Stadt kann Hafen Lachen sanieren

Thun

Die Infrastruktur im Hafen Lachen wird für 2,6 Millionen Franken erneuert: Der Stadtrat genehmigte gestern seinen Anteil an den Kosten einstimmig. In rund zwei Jahren sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Die Hafenanlage Lachen: Sie bietet heute Platz für 315 Boote – nach der Sanierung werden es noch 305 Plätze sein.

Die Hafenanlage Lachen: Sie bietet heute Platz für 315 Boote – nach der Sanierung werden es noch 305 Plätze sein.

(Bild: Patric Spahni)

Eine Visitenkarte für Einheimische und Gäste, die das Ferienflair einer Marina verströmt: Das ist für den Thuner Gemeinderat der Hafen Lachen. Allerdings dient die Infrastruktur der Anlage, die sich im Besitz der Stadt befindet, nicht gerade als Vorzeigebeispiel: In den letzten Jahren wurden lediglich Unterhaltsarbeiten ausgeführt.

Deshalb ­bewilligte der Gemeinderat in eigener Kompetenz bereits 1,82 Millionen Franken für die Sanierung der Bootsplätze – und legte dem Parlament gestern einen 780 000-Franken-Kredit vor. Dabei handelt es sich um den sogenannten wertvermehrenden Anteil des Projekts: neue Schwimmstege mit Versorgungssäulen für Strom und Wasser, eine Fäkalienabsauganlage sowie ein Bootswaschplatz. Der Zugang erfolgt neu über einen parallel zum Strandbadweg verlaufenden Schwimmsteg und zwei Zugangsbrücken (wir berichteten).

«Sinnvoll» und «ohne Luxus»

«Der Handlungsbedarf ist unbestritten», sagte Reto Schertenleib (SVP) im Namen der zuständigen Sachkommission. Er sprach von einem zeitgemässen Projekt «ohne Luxus». Und: «Eine allfällige künftige Erweiterung des Hafens bleibt möglich.» Widerspruch erntete Schertenleib mit seiner Meinung im Stadtrat nicht. Franz Schori (SP) nannte das Projekt «eine sinnvolle Modernisierung und qualitative Erneuerung». Für Alois Studerus (Fraktion der Mitte) ist die Anbindung der Infrastruktur ans Strandbad – etwa die Mitbenützung der sanitären Anlagen – «eine gute Sache».

Simon Werren (BDP) wies darauf hin, dass Strom und Wasser längst nicht von allen Bootseigentümern benutzt würden. «Vielleicht kann das bei der Anzahl der Versorgungssäulen berücksichtigt werden.» Philipp Deriaz (SVP/FDP) betonte, dass über die Jahre stets ein beträchtlicher Teil der Gebühreneinnahmen in die Stadtkasse geflossen sei und nicht für Investitionen in den Hafen eingesetzt wurden. Dass jetzt investiert werde, sei gut. Deriaz wünschte sich, dass «Nutzer und Praktiker» noch stärker in die Planung einbezogen würden.

Roman Gugger (Grüne) stellte derweil «nüchtern» fest, dass die Investitionen nicht unbedingt der breiten Öffentlichkeit zugute­kämen – «deshalb sehe ich den Handlungsdruck ein bisschen weniger». Opposition kam aber auch von den Grünen nicht: Der Stadtrat nahm den 780 000-Franken-Kredit einstimmig an.

Eröffnung im April 2020?

Nach dem Ja des Stadtrats soll nun rasch das Baubewilligungsverfahren folgen. Der Baubeginn ist im Herbst 2019 vorgesehen, die Inbetriebnahme des sanierten Hafens mit dann noch 305 statt wie heute 315 Bootsanlegeplätzen im April 2020. Bis dann soll auch die neue Gebührenverordnung in Kraft sein, die derzeit ausgearbeitet wird. Heute werden für Plätze im Lachenkanal jährliche Gebühren von 330 bis 1430 Franken erhoben – je nach Art und Grösse des Bootes. «Eine Gebührenerhöhung für neue und verbesserte Wasserplätze im Lachenkanal ist angezeigt», schrieb der Gemeinderat in den Stadtratsunterlagen.

Berner Zeitung

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