Strahlender und quicklebendiger Auftakt

Thun

Violine, Viola, ­Violoncello und Flügel sorgten unter dem Motto «Meilensteine» für einen kontrastreichen und quicklebendigen Auftakt der 51. Schlosskonzerte Thun.

Festivaleröffnung mit dem Skride-Quartett: Die vier Frauen sorgten unter dem Motto Meilensteine für einen gelungenen Auftakt der 51. Schlosskonzerte Thun.

Festivaleröffnung mit dem Skride-Quartett: Die vier Frauen sorgten unter dem Motto Meilensteine für einen gelungenen Auftakt der 51. Schlosskonzerte Thun.

(Bild: Heidy Mumenthaler)

Der Auftakt zur 51. Saison der Thuner Schlosskonzerte bescherte einen ausverkauften Rittersaal. Voller Enthusiasmus startete das Schlosskonzert-Team nach dem Jubiläumsjahr in die zweite Jahrhunderthälfte und bietet während dreieinhalb Wochen zehn dichte, miteinander verbundene Konzerte.

Die vier Musikerinnen des Skride-Quartetts sind zurzeit auf Tournee und machten erstmals in der Schweiz einen Zwischenhalt. Nach Thun folgte anderntags ein Konzert in Bremen. Die Künstlerinnen waren begeistert: «Es ist ein besonderer, wunderschöner Ort mit dicken Mauern und einem warmen Publikum.»

Inspiriert, genussreich und klangvoll stimmte das Skride-Quartett, angeführt von der lettischen Ausnahmegeigerin Baiba Skride und mit Lise Berthaud (Viola), Harriet Krijgh (Violoncello) und Lauma Skride (Klavier), in Gustav Mahlers einzige erhaltene Kammermusik ein. Im einsätzigen Klavierquartett a-Moll überzeugten die jungen Musikerinnen mit fein abgestimmter Agogik und dynamisch kontrastreichem Spiel. Die Pianistin sorgte am Flügel für einen wohltuenden, weichen Klangteppich, auf dem sich die Streicherinnen kraftvoll ausbreiten konnten. In Unisono-Passagen harmonierten Viola und Cello.

Mühelos und quicklebendig wechselte das Skride-Quartett vom schwermütigen Ton Mahlers in Mozarts Klavierquartett g-Moll (KV 478) zu einem leichteren, vibratoarmen Klang. Pianistin Lauma Skride beeindruckte in virtuos-solistischen Parts. Die Streicher setzten dazu einen klanglich stimmungsvollen Gegenpart.

Bereicherndes Klangspektrum

Differenziert geriet nach der halbstündigen Pause Brahms’ Klavierquartett g-Moll, op. 25. Die vier Musikerinnen strotzten vor Energie und schufen ein kontrastreiches, tiefgehendes und bereicherndes Klangspektrum. Zigeunermelodien funkelten zauberhaft, ungarischer Charakter zeigte sich in Chromatik und prägnanter Rhythmik. Zarte Streicherklänge über pulsierenden Achteln liessen im Intermezzo aufhorchen. Liedhaft wirkte das Andante, in welchem sich Violine und Bratsche solistisch den Ball zuwarfen. Im letzten Satz «Rondo alla zingarese» brillierte das Quartett rasend schnell mit flottem, rasantem, volkstümlich kraftvollem Zusammenspiel. Das strahlende Skride-Quartett wurde erst nach kräftiger Standing Ovation und Zugabe des harmonisch schlichten und feurigen Finales von der Bühne entlassen.

Thuner Tagblatt

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt

Loading Form...