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Sie will hoch hinaus

Die Thuner Tennisspielerin Valentina Ryser ist am Sonntag U-18-Schweizer-Meisterin geworden. Die 16-Jährige ist ambitioniert. Sie strebt an, Profi zu werden, und träumt vom Gewinn grosser Turniere.

Abschalten in der Heimat: Valentina Ryser.
Abschalten in der Heimat: Valentina Ryser.
Raphael Moser

Valentina Ryser sitzt am Montagmittag auf der Couch einer Terrasse in Thun. Sie hält eine heisse Schokolade in den Händen und blickt auf die Aare. Den Mantel hat sie ausgezogen. Sie braucht ihn nicht. Die Sonne scheint. Die 16-Jährige geniesst ihren freien Tag in der geliebten Heimat. Sie strahlt. Am Vorabend ist sie Schweizer Meisterin in der U-18 geworden. Besser könnten die Dinge für sie gerade nicht laufen.

«Wahnsinnig toll» sei es, diesen Titel gewonnen zu haben, sagt die Schülerin. Sie erzählt vom umkämpften Halbfinalspiel, das sie nach verlorenem Startsatz drehte, von den Glücksgefühlen, die sie nach der Wende im Kräftemessen mit der an der Nummer 1 Gesetzten verspürte, und davon, in der finalen Partie auf eine Kontrahentin getroffen zu sein, «die nach den Anstrengungen in den Matchs davor wohl etwas müde war». 6:1, 6:4 bezwang das Mitglied des Tennisclubs Thun Aussenseiterin Nadine Keller.

Es handelte sich um den dritten Triumph der Berner Ober­länderin an nationalen Meisterschaften. In der U-12 hatte sie genauso reüssiert wie später in der U-14. Die Erfolge an den Titelkämpfen sollen bloss Etappensiege gewesen sein auf dem Weg zu einer Profikarriere. Valentina Ryser ist ambitioniert. Sie träumt davon, die ganz grossen Turniere zu gewinnen.

Die Nummer 35 ist der Teenager hierzulande schon. Seit 2016 trainiert das Mitglied des helvetischen C-Kaders im Leistungszentrum in Biel, wo die Tage primär aus Tennisspielen bestehen. Auf ihrer Website hat die Schülerin all ihre bisherigen Erfolge fein säuberlich aufgeführt, an anderer Stelle berichtet sie in einer Art Tagebuch über die Dinge, die sie erlebt. Es ist ein professioneller Auftritt.

Duell mit der Gstaad-Siegerin

Professionalität, Ehrgeiz und Talent garantieren den Durchbruch genauso wenig wie Siege an den Juniorenmeisterschaften. Dazu ist Tennis weltweit zu populär, die internationale Konkurrenz zu gross. Als Frau dürfte es in keiner Sportart schwieriger sein, es an die Spitze zu schaffen. Noch gibt es 1272 Athletinnen, welche vor der 16-Jährigen klassiert sind. Und in ihrem Alter hatte Martina Hingis bereits Grand-Slam-Titel gewonnen. Einerseits. Andrerseits verfügt Ryser über ein Spiel, mit dem sie selbst Arrivierte in Schwierigkeiten bringen kann.

Sie pflegt einen geradlinigen, offensiven Stil und bereitete damit unlängst an den Elite-Schweizer-Meisterschaften der auf der WTA-Tour etablierten Viktorija Golubic zumindest punktuell Probleme. Sechs Games vermochte sie gegen die Gstaad-Siegerin von 2016 zu gewinnen. Als die Zürcherin Ende letzter Woche am Australian Open in Melbourne durch die Qualifikation musste, schlug sie ihre Widersacherin in der 3. und letzten Runde deutlicher, als sie Ryser bezwungen hatte.

Plan B

Derlei Dinge sollte man nicht überbewerten. Ryser tut das auch nicht. Sie weiss: Ihr steht ein langer Weg bevor. Und sie sagt: «Ich bin kein Wunderkind.» Rund zwei Jahre gibt sie sich vorerst Zeit, zu reifen und das Ranking zu verbessern. Parallel dazu nimmt die Schülerin weiterhin Unterricht. Sie will gewappnet sein für den Fall, dass es nicht klappt mit dem Durchbruch.

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