Strafe für Pneustecher bestätigt

Thun

In Thun schlitzte ein Mann Autopneus auf. Das Regionalgericht bestätigte nun die Schuldsprüche.

Der Mann hatte die Pneus von sechs Autos aufgestochen. Dabei entstand Sachschaden in der Höhe von 1770 Franken.

Der Mann hatte die Pneus von sechs Autos aufgestochen. Dabei entstand Sachschaden in der Höhe von 1770 Franken.

(Bild: iStock/Symbolbild)

In einer Januarnacht des letzten Jahres wurden in einem Thuner Quartier Pneus von sechs Autos aufgestochen. Die Schadensumme betrug rund 1770 Franken. In diesem Zusammenhang konnte damals von der Polizei ein Mann angehalten werden. Es handelt sich um einen 35-jährigen ausländischen Staatsangehörigen. Neben mehrfacher Sachbeschädigung wird ihm Hinderung einer Amtshandlung zur Last gelegt.

Dies, weil er davonrannte, nachdem ihm die Polizei «Halt, Polizei, stehen bleiben!» zugerufen hatte. Damit entzog er sich beziehungsweise behinderte eine Personenkontrolle. Auf der Polizeiwache zerriss der Iraker eine Wolldecke und eine Matratze. Zudem beschädigte er einen Lichtschalter.

Durch diese Handlungen entstand dem Kanton Bern ein Schaden von 922 Franken. Wegen der erwähnten Straftatbestände flatterte dem Beschuldigten ein Strafbefehl der regionalen Staatsanwaltschaft ins Haus. Er wurde zu einer unbedingten Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 70 Franken und Gebühren von 800 Franken verurteilt.

Weil er Einsprache erhob, kam es am Dienstag zur Hauptverhandlung vor dem Regionalgericht Oberland in Thun.

Angst, Job zu verlieren

Warum er Einsprache erhoben habe, fragte Gerichtspräsidentin Eveline Salzmann den Beschuldigten, der ohne Verteidiger erschienen war. «Weil die Vorwürfe nicht stimmen», antwortete er. Er habe keine Autopneus aufgestochen. Dem stand die Tatsache gegenüber, dass an einigen Pneus Fingerabdrücke und DNA-Spuren gefunden wurden, die mit jenen auf dem weggeworfenen Taschenmesser des Beschuldigten übereinstimmten.

Er sei betrunken gewesen. Darum könne er sich grösstenteils an nichts mehr erinnern. Merkwürdig war, dass er sich trotz seiner Unschuldsbeteuerungen bereit erklärte, die Forderungen der fünf Privatkläger, welche die Staatsanwaltschaft auf den Zivilweg verwiesen hatte, zu erfüllen.

Er wolle keine Probleme, weil er sonst den Verlust seines Jobs befürchten müsse, begründete er sein Verhalten. Von der Privatklägerschaft war nur einer anwesend. Dieser zog während der Verhandlungen seine Anzeige zurück und verzichtete auf die Geltendmachung finanzieller Ansprüche.

Eine Chance geben

«Aufgrund der Untersuchungsergebnisse gehe ich davon aus, dass Sie der Täter waren», sagte die Einzelrichterin bei der Urteilsbegründung. Sie habe es sich lange überlegt, ob eine bedingte oder eine unbedingte Geldstrafe auszusprechen sei. Um ihm eine Chance zu geben, habe sie sich für den Bedingten entschieden. Sie verurteilte den Mann zu einer bedingten Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je 60 Franken. Wegen zweier Vorstrafen beträgt die Probezeit 5 Jahre. Ausserdem hat er eine Verbindungsbusse von 1200 Franken und Verfahrenskosten von 2300 Franken zu bezahlen. Die Forderungen der Privatklägerschaft wurden teils anerkannt, teils abgewiesen.

Thuner Tagblatt

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