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Thuner FDP-Präsident schmeisst den Bettel hin

Zeno Supersaxo hat ­genug. Der Präsident der FDP Thun schmeisst ein halbes Jahr vor den Wahlen genervt den Bettel hin.

Der Zeitpunkt für einen Rücktritt ist denkbar ungünstig. In einem halben Jahr finden die Wahlen statt. Wahlen, bei denen die FDP Stadt Thun gerne einen Gemeinderatssitz erobern möchte. Nun aber verlässt Parteipräsident ­Zeno Supersaxo genervt Knall auf Fall das Schiff. Er informierte am Montag in einem Schreiben, das der Redaktion vorliegt, die Parteimitglieder, dass er per sofort sein Amt als Präsident zur Verfügung stellt.

Ursächlich für den Eklat waren Indiskretionen. So gelangte ein von Supersaxo verfasstes Memorandum an «parteiexterne Kreise», wie der scheidende Präsident in seinem Schreiben begründet. Da er trotz mehrmaligem Versuch nicht erreichbar war, konnte er nicht ausführen, wer diese «parteiexternen Kreise» sind.

«Thema des offensichtlich allzu provozierenden Papiers war die Idee einer Neupositionierung der FDP Thun hinsichtlich der kommenden Gemeindewahlen analog zum erfolgreichen Vorgehen bei den Grossratswahlen», schreibt Supersaxo. Für ihn sei inakzeptabel, dass das Papier aus dem Kreis der Geschäftsleitung weitergeleitet worden sei, bevor überhaupt darüber diskutiert worden sei. «Dieses respektlose und illoyale Verhalten einzelner Geschäftsleitungsmitglieder bin ich nicht bereit zu akzeptieren.»

Er habe sich nach einigen Tagen der Ruhe und Reflexion dazu entschieden, sein Amt niederzulegen, so Supersaxo weiter. Er tue dies mit «grossem Bedauern» und hoffe auf Verständnis. Für ihn sei klar, dass er sich ab sofort nicht mehr an den Diskussionen zur Positionierung der FDP Thun oder der Nomination der Kandidaten beteiligen werde.

Van Wijk übernimmt

Vom einschneidenden Schritt seines Präsidenten erfuhr FDP-Vize und Stadtrat Markus van Wijk gestern Morgen. Im ersten Moment wollte sich van Wijk nicht äussern, im Verlauf des Tages veröffentlichte die FDP dann eine allgemein gehaltene Mit­teilung. Darin bedauert die Parteileitung den Schritt von Zeno Supersaxo und verdankt gleichzeitig seine Arbeit.

Zu den Ur­sachen des Eklats wollte sich die Parteileitung nicht äussern. «Die Beweggründe, welche Zeno Supersaxo zum Rücktritt veranlasst haben, werden von der Parteileitung nicht weiter kommentiert», steht in der Mitteilung der FDP. Vielmehr wolle man sich auf die Geschäfte im Stadtrat sowie die Gemeindewahlen konzentrieren. Damit bleibt vorderhand offen, ob van Wijk das Präsidium längerfristig übernimmt.

Zeno Supersaxo führte die FDP seit Ende Oktober 2013 – zuerst interimistisch, nachdem Beat Schlatter als Präsident zurückgetreten war. Im April 2014 wählte ihn dann die Hauptversammlung zum Präsidenten.

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