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Vergewaltiger bleibt im Gefängnis

Ein Mann wurde wegen Vergewaltigung, sexueller Nötigung und Tätlichkeiten zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 36 Monaten verurteilt.

Der 31-jährige somalische Staatsangehörige wurde vom Regionalgericht Oberland in Thun der mehrfachen Vergewaltigung, der sexuellen Nötigung und der mehrfach begangenen Tätlichkeiten schuldig erklärt (vergleiche auch Ausgabe von gestern).

«Das Gericht muss beurteilen, was passiert ist und was es als erwiesen erachtet», sagte Gerichtspräsident Jürg Santschi gestern bei der Urteilsbegründung. Wie meistens bei Sexualdelikten gebe es keine Zeugen.

Deshalb gelte es, die Aussagen der Beteiligten zu analysieren. In dieser Hinsicht kam das Gericht zum Schluss, dass die Schilderungen der Ehefrau der Wahrheit entsprächen, während die Aussagen ihres Mannes widersprüchlich und nicht konstant gewesen seien.

So habe dieser anfänglich die Tätlichkeiten bestritten und erst später zugegeben, dass er seine Frau geohrfeigt habe. Von Schlägen hingegen wollte er nichts wissen.

«Wir sind in der Schweiz»

Demgegenüber seien die Schilderungen der Ehefrau über die Vorfälle authentisch, detailliert und deshalb glaubhaft gewesen, so das Gericht.

Die Drohung des Mannes, sie umzubringen, habe vermutlich bewirkt, dass sie sich nicht noch stärker gewehrt habe. Mitgespielt habe vermutlich auch der Umstand, dass nach dem in Somalia ausgeübten Glauben die Frau dem Mann gefügig zu sein habe.

«Wir befinden uns hier in der Schweiz und nicht in Somalia», sagte Santschi. Da gälten die hiesigen Gesetze, wonach Vergewaltigung strafbar sei. Dies hätte auch der Ehemann wissen müssen.

Straftatbestände erfüllt

Das Kollegialgericht in Dreierbesetzung kam zum Schluss, dass die Straftatbestände gemäss Anklageschrift weitgehend erfüllt seien. Es verurteilte den Somalier deshalb zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten.

Davon sind 12 Monate zu vollziehen. Für eine Teilstrafe von 24 Monaten wird der Vollzug aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt. Untersuchungshaft und Sicherheitshaft von 266 Tagen werden angerechnet. Zudem hat der Mann eine Übertretungsbusse von 1'000 Franken zu bezahlen.

Im Weiteren wurde er zu einer Landesverweisung von sieben Jahren und zu Verfahrenskosten von annähernd 22'000 Franken verurteilt. Daneben hat er für Aufwendungen seiner Ehefrau als Straf- und Zivilklägerin und für Anwaltskosten rund 47'000 Franken zu übernehmen.

Der Ehefrau hat er eine Genugtuung von 18'000 Franken zu leisten. Wegen Fluchtgefahr wird der Somalier in Sicherheitshaft belassen.

Das Urteil, welches bei der Eröffnung ins Somalische übersetzt wurde, ist noch nicht rechtskräftig. Es kann von den Parteien innert zehn Tagen Berufung angemeldet werden.

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