Thun

Sie haben Wacker im Blut

ThunDie Familie Badertscher gehört zu Wacker Thun wie die grünen Trikots. Was beim BSV Thun anfing, wird heute die Handballtradition schon in der dritten Generation weitergeführt.

Familie Badertscher steht stellvertretend für die «Wacker-Familie» (hinten v. l.): Remo Badertscher (Assistenztrainer 1. Mannschaft), Nicole Kaufmann  (Geschäftsführerin und Freundin von Claudio), Claudio Badertscher (Nachwuchstrainer), Yanic Baumann (Sohn von Angela). (Vorne v. l.) Jacqueline ­Badertscher (Buvette), Angela Baumann-Badertscher (Zeitnehmerin), Joshua Baumann (Sohn von Angela), Simon Baumann (Trainer 2. Mannschaft).

Familie Badertscher steht stellvertretend für die «Wacker-Familie» (hinten v. l.): Remo Badertscher (Assistenztrainer 1. Mannschaft), Nicole Kaufmann (Geschäftsführerin und Freundin von Claudio), Claudio Badertscher (Nachwuchstrainer), Yanic Baumann (Sohn von Angela). (Vorne v. l.) Jacqueline ­Badertscher (Buvette), Angela Baumann-Badertscher (Zeitnehmerin), Joshua Baumann (Sohn von Angela), Simon Baumann (Trainer 2. Mannschaft). Bild: PD

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Ruedi war lange Schiedsrichter und Spieler, Jacqueline arbeitet in der Buvette, Remo ist Assistenztrainer, Claudio ist Ex-Spieler und Trainer der Nachwuchsmannschaften, Sandro ist ebenfalls Ex-Spieler, und Angela ist Zeitnehmerin: Familie Badertscher ist komplett vom Handball angefressen und setzt sich leidenschaftlich für Wacker Thun ein.

«Wenn wir uns mal zusammensetzen ist der Themenkreis in der Regel nicht besonders breit, weil alle das gleiche Hobby haben», sagt Ruedi Badertscher, Vater von Remo, Claudio, Angela und Sandro. «Das kann ein Nachteil sein, es hält uns aber umso mehr zusammen. Für mich ist es aber eigentlich wie ein Traum, wenn man sieht, dass über mehrere Generationen Handball gespielt wird.»

Schock auf dem Weg zum Profi

Schuld an dieser Handballtradition sei Ruedi Badertscher selber. Die Faszination für den Sport begann für den heute 63-Jährigen bereits früh. «Mein Vater nahm mich schon als Junge mit zu Grossfeldhandballspielen, und mit 12 Jahren habe ich dann selber angefangen, Handball zu spielen», sagt Ruedi Badertscher. Schon bald spielte er für die erste Mannschaft von BSV Thun, einem von damals drei Handballclubs in Thun. «Ich war auf dem Weg zu einer erfolgreichen Karriere im Handball», sagt Ruedi Badertscher. «Mit 18 Jahren erlitt ich jedoch gleich zwei Herzkollapse! Man stellte einen Herzfehler fest, und ich musste auf der Stelle mit dem Spitzensport aufhören.»

Familienoberhaupt Ruedi Badertscher bei einem Spiel im Jahr 2013.

Trotzdem hat er weiterhin zum Plausch gespielt, war 37 Jahre lang Schiedsrichter und hat sich auf weitere Rollen in der Handballszene in Thun konzentriert. Auch seine Frau Jacqueline hat bei BSV Thun angefangen Handball zu spielen. «Als die Handballvereine sich zusammenlegten und in die Lachenhalle zogen, wurde ich angefragt, ob ich die Leitung der Buvette übernehmen möchte», erinnert sich Jacqueline Badertscher. Seit 27 Jahren ist Jacqueline nun kaum mehr aus der Buvette wegzudenken.

Von Geburt an im Verein

«Meine Kinder wussten deshalb auch immer, dass das Mami während der Spiele in der Buvette zu finden war», sagt Jacqueline Badertscher.

Für Angela, Sandro und Claudio war so eigentlich von Anfang an klar, dass auch sie Handball spielen werden. «Meine Mutter hat mir mal eine uralte Ausgabe von «Wacker News» gezeigt, und darin wurde meinen Eltern zur Geburt ihres Sohnes gratuliert», sagt Claudio Badertscher. «Man könnte also sagen, ich gehöre seit meiner Geburt zum Verein.» Dank Angela Baumann-Badertscher führt ausserdem bereits die nächste Generation die Badertscher-Tradition weiter. «Meine zwei Söhne spielen beide bei den Junioren, und mein Mann ist Headcoach der zweiten Mannschaft», sagt Angela. «Mein ganzes Umfeld gehört dem Handball, und ich mag den Sport einfach, weil er sehr intensiv und kein ‹Jammeri›-Sport ist!»

Remo, der Rebell

Nicht ganz so einfach war es bei Remo: Er hat gegen den omnipräsenten Handball rebelliert. «Ich wollte eigentlich lieber Fussball spielen», erklärt er. «Meine Mutter musste mich deswegen zuerst ein wenig zu meinem Glück zwingen. Beim ersten Training habe ich aber einfach nur ein Theater veranstaltet!» Als er dann Freunde im Handballclub fand und damit sein Umfeld noch mehr vom Handball dominiert war, fand er auch die Freude am Sport.

Alle machen mit

Dass die Familie Badertscher mithilft, wo immer es möglich ist, habe schon immer dazugehört. «Meine Frau und ich haben das schon so vorgelebt», erklärt Ruedi Badertscher. «Man spielt eben nicht nur, sondern man hilft auch mit. Der Verein existiert ja nicht von nichts!» Er selber werde aber keine offiziellen Rollen mehr einnehmen. «Ich gehe mit 63 Jahren in Rente und möchte die Möglichkeit haben zu reisen. Wenn man mich aber braucht, helfe ich natürlich gerne», sagt er. «Ich werde mir auf jeden Fall nie den Vorwurf machen können, dass ich nicht genug für den Verein gemacht habe.»

Auch in Zukunft werde die Familie Badertscher immer bei Spielen von Wacker Thun vertreten sein, ob auf oder neben dem Spielfeld sei dabei egal. Ruedi Badertscher sagt: «Handball ist für meine Familie und mich einfach eine Herzensangelegenheit, das war es schon immer. Und es ist umso schöner, dass fast alle ­Familienmitglieder dabei mit­machen.»

Dokureihe«Die Badertschers» auf www.mysports.ch. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 17.05.2018, 08:23 Uhr

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