Thun

Strahlender Blick in die Zukunft

Thun Matt Jones heisst der Sieger des Swatch Rocket Air 3000. Aus Schweizer Sicht sorgte Lucas Huppert mit der besten Klassierung seiner ­Karriere für Furore.

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Manch einem strahlte die Sonne wohl zu intensiv am Samstag: Anders als in anderen Jahren wurde es auf dem Gelände rund um die Eishalle Grabengut erst gegen Abend etwas enger. Am Nachmittag suchten viele Besucherinnen und Besucher Zuflucht in den glücklicherweise zahlreich vorhandenen Schattenflächen. Die Folge: Bereits um 15 Uhr beim Start zu den Qualifikationsläufen waren die Tribünen unter dem Hallendach gut gefüllt.

Schweizer Publikumsliebling

Der 17-jährige Schweizer Lucas Huppert aus Niederweningen ZH sorgte für den grössten Erfolg aus Schweizer Sicht seit Jahren: Mit zwei überzeugenden Läufen qualifizierte er sich als erster Schweizer seit langem für den Final, wo er mit zwei starken Läufen zum Publikumsliebling avancierte. Schliesslich beendete er den Wettkampf als Achter von zwanzig Finalteilnehmern.

Selten war der Kampf um den Sieg am Swatch Rocket Air so dramatisch wie heuer; die Kampfrichter waren auf keinen Fall zu beneiden bei der Ausführung ihrer Aufgabe mit dem Ziel, die Fahrer alle möglichst nach gleichen Kriterien zu bewerten. Nachdem er es im ersten Final-Run hatte ruhig angehen lassen, zeigte der Engländer Matt Jones sein ganzes Können und setzte sich vor seinem Landsmann Sam Pilgrim an die Spitze – wo er auch am Ende stehen sollte.

Die Highlights des Rocket-Air-Finals.

Weder Sam Pilgrim (GB) noch Thomas Genon (BEL) oder Nicholi Rogatkin (USA) gelang ein fehlerfreier Lauf. So kommt es, dass keiner der drei Letztgenannten einen dritten Sieg am Rocket Air auf sein Konto buchen konnte. Überhaupt war der Final ein veritables Favoritensterben – was eindrücklich zeigt, wie hoch das fahrerische Niveau am Rocket Air Slopestyle in Thun mittlerweile ist.

Zufriedene Organisatoren

Mehr als 100 der gegen 10 000 Besucher hatten sich ihr Ticket in einem Quiz am Stand von Autoberufe.ch gesichert. Der Auto­gewerbeverband hat die Bikefans schon länger entdeckt auf seiner Suche nach Nachwuchs.

Das Niveau war auch im Teambattle hoch.

Und trotzdem: Die Mehrheit der Kinder und Jugendlichen am Rocket Air träumt wohl zumindest in der Nacht auf Sonntag davon, einmal im Leben Veloprofi zu werden. Ob im Slopestyle, auf dem Trial-Velo im «Star Wars»-Look oder mit Kunstrad oder BMX, dürfte zweitrangig sein: Überall waren strahlende Augen zu sehen, wenn die Kids bei den Stars ein Autogramm ergattern konnten.

«Die Stimmung war noch nie so gut wie heuer.»OK-Chef Jérôme Hunziker

Strahlend waren auch die Augen der OK-Chefs am Tag danach: «Die Stimmung war noch nie so gut wie heuer», bilanzierte Jérôme Hunziker. «Wir freuen uns auf den 10. Geburtstag nächstes Jahr.» Dieser wird am 3. und 4. Mai wiederum in der Eishalle Grabengut gefeiert.

Sowohl die Veranstalter als auch die Polizei sprechen von einem friedlichen Anlass. «Das Wochenende verlief im normalen Rahmen», sagte eine Polizeisprecherin. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 29.04.2018, 18:54 Uhr

«Wer hier eine Chance haben will, muss perfekt fahren»

Pascal Breitenstein (30) aus Gunten ist einer der Judges am Swatch Rocket Air. Er sagt, der Event gehöre nicht umsonst zu den besten der Welt.

Sie amten seit der ersten Austragung als Judge – Kampfrichter – am Rocket Air Slopestyle. Wie stufen Sie die Entwicklung ein?
Pascal Breitenstein: Der Event erfüllt nicht umsonst die Auflagen, um als Goldevent auf der FMB-Welttour geführt zu werden.

Täuscht der Eindruck, oder hat sich das Niveau in den letzten Jahren enorm gesteigert?
Das trifft definitiv zu. Was in der ersten oder zweiten Ausgabe noch fürs Podest gereicht hätte, bringt einen Fahrer heute nicht einmal in die Qualifikation.

Was muss ein Fahrer mitbringen, der hier zu den besten ­gehören will?
Wer hier eine Chance haben will, muss perfekt fahren. Die kleinste Unsauberkeit riecht dafür aus, aus der Entscheidung zu fallen. Gerade weil ein Fahrer nicht mit Höhe oder Weite bei einem Sprung kompensieren kann, muss er enorm sauber und stylish fahren und die Konzentration bis zum letzten Hindernis hoch halten.

Apropos Konzentration: Wie bleiben Sie konzentriert, wenn sie 100-mal am Tag dieselben Tricks sehen?
Ein Wettkampf verläuft aufbauend; er ist von der Vorqualifikation bis zum Final ein Steigerungslauf. Das hilft mir, reinzukommen. Und: Wir sind zum Glück zu dritt – plus ein Head-Judge, der die Übersicht behalten muss.

BMX vs. Kunstrad

Während die Flatland-BMX-Show seit Anbeginn Teil des Rahmenprogramms am Swatch Rocket Air ist, gastierte mit David Schnabel und Lea Schaepe erstmals ein Kunstradduo im Grabengut in Thun. «Ich sehe es schon ein wenig als meine Mission, aufzuzeigen, dass Kunstradfahren alles andere als altbacken ist», sagt Lea Schaepe. Die 25-Jährige ist gerade von einem dreimonatigen US-Trip zurück, wo sie mit verschiedenen Künstlern in den Strassen von New York oder Los Angeles unterwegs war.

Dass sich die Kunstradfahrer in keiner Weise hinter den vermeintlich cooleren BMXern oder Freestylern verstecken müssen, zeigten die zwölffache Berliner Meisterin im Zweier-Kunstradfahren und der achtfache Weltmeister im Einer-Kunstradfahren in ihrer Show mit BMX-Star Dan Hennig auf eindrückliche Art und Weise.

Mit scheinbarer Leichtigkeit hebelten sie nicht nur die Gesetze der Physik aus, sondern zeigten selbstverständlich auch das, was Eltern von ihren Kindern auf dem Zweirad nie und nimmer sehen wollen. Entsprechend beliebt waren denn auch die Workshops im Anschluss an die Shows, wo die Stars junge Sportler «anzufixen» versuchten.maz

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