Vom Schicksal bis zum Liebeslied

Thun

Die Thuner Kantorei interpretierte Werke von Brahms.

Mit Gesängen von Johannes Brahms setzten die Thuner Kantorei, Pianist Martin Klopfenstein und Dominik Wörner, Bariton, das Thema Schicksal in Wort und Musik um.

Mit Gesängen von Johannes Brahms setzten die Thuner Kantorei, Pianist Martin Klopfenstein und Dominik Wörner, Bariton, das Thema Schicksal in Wort und Musik um.

(Bild: Heidy Mumenthaler)

Die Thuner Kantorei packte die Gelegenheit, mit Musik und Literatur, mit Werken von Johannes Brahms in der Stadtkirche das Thema Schicksal ins Zentrum der beiden Konzerte zu rücken. Dass seit je die Frage über das Wort Schicksal beschäftigt, hörte das Publikum aus den Erläuterungen des Sprechers Markus Amrein. «Schicksal rufen es die Menschen, wir besingen es, formen ein Wesen aus diesem Wort.»

Spannend waren Amreins Ausführungen nach Texten, die aus der Feder von Simon Jenny stammen, zu den Hintergründen, wann und weshalb Brahms, der Gedichte und Texte aus der biblischen Tradition meisterhaft vertonte, die Werke schrieb. Brahms hat sich wahrscheinlich öfters die Frage nach dem Warum gestellt, wie etwa, als seine Mutter und Clara Schumann starben.

Feines Gespür

Dass Johannes Brahms ein feines Gespür für gute Texte hatte, kam in gut geratener Diktion und aussagekräftiger Interpretation zum Ausdruck. Das Schicksalslied, op. 54, ist eine orchestral begleitete Chorfassung eines Gedichts von Friedrich Hölderlin und eines mehrerer Chorwerke Brahms. In der Stadtkirche untermalte Pianist Martin Klopfenstein am Flügel.

Ebenso aufhorchen liess das Klagelied nach Friedrich Schiller. Die Nänie entstand zum Abschied von seiner nahen Freundin Clara Schumann. Ergreifend sang der Bariton Dominik Wörner vier ernste Gesänge. Delikat wirkte das Zusammenspiel von Gesang und Klavier. Für sein «Deutsches Requiem» hat Brahms in der Bibel nachgeforscht und wichtige Texte vertont.

Die Spannung von Dunkel, Schicksal und Licht zeigte sich im stimmlichen und pianistischen elementaren Klanggemälde der Motette «Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen?» nach Hiob und in einem tröstenden Teil aus dem «Deutschen Requiem». Die Kraft der Musik und die Bilder der Texte bildeten ein starkes Ganzes, bis hin zu tiefem Gefühlsausdruck und Dramatik.

Thuner Tagblatt

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