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Skater feierten ihren Park

Über zwei Monate ist er in Betrieb, nun wurde er am Samstag mit einem Fest offiziell eingeweiht: der Skatepark Steffisburg & Thun. Bei den Ansprachen wurde klar, wie viel Wille und Arbeit in der Anlage steckt.

Hoch hinaus wagten sich die Skater.
Hoch hinaus wagten sich die Skater.
zvg/Marco Raho
Ramon Lehmann und «sein» Verein kämpften 15 Jahre für den Skatepark.
Ramon Lehmann und «sein» Verein kämpften 15 Jahre für den Skatepark.
zvg/Marco Raho
Mit Schwung ist der Nachwuchs bei der Sache.
Mit Schwung ist der Nachwuchs bei der Sache.
zvg/Marco Raho
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Good Things Take Time, steht auf dem T-Shirt von Ramon Lehmann, Präsident des Vereins Skatepark Steffisburg & Thun. Gut Ding will Weile haben, im Fall des Skateparks 15 Jahre. «Für meine Generation kommt der Park zu spät. Wenn ich aber sehe, wie rege ihn die jungen Leute nutzen, hat sich die Arbeit gelohnt», sagte Lehmann anlässlich der offiziellen Eröffnung des Parks am Wochenende.

Christian Gerber, Gemeinderat und zuständig für das Departement Hochbau/Planung in Steffisburg, erinnerte sich an den 16-jährigen Lehmann, frisch die Schule abgeschlossen, wie er mit seiner Vision eines Skateparks auf der Gemeindeverwaltung a uftauchte: «Er sagte nicht, die Gemeinde solle einen Park bauen, nein, er präsentierte sein Projekt und fragte für Unterstützung.» Schon damals habe Gerber Lehmanns Willen und Durchhaltevermögen erkannt. Qualitäten, die der Initiator in den folgenden 15 Jahren bewiesen habe, wenn die Hürden nicht zu überwinden und das Projekt gescheitert schienen.

Skater sind anständig

Hinfallen, aufstehen, weiterfahren. Dieser Ablauf scheint in der Natur der Skater zu liegen. So wenig Lehmann bei den Verhandlungen mit den Behörden aufgab, so eifrig übten am Samstag die Skater ihre Tricks auf der Anlage. Aus allen Richtungen surrten die Rollen der Scooter und Skateboards, quietschten Schuhsohlen und schepperten Bretter. Lan­dete jemand einen besonders ­schönen Trick, applaudierte das Publikum.

Verlor einer die Kontrolle über sein Fahrzeug und purzelte dieses ins Gras, fischte ein Besucher es von dort hinaus. «Diese respektvolle und anständige Stimmung hat schon immer zur Kultur der Skater gehört», erzählt der Architekt des Parks, ­Erwin Rechsteiner. Er relativiert die lange Entstehungszeit der Anlage: «Im schnellen Zürich brauchten sie 12 Jahre für einen Skatepark, im zackigen Frankfurt sogar 20!» Auch Ramon Lehmanns Befürchtung, dass der Park für seine Generation zu spät gekommen sei, lässt der Architekt nicht gelten: «Solange man am Morgen seine Socken im Stehen anziehen kann, kann man auch skaten!»

Mitglieder gesucht

Kaum ein Besucher war am Samstag gefährdet, diesen Test nicht zu bestehen. Viele Kinder profitierten von der Gratismiete von Brettern und Schonern und wagten erste Rollversuche im Park – bevor sie der Duft von Popcorn aus dem «Bowl» lockte oder die Mutter mit der Sonnencreme winkte. Abwechslung zu Rädern und Rollen fanden die Besuchenden beim Schulhaus Sonnenfeld nebenan. Dort spielten die Bands So Wasted, Infinite Hills und Three Elements auf.

Auch vor Ort war ein Stand des Vereins Skatepark. Denn dieser sucht Mitglieder, um den Betrieb aufrechtzuerhalten und vielleicht sogar den Park auszubauen. Geld und Eigenverantwortung: Daran ist die Zukunft des Parks gekettet. Laut Lehmann klappte Letztere am Samstag tipptopp: Nicht die kleinste Verletzung habe sich jemand zugezogen.

www.sk8park.ch

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