Vertreter der Begleitgruppe stehen hinter gefundener Lösung

Thun

Vertreter jener Begleitgruppe, die für die Aufhebung der Parkplätze in Thun einen Kompromiss suchte, reagieren zwar unterschiedlich, aber grundsätzlich positiv auf die neue Fussgängerzone. Die SVP spricht gar von einem «Quantensprung».

240 Parkplätze verschwinden aus der Thuner Innenstadt.

240 Parkplätze verschwinden aus der Thuner Innenstadt.

«Wir machen keine Freudensprünge, denn immerhin verschwinden in der Innenstadt über 240 Parkplätze», sagte Alain Marti gestern. Der Präsident der Innenstadtgenossenschaft Thun hielt aber fest, dass die IGT hinter dem nun gemachten Kompromiss (vgl. Text oben) stehe. «Er ist über lange Zeit mit allen Betroffenen und all ihren unterschiedlichen Interessen gewachsen.» Die Fussgängerzone werde die Innenstadt klar attraktiver machen.

Wichtig war für die IGT, dass Fahrten für den Güterumschlag weiterhin gewährleistet bleiben. «Die Innenstadt liegt ja auf einer Insel. Da muss es möglich sein, dass Anlieferungen direkt bei einem Geschäft abgewickelt werden können», so Marti. Fallen lassen will die IGT nun auch die im vergangenen Frühling eingereichte Beschwerde gegen die Parkplatzaufhebung. Die Beschwerde war für die Zeit, in der die Begleitgruppe nach einem Kompromiss suchte, sistiert worden.

VCS: Lob mit Abstrichen

Verhalten glücklich zeigte sich Andrea de Meuron, Präsidentin VCS Region Thun-Oberland. Sie sei froh, dass dank des Kompromisses das 2012 gemachte Versprechen nun eingehalten werden könne. «Es wäre fatal gewesen, wenn diese Parkplätze bei der Eröffnung des Parkings im Schlossberg noch nicht weg gewesen wären. Dann hätten wir rechtliche Schritte prüfen müssen», sagte die Stadträtin der Grünen.

Den verbleibenden Kurzzeitparkplätzen habe der VCS letztlich aufgrund der flankierenden Massnahmen – etwa, dass Anlieferungen vorwiegend vormittags erfolgen sollen – zugestimmt. Es gelte nun, Erfahrungen zu sammeln und genau hinzuschauen, ob es nicht doch illegalen Suchverkehr in der Fussgängerzone gebe. «Und es kann nicht sein, dass dies dann die Polizei kontrollieren muss», so De Meuron. Auch bezüglich einer attraktiveren Gestaltung der Fussgängerzone blieben noch diverse offene Fragen.

Leist: Velos in Schritttempo

Gut leben mit dem gefundenen Kompromiss kann René E. Gygax, Präsident des Thuner Innenstadtleists (TIL). «Für uns ist vor allem elementar, dass die Anwohner ihre Wohnungen in begründeten Fällen weiterhin erreichen können», hält Gygax fest. Zudem dürfe der Transport kranker und behinderter Personen zeitlich nicht eingeschränkt werden. Gygax betont, dass der Leist die Lösung mit einer Fussgängerzone «von Anfang an unterstützt» habe. Sie eliminiere den Autosuchverkehr und beende die «gefährliche Töffli- und Veloraserei».

Für den TIL-Präsidenten ist daher klar, dass die vom Gemeinderat gewährte Ausnahme für Velofahrten innerhalb der Fussgängerzonen nicht für E-Bikes gilt. «Und es ist vor allem zentral, dass sich in dieser Zone grundsätzlich alle Velos nur im Schritttempo fortbewegen», so Gygax. Zu guter Letzt fordert er, dass nach dem Verschwinden der Autos aus der Innenstadt «keine Verschandelung der Altstadt durch wilde Veloplantagen in den Gassen» stattfindet.

SVP: «Quantensprung»

Die SVP Thun schrieb gestern von einem «Quantensprung in der Thuner Verkehrspolitik». Der Kompromiss sei eine «pragmatische, von den Wirtschaftsverbänden und weiteren beteiligten Parteien getragene Lösung». Die SVP begrüsst die Erhaltung von Kurzzeitparkplätzen auf dem Stadthofplatz, beim Berntor und in der Marktgasse. Für kurze Besorgungen in der Innenstadt mache dies Sinn.

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