Seequenzen feiert Premiere

Thun

Zum ersten Mal organisieren die Schlösser Oberhofen, Hünegg und Hilterfingen-Hünibach-Oberhofen Tourismus ein Literaturfestival mit dem Namen Seequenzen.

Das OK von Seequenzen (v.l.): Urspeter Geiser, Toby Adam, Maritska Trösch, Christina Fankhauser, Marlene von Allmen und Susi Gobeli.

Das OK von Seequenzen (v.l.): Urspeter Geiser, Toby Adam, Maritska Trösch, Christina Fankhauser, Marlene von Allmen und Susi Gobeli.

(Bild: PD)

Das Festival Seequenzen 2019 steht am Wochenende im Zeichen der Literatur, die vielfältig daherkommt: als Poetry-Slam, Autorenlesung, Bücherpräsentation, Kindermärchen oder Kinderschlossführung. Garniert wird das Festival für Jung und Alt mit Gastronomie und Musik.

Den Auftakt bestreiten der in Thun geborene Satiriker Matto Kämpf und die Musikerin und Schauspielerin Sybille Aeberli in Hilterfingen mit einer Leseperformance. Im Mittelpunkt steht das «kämpf»erische Buch «Tante Leguan» mit einem Plot von haarkräuselnder Machart: In einer Redaktion im Nirgendwo fristen drei abgehalfterte Kulturjournalisten ihr Dasein – Fressgelage am Tag, Saufgelage und Musik am Abend. So würde das wohl ewig weitergehen. Doch eines Tages liegt diese selbst gebrannte CD der chinesischen Band Tante Leguan in der Post.

Flugs lassen sich die Kulturmorastigen von einer unsichtbaren Kraft aus dem lokalen Konzert-Theater-Vernissagen-Einerlei ziehen und buchen Flugtickets, um die Band live zu sehen. Der Kurztrip weckt eine Reiselust, die anscheinend tief in den dreien geschlummert haben muss. In «Tante Leguan» hat sich Matto Kämpf der Altersspanne zwischen «Noch-nicht-Rentner, aber keinen Bock mehr» vorgenommen.

Die drei Journis haben früher zusammen studiert und zusammen gewohnt. Nun bilden sie die Kulturredaktion einer mittleren Zeitung. Sie befinden sich in einem Trott, den sie einerseits zelebrieren, andererseits verfluchen. Dass sie nach ihrem Trip in der Psychiatrie landen, ist nicht weiter verwunderlich.

Von der Idee zum Festival

Die Initiative für Seequenzen ging von Hilterfingen-Hünibach-Oberhofen Tourismus (HHO) aus. Die Verantwortlichen der Geschäftsstelle zündeten die Idee, das Potenzial der Schlösser Hünegg und Oberhofen als literarische Veranstaltungsorte zu nutzen. Das Ambiente der beiden Schlossmuseen für ein facettenreiches Programm schien sehr geeignet, um die Zielgruppe der Literaturinteressierten anzusprechen, sind sie überzeugt. Und tatsächlich: Unter der Federführung von HHO Tourismus entstand eine fruchtbare Zusammenarbeit.

Familientauglich

Viel zu grübeln habe der Titel des gemeinsamen Projekts gegeben, der schliesslich den wortspielerischen Namen Seequenzen erhielt. Alle Mitglieder der Projektgruppe sind begeisterte Buchfans. Sie stellten gleich selber eine Liste der Wunschautorinnen und -autoren zusammen. Der Schwerpunkt der Auswahl lag bei deutschsprachigen Schweizer Schriftstellerinnen und einem Programm mit verschiedenen Erscheinungsformen der Literatur.

Im Fokus der Festival-Verantwortlichen stand auch die Familientauglichkeit des Literaturfestivals. Susi Fux macht mit ihrer mobilen Theaterbühne halt im Schloss Oberhofen. Ebenfalls können Kinder an einer massgeschneiderten Schlossführung teilnehmen oder sich im Atelier verkleiden.

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