Taxi-Durchfahrt sorgte für Diskussionen

Thun

Ab Juli dürfen Taxis wie Busse und Velos vom Lauitor Richtung Thuner Bahnhof fahren. Der Entscheid ist höchst umstritten.

Die Freienhofgasse 2017: Heute gilt dort Einbahnverkehr.

Die Freienhofgasse 2017: Heute gilt dort Einbahnverkehr.

(Bild: Patric Spahni/Archiv)

Nicht nur Busse und Velos sollen auf der Einbahnstrecke Freienhofgasse in beide Richtungen verkehren können – sondern auch Taxis. Diese Forderung formulierten Franz Schori (SP) und Mitunterzeichnende in einem Postulat.

Während der aktuellen Bauphase am Lauitor ist dies für den Gemeinderat kein Thema, wie er in der Vorstossantwort festhält. Hingegen hat er bereits per Medienmitteilung kommuniziert, dass er «nach gründlicher Abwägung der Vor- und Nachteile» zum Schluss gekommen sei, dass der Taxibetrieb auf der Strecke Lauitor–Maulbeerkreisel nach Abschluss der Bauarbeiten zugelassen werden könne. Die neue Regelung wird ab Anfang Juli signalisiert.

«Sicherheit gewährleistet»

Es ist ein Entscheid, der am Donnerstag im Stadtrat kontrovers diskutiert wurde. Für Postulant Schori ist klar, dass die Sicherheit gewährleistet ist – mehr noch: Wenn vorsichtiger gefahren werde, weil Gegenverkehr von Taxis zu erwarten sei, «ist die Sicherheit höher». Die Taxifahrer hätten es in der Hand: «Es ist wichtig, dass der Gemeinderat genau hinschaut, ob es zu gefährlichen Situationen kommt.»

Zustimmung erhielten Schori und der Gemeinderat von Nicole Krenger (Fraktion GLP/BDP): «Gibt es Ausnahmen, sind Grenzen nötig. Es erscheint uns nicht abwegig, dass die Grenze bei den Taxis gezogen wird.»

Das Einbahnregime werde damit nicht ausgehebelt. Philipp Deriaz (SVP) sieht zwar den Verkehrsfluss durch die Ausnahmen «schon nicht mehr gegeben» und wies darauf hin, dass sich andere Gewerbler benachteiligt fühlten. Die SVP wolle dem Vorhaben aber eine Chance geben «und Erfahrungen sammeln».

«Nicht fair»

Von einem «Dilemma» sprach auch Jonas Baumann. Seine EVP/EDU/CVP-Fraktion gewichtete aber die Nachteile höher: «Wir sehen die Sicherheit gefährdet.» Denn anders als für Busse gibt es für Taxis keine Ampeln. Zudem werde der Nutzen der Verkehrsführung infrage gestellt.

Thomas Hiltpold (Grüne) fand den Vorstoss nur auf den ersten Blick sympathisch. Es sei nicht fair, dass Taxis freie Fahrt haben sollten – aber etwa Angehörige, die ebenfalls Gehbehinderte transportierten, nicht. Die Ausnahmen müssten restriktiv gehandhabt werden.

Mit der Aussage: «Vor den Staus sind alle gleich», sorgte Hiltpold für einen Lacher. Hanspeter Aellig (FDP) sagte, der Gemeinderat habe den Postulanten «rechts überholt». Der Vorstoss sei nicht ausgewogen, die beschlossene Verkehrsführung müsse zuerst gründlich ausgetestet werden, bevor es Anpassungen gebe.

Mehrheit für Postulat

Bauvorsteher Konrad Hädener (CVP) wies abschliessend darauf hin, dass die heute gültige Ausnahme für Fahrzeuge der Gemeinde ab Ende Juli wegfallen werde. Die Abstimmung zeigte schliesslich, dass eine Mehrheit hinter dem Postulat steht: Es wurde mit 22 zu 15 Stimmen bei 2 Enthaltungen angenommen. (mik)

Thuner Tagblatt

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt