Ungeheure Seeschlange in der Lachen?

Vor 150 Jahren

Eine schreckliche Seeschlange soll vor 150 Jahren im Thuner Lachengebiet Fischer erschreckt haben. Wie viel Wahrheit an der Geschichte wohl dran war?

Nachhaltig vom Baden abgehalten hat die Geschichte von der schrecklichen Seeschlange nicht: Das Lachengebiet mit Stadion, Strandbad und Bootshafen, wie es sich heute präsentiert. Foto: Bruno Petroni

Nachhaltig vom Baden abgehalten hat die Geschichte von der schrecklichen Seeschlange nicht: Das Lachengebiet mit Stadion, Strandbad und Bootshafen, wie es sich heute präsentiert. Foto: Bruno Petroni

Von einem Untier von übermässiger Länge mit einem Kopf wie eine halbe Kegelkugel war die Rede im «Thuner Blatt». In der Lachen sollen im Juni 1869 Fischer von einer schrecklichen Seeschlange in die Flucht geschlagen worden sein. «Jagt man am Harder Wölfe und im Engadin Bären, warum sollte man im Thunersee nicht einmal schreckliche Seeschlangen jagen?», hiess es im Artikel.

Die betreffende Seegegend sei eine beliebte Brutstelle für Fische, diene aber auch der lieben Schuljugend weit und breit als Badeplatz. «Nun behaupten schlaue Buben, die Fischer wollten sie nur vom Baden zurückschrecken, wird aber wenig helfen.»

Was vor 150 Jahren sonst noch für Schlagzeilen sorgte:

5.6.1869 Feldschützengesellschaft Thun. Es wird hiermit den Tit. Mitgliedern bekannt gemacht, dass von nun an alle Schiesstage beim Zollhaus daselbst Metallpatronen und Buchholzermunition zu haben sind.

5.6.1869 Glaçes von nun an alle Tage bei Ursenbach, Confiseur.

9.6.1869 Lebensmittelpreise in Thun. Anken in Ballen à 1 Pfd. Fr. –.93 bis –.98. Kartoffeln per Zentner 2 bis 2.50. 10 bis 12 Eier für 60 Cts.

12.6.1869 Joh. Stähli, Wirt auf dem Strättlighügel, zeigt dem Edn. Publikum an, dass zur Bequemlichkeit aller, welche die reizende Aussicht auf dem Strättlighügel geniessen wollen, alle Sonntage ein grosses Schiff (von Eduard Fuhrer) vom Dampfschiffhaus in Hofstetten bis zur Kander fährt, nur 5 Minuten vom Strättlighügel entfernt.

12.6.1869 Die Erstellung des auf Fr. 29578 veranschlagten neuen eisernen Oberbaues für die Allmendbrücke über die Aare wird hiermit zur freien Konkurrenz ausgeschrieben.

12.6.1869 Katholischer Gottesdienst von nun an alle Sonntage um 9 Uhr in Scherzligen.

16.6.1869 Eine 63-jährige Frau, die ruhig auf einem Kartoffelacker in der Mühlematt arbeitete, wurde von einer Kugel aus einer Granate in den Rücken getroffen und war nach zwanzig Minuten eine Leiche.

16.6.1869 Hans Frei, Verfasser des «Ausführl. Lehrbuches der deutschen Stenographie», ist gesonnen, in Thun einen stenographischen Kurs zu eröffnen. Anmeldungen und Auskunft bei Gottl. Schweizer, Negt.

16.6.1869 Kantonalbank von Bern, Filiale in Thun. Von heute an werden zufolge erhaltener Weisung die päpstlichen Silberscheidemünzen von Fr. 2, 1 und ½ als ausser Kurs gesetzt behandelt und daher an unserer Kasse nicht mehr angenommen.

19.6.1869 Zwischen den zwei Inseln des Sees ist eine Schwanenkolonie angelegt worden. Der Verwaltungsrat von Genf hat ein Paar weisse Schwäne unentgeltlich gesandt. Das Schwanenkomite hat den Genfern ein sehr schmeichelhaftes Dankschreiben für diese Sendung übermacht.

19.6.1869 Im Café Fédéral werden noch einige solide Schlafgänger angenommen. Für helle und reinliche Zimmer sowie auch gute Betten wird garantiert. Thierstein, Wirt.

23.6.1869 Die berechtigten Burger von Thun können sich von nun an für das Torfbetreffnis pro 1869 auf dem Büreau der Burgergemeinsverwaltung anschreiben lassen.

23.6.1869Der Spitalkeller im Schulhaus auf dem Platz ist wieder regelmässig alle Montag, Mittwoch und Samstag offen. Daselbst werden rote französische, weisse Waadtländer und weisse und rote Walliser Weine zu äusserst billigen Preisen verkauft.

26.6.1869 Antrinket im Tivoli bei Marie Sulzer, Samstag, den 26. Juni. Zu zahlreichem Besuch wird höflichst eingeladen.

26.6.1869 Lustiges Sackgumpet, ausgeführt von 6 Mitgliedern und einem Hanswursten, Sonntag, den 27. d., beim Zollhaus. Fahrgelegenheit mit zwei Fuhrwerken von der Allmendbrücke und zurück. Reellen Wein und gute Strübli zusichernd empfiehlt sich bestens und ladet zu zahlreichem Besuch höflichst ein, Karl Hodel, Wirt.

30.6.1869 Empfehlung: Meine Wirtschaft zur Weidenau am Scherzligweg wird auf 1. Juni eröffnet. Unter Zusicherung guter Bedienung empfiehlt sich ergebenst Sl. Amsler.

30.6.1869 Der Unterzeichnete macht hiermit die Anzeige, dass er sich einige Zeit in Thun aufzuhalten gedenkt und sich dem Edn. Publikum als Portraitmaler empfiehlt. Von seinen Portraits in Ölfarben sind ausgestellt im Magazin für Holzschnitzwaren beim Bahnhof in Hofstetten und im Bazar Bellevue. Seine Wohnung ist in Plainpied des Gerberhauses beim Bahnhof. Jenari, Portraitmaler aus Bern.

Quelle: Stadtarchiv Thun

Thuner Tagblatt

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