Silbermedaillen für logisches Denken

Steffisburg

Ari Jordan (18) aus Steffisburg gewann im Frühling an der Mathematik- sowie der Informatikolympiade eine Silbermedaille und schloss seine Maturaprüfungen in Mathe diesen Sommer mit der Note 6 ab.

Der Steffisburger Ari Jordan (18) mit seiner Silbermedaille, die er an der Finalrunde der Schweizer Mathematikolympiade gewann.

Der Steffisburger Ari Jordan (18) mit seiner Silbermedaille, die er an der Finalrunde der Schweizer Mathematikolympiade gewann.

(Bild: Lilian Blatter)

Letzten März an der Schweizer Mathematikolympiade in Zürich und im April an der Schweizer Informatikolympiade in Bern vermochte Ari Jordan zu überzeugen. Durch seine hervorragenden Leistungen sicherte er sich einen Qualifikationsplatz für die Internationale Mathematikolympiade, die in den letzten Tagen in Rio de Janeiro in Brasilien stattfand.

«Solche Olympiaden sind immer wahnsinnig spannend. Meistens gibt es eine gemeinsame Vorbereitungswoche, und dann treten die Teilnehmer gegeneinander an.» Das Niveau der Aufgaben sei hoch, und meist seien in der vorgegebenen Zeit nur gut die Hälfte der gestellten Aufgaben lösbar. «Das geht aber praktisch allen so, und dadurch kann man auch die Fragen zu den Themen auswählen, die einem am meisten liegen», sagt der 18-Jährige.

«An diesen Olympiaden läuft es mit den Medaillen aber ein bisschen anders als im Sport», erklärt Ari Jordan, der vermeiden will, dass jemand denkt, er sei der Zweitbeste der Schweiz in Mathematik und Informatik. Es würden pro Medaillenrang jeweils zwischen zwei und sechs Auszeichnungen vergeben, und er habe es zweimal in die Ränge für Silber geschafft.

Jordan hat während seiner drei Jahre am Gymnasium Thun jedes Jahr an den schweizerischen Olympiaden für Mathematik und im letzten Jahr auch an jener in Informatik und Physik – mit Gewinn einer Bronzemedaille – teilgenommen.

Nicht Liebe auf ersten Blick

Doch es sei nicht wirklich Liebe auf den ersten Blick gewesen bei Ari Jordan und der Logik der Zahlen, denn in der Schule war Mathematik für ihn eher einfach und dadurch langweilig. «Ich habe erst an den Olympiaden wirklich entdeckt, wie viel Spass und Herausforderung dieses Fach bringt und wie gerne ich logische Denkaufgaben löse», erzählt Ari Jordan wenige Wochen nach den bestandenen Maturaprüfungen.

In der Oberstufe habe er sich darum für das Schwerpunktfach Wirtschaft und Recht am Gymnasium angemeldet – und diese Entscheidung während der letzten drei Jahre manchmal ein bisschen bereut. «Es macht schon mehr Spass, wenn auch die anderen in der Klasse fasziniert sind von der Logik der Zahlen und man auch in den Pausen eher über Strategiespiele statt Alltagskram redet.»

Ein passenderes Umfeld wird Jordan vermutlich im September an der ETH Zürich antreffen, wo er mit dem Studium der Mathematik beginnt. «Es war nicht leicht zu entscheiden, ob es Mathematik, Physik oder Informatik sein soll, da mich alle diese Fächer interessieren. Aber ich habe gehört, dass man nach dem ersten Jahr noch gut zwischen den Bereichen wechseln kann.»

Einen klaren Traumberuf hat Jordan nicht – er möchte jedoch nicht «nur am Schreibtisch sitzen und Dinge beweisen», sondern gerne aktiv etwas zur Entwicklung der Technologie beitragen oder in Sachen Nachhaltigkeit tätig sein. «Elon Musk, ein Mitgründer der Automarke Tesla, hat da ein bisschen Vorbildfunktion für mich.»

«Nie etwas aufgezwungen»

Auch sein Vater, der an der ETH Ingenieurwissenschaften studierte und jetzt als Informatiker arbeitet, habe ihn in der Studienwahl ein bisschen beeinflusst. «Mir wurde aber nie etwas aufgezwungen. Mein Interesse an den Naturwissenschaften hat sich von alleine ergeben», betont Jordan, dessen Mutter ursprünglich aus Ungarn stammt.

«Ich befasse mich auch in der Freizeit lieber mit Strategiespielen am Computer, als rauszugehen – es ist einfach mehr mein Ding.» Wie viel Zeit dafür während des Studiums an der ETH bleibt, wird sich für Jordan bald zeigen.

Thuner Tagblatt

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