). Dennoch rechnet er nicht damit, dass der ­Abbruch vor dem kommenden November beginnt. Kein Verständnis zeigt Hädener für die Mutmassungen, dass der Abbruchentscheid des Gemeinderats, welcher kurz nach der Ver­öffentlichung des Schadstoffgutachtens erfolgte, als Zugeständnis zu sehen sei, dass im Gebäude dennoch gesundheitsgefährdende Stoffe gefunden worden sind.

Sobald das Gebäude abgerissen ist, will die Stadt an die Planung des Doppelkindergartens gehen, welcher an diesem Standort entstehen soll. Die Stadt geht dabei von einem Zeithorizont von drei bis vier Jahren aus.

Externer Prüfer bestimmt

Etwas weiter gediehen ist derzeit die interne Untersuchung, welche das Zusammenwirken der ­betroffenen städtischen und externen Stellen im Fall Seefeld ­beleuchten soll. So steht immer noch die Frage im Raum, weshalb die Stadt trotz Rückmeldungen von Lehrkräften, Schulleitung und Eltern anstehende Reparatur- und Sanierungsarbeiten seit Jahren auf die lange Bank schob und damit schliesslich auch die Kündigung einer beliebten Lehrkraft in Kauf nahm.

Klar ist lediglich, dass sich die Stadt berechtigte Hoffnungen machte, dereinst das kantonale Areal des Gymnasiums am Standort Seefeld für eigene Schulgebäude nutzen zu können. Doch sie erhielt bis heute keine verbindlichen Angaben des Kantons, welche Pläne er im Seefeld verfolgt. Auch entsprechende Anfragen im Grossen Rat brachten letzte Woche keine neuen Erkenntnisse (wir berichteten).

Zum Stand der internen Untersuchung sagt Stadtpräsident Raphael Lanz (SVP): «Wir haben ­Berichte aller involvierten Stellen eingefordert.» Sobald diese gesichtet seien, werde der Berner Fürsprecher Ueli Friederich, der breite Erfahrung mit derartigen Abklärungen habe, die Ergebnisse überprüfen.

Raphael Lanz geht nicht davon aus, dass die Resultate vor Ende Jahr vorliegen. Nicht äussern kann er sich zum heutigen Zeitpunkt dazu, ob und in welcher Form der Bericht anschliessend veröffentlicht wird. «Darüber wird der Gemeinderat nach Vorliegen der Ergebnisse entscheiden», sagt er nur.

Nur ein Kurzbericht

In die Untersuchung einfliessen wird auch der Bericht der Schulkommission zu den pädagogisch-didaktischen Vorwürfen, welche Eltern erhoben hatten. Dieser Bericht liegt nun in einer Kurzform vor, welche auch den Eltern zugänglich gemacht ­wurde, sowie in einer ausführlichen Version, die nicht veröffentlicht wurde: «Wir dürfen die Details der Untersuchung wegen des Schutzes der Persönlichkeitsrechte nicht offenlegen», sagt Schulkommissionspräsident Mark van Wijk (FDP).

Der vorliegende Kurzbericht fasst in erster Linie die Ereignisse zusammen (siehe Kasten) und spricht von «Haupterkenntnissen», welche aus der aufsichtsrechtlichen Anzeige gewonnen worden seien, ohne aber näher auf diese einzugehen.

Der Bericht kündigt unter ­anderem ein Kommunikationskonzept, eine Coaching-Begleitung der Schulleitung sowie neue Zeitfenster für den Austausch mit Lehrpersonen der Aussenstandorte an. Diese Massnahmen sollen noch im Verlaufe dieses Herbsts umgesetzt werden.

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