Weiterer Meilenstein für erste offizielle Bikestrecke

Thun

Nach jahrelangen Verhandlungen haben sich der Verein Bikepark Thunersee, die Burgergemeinde Thun und die Stadt Thun auf die Zusammenarbeit geeinigt.

So wie auf diesem Bild vom Flowtrail in Sissach könnte es dereinst im Grüsisbergwald aussehen.

So wie auf diesem Bild vom Flowtrail in Sissach könnte es dereinst im Grüsisbergwald aussehen.

(Bild: PD)

Im Grüsisbergwald soll die erste offizielle Mountainbike-Strecke Thuns entstehen. Das ist nicht neu. Neu ist aber, dass sich nun nach acht Jahren der Verhandlungen der Verein Bikepark Thunersee, die Burgergemeinde Thun und die Stadt Thun auf ein Vertragswerk einigen konnten und damit die Trägerschaft endlich bestimmen. Im Dokument sind die Details zu Inhalt und Umfang des Nutzungsrechts, zu Entschädigung sowie weitere Rechte und Pflichten der Parteien geregelt.

Der Verein Bikepark Thunersee kommt für die Nutzung des Waldes und den für die Burgergemeinde anfallenden Mehraufwand auf (Waldpflege und Forstarbeiten). Die Stadt Thun leistet eine Anschubfinanzierung an den Bau des sogenannten Flowtrails sowie einen jährlichen Betriebsbeitrag. Für den Betrieb und Unterhalt des Trails ist der Verein Bikepark Thunersee verantwortlich.

«Es war ein langer und zäher Prozess», sagt Christoph Hubacher, Verwalter der Burgergemeinde Thun, welcher ein Grossteil des Waldes gehört, um den es geht. «Gute Lösungen liegen nicht einfach auf dem Tisch», ergänzt der Thuner Gemeinderat Roman Gimmel (SVP). Sam Hunziker, Präsident des Bikepark Thunersee, spricht seinerseits von gegenseitigen Zugeständnissen. «Es ist ein wichtiger Schritt», sagt Hunziker. Gimmel setzt gar noch einen drauf: «Es ist eine gute Nachricht für alle Biker.»

Verein in den Startlöchern

Der Abschluss des Vertrags ist ein weiterer Baustein für die Realisierung zweier Flowtrails im Grüsisbergwald. Ziel der neuen Trails ist, dass sowohl geübtere Fahrer als auch Anfänger auf ihre Kosten kommen.

Konkret sollen zwei Teilstrecken gebaut werden – eine von Goldiwil Dorf via Scheidweg nach Thun und eine zweite ab Rabenfluh durch den Dorfhaldewald nach Steffisburg. Die Flying Metal GmbH, die auch das «Swatch Rocket Air» verantwortet, wird die Strecken bauen. Sie kann dabei auf das Know-how der Flowtrails in Arlesheim und Sissach zurückgreifen, wo sie jüngst ähnliche Projekte umgesetzt hat.

Bevor aber zu Schaufel und Pickel gegriffen werden kann, braucht es eine Baubewilligung. Publiziert wurde das Baugesuch bereits vor einem Jahr. Da für die Strecke nach Thun die Linienführung wegen des Wildschutzes wesentlich geändert werden muss, werden die beiden Teilprojekte nun separat beurteilt. Während der Bau der Strecke nach Thun auf 2020 verschoben wird, nimmt die Marschtabelle bei der Realisierung des Trails nach Steffisburg deutliche Konturen an.

«Wir sind bereit»

Der Verein Bikepark Thunersee erwartet den Bauentscheid im ersten Quartal 2019. «Wir sind bereit», sagt Sam Hunziker. Er hofft, dass die Strecke bereits nächsten Sommer gebaut werden kann. Zwar stehe die Finanzierung noch nicht im Detail, aber er sei sicher, dass dies klappen werde. Hunziker geht von rund 600'000 Franken für den Bau der beiden Strecken sowie den Betrieb in den ersten drei Jahren aus.

Die Stadt Thun unterstützt den Verein - neben einem Investitionsbeitrag als finanzielle Starthilfe - im Sinne der Sportförderung auch mit einem «tiefen fünfstelligen Betrag» an die jährlichen Betriebskosten, wie Gemeinderat Gimmel sagt. «Eine Bikestrecke ist auch aus touristischer Sicht ein Gewinn für die Region», schaltet er gleich einen Werbespot. Bisher habe Thun in Sachen Bikestrecken etwas hinterhergehinkt. «Jetzt wollen wir auf die Überholspur.»

Thuner Tagblatt

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