Solidarität für neue Schwimmhalle gefordert

Thun/Heimberg

Die Genossenschaft Sportzentrum Heimberg hat ihr Hallenbadprojekt redimensioniert – nun ist der Thuner Gemeinderat bereit, die Planung mit maximal 150'000 Franken zu unterstützen. Er ruft zu regionaler Solidarität auf.

So könnte das neue Hallenbad in Heimberg aussehen.

So könnte das neue Hallenbad in Heimberg aussehen.

(Bild: zvg)

Die Genossenschaft Sportzentrum Heimberg hat ihr Hallenbadprojekt im letzten Jahr optimiert und redimensioniert. In der Folge wurden Thun und die weiteren umliegenden Gemeinden um eine Kostenbeteiligung zur Ausarbeitung des Vorprojektes angefragt. Da in der Region ein Bedarf an zusätzlicher gedeckter Wasserfläche besteht, will der Thuner Gemeinderat das Hallenbadprojekt unter gewissen Bedingungen unterstützen, wie er am Dienstag mitteilte.

Er beantragt dem Stadtrat einen Verpflichtungskredit von maximal 150'000 Franken als Anteil an den Projektierungskosten von total 300'000 Franken. Mit einem Postulat hatte der Stadtrat bereits 2014 einen Vorstoss überwiesen, der die regionale Zusammenarbeit für den Bau eine Hallenbads hervorhebt.

Ohne Sprunganlage

Das heute vorliegende Projekt sieht vor, die bestehende Anlage in Heimberg um einen Wellnessbereich zu erweitern, das Restaurant auszubauen, einen zentralen Eingangs- und Garderobenbereich sowie ein Aussenbecken und eine neue Schwimmhalle mit 25-Meter-Wettkampfschwimmbecken zu erstellen. Auf den Bau eines Therapiebeckens, eines Sprungbeckens und einer Sprunganlage wird im Vergleich zum ursprünglichen Projekt aus dem Jahr 2017 verzichtet.

Für die Realisierung gehen die Kostenschätzungen von einem Investitionsvolumen von 30 Millionen Franken aus statt der ursprünglichen 40 Millionen. Die Hälfte der Kosten soll von den umliegenden Gemeinden getragen werden, den Rest will die Genossenschaft am Kapitalmarkt beschaffen.

Gemäss dem vorgeschlagenen Verteiler nach Einwohnerzahl beliefe sich der Beitrag der Stadt Thun an den Gesamtkosten auf rund 8 Millionen Franken. Im ursprünglichen Projekt aus dem Jahr 2017 waren es noch 18 Millionen Franken. Für den Betrieb fielen keine weiteren Kosten an. Dieser würde durch die Genossenschaft selbsttragend sichergestellt.

Nicht alle ziehen mit

«Das Projekt wird sowohl von der Stadt Thun wie auch von den anderen Gemeinden grundsätzlich als gut bewertet», schrieb der Gemeinderat in seiner Medienmitteilung vom Dienstag. Die Finanzierung bleibe aber eine Herausforderung. Bis heute haben sich erst drei Gemeinden – Heimberg, Steffisburg und Kiesen – bereit erklärt, das Projekt zu unter­stützen. Neben Thun hat auch Oppligen eine Beteiligung in Aussicht gestellt, während sich Uetendorf, Uttigen und Thier­achern nicht an den Planungskosten beteiligen wollen.

«Günstiger gehts nicht»

Bernhard Gyger, Verwaltungsratspräsident der Genossenschaft Sportzentrum Heimberg, hat das Signal aus Thun am Dienstag erfreut zur Kenntnis genommen. «Es wird ein Signal für jene Gemeinden sein, die sich bisher nicht beteiligen wollten», sagte er und fügte an: «Günstiger wird die Region Thun nie zu einer neuen Schwimmhalle kommen, da die Genossenschaft einen Teil der Kosten selber trägt.»

Dass drei Gemeinden eine Beteiligung ausschliessen, versetze dem Projekt keineswegs den Todesstoss, sagte Bernhard Gyger weiter. Diese könnten ihre Meinung ja noch ändern. Nicht auszuschliessen sei auch, dass sich plötzlich auch andere Gemeinden beteiligen würden, die bisher nicht angefragt worden seien. «Ich hoffe nach wie vor auf die Solidarität aller Gemeinden in unserer Region.»

Gerechter Verteiler gefordert

Ein Stichwort, das auch der Thuner Gemeinderat aufnimmt: «Ein regionales Projekt ist auf regionale Solidarität angewiesen», schrieb er in seinem Communiqué vom Dienstag weiter und «bekennt sich ausdrücklich zu dieser Solidarität. Sie kann aber nicht nur einseitig sein. Damit eine regionale Schwimmhalle realisiert werden kann, müssen grundsätzlich alle umliegenden Gemeinden mitmachen.»

Der Gemeinderat möchte ein positives Zeichen setzen und schlägt dem Stadtrat deshalb die Bewilligung eines Verpflichtungskredites von maximal 150'000 Franken vor. Allerdings soll dieser Beitrag an das Vorprojekt erst ausbezahlt werden, wenn ein von den Gemeinden anerkannter definitiver Kostenverteiler vorliegt.

Als Berechnungsgrundlage sollte aus Sicht des Gemeinderates neben der Bevölkerungszahl auch die Eintrittsstatistik der Gäste aus den umliegenden Gemeinden herangezogen werden. Nach der dem Gemeinderat von der Genossenschaft Sportzentrum Heimberg vorgelegten Eintrittsstatistik würde der ­Anteil der Stadt Thun an den Projektierungs- und Investitionskosten zwischen 24 und 32 Prozent liegen.

Der Verteilerschlüssel der Genossenschaft basiert einzig auf den Einwohnerzahlen. «Der beste Kostenteiler ist nicht der gerechteste, sondern jener, der von allen akzeptiert wird», sagt dazu Bernhard Gyger.

Ein Zeitplan für die Realisierung einer regionalen Schwimmhalle in Heimberg liegt gegenwärtig noch nicht vor. Der Stadtrat befindet voraussichtlich in seiner Märzsitzung über den Projektierungskredit.

Weitere Finanzbeschlüsse bleiben vorbehalten und werden zu gegebener Zeit dem finanzkompetenten Organ zur Beurteilung vorgelegt. Für die Bewilligung eines Investitionsbeitrages über 4 Millionen Franken an die Schwimmhalle Heimberg wären die Thuner Stimmberechtigten zuständig.

Thuner Tagblatt

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