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Von «schrecklich» bis «ideal»

Im Bereich Haslimoos wurde der Strättligwald verjüngt. Die Meinungen dazu gehen auseinander, wie sich an einer öffentlichen Besichtigung zeigte.

Nelly Kolb
Förster Stefan Wenger informierte über Pflege und Nutzung des Strättligwaldes.
Förster Stefan Wenger informierte über Pflege und Nutzung des Strättligwaldes.
Nelly Kolb

Als «grüne Lunge von Thun» wird der Strättligwald bezeichnet. Er gehört grösstenteils der Burgergemeinde Strättligen. Die Burger betreiben die Waldpflege und Bewirtschaftung seit kurzem nicht mehr mit einem eigenen Bannwart. Dessen Aufgabe wurde jüngst nach teils heftigen und emotionalen Debatten ausgelagert. «Wir wollen Sinn, Zweck und Arbeitsweise vorstellen und Fragen – auch kritische – beantworten», begründete am Samstag Stefan Wenger vom Forstbetrieb Sigriswil-Reutigen.

Ohne Ertrag keine Pflege

Weshalb werden diese Bäume gefällt? Warum kommen grosse Maschinen zum Einsatz und wie steht es mit der Sicherheit für Nutzer? Solche und ähnliche Fragen standen im Raum. «Das ist ein schrecklicher Anblick», fanden die einen, «eine ideale Verjüngung», die anderen. Der Grund: Eingangs Wald beim Haslimoos (ob Allmendingen) werden aktuell auf knapp sieben Hektaren rund 800 Kubik Holz gefällt. «Eine brutale Blütti», fand eine junge Frau an der von weit über 50 Interessierten besuchten Orientierung vor Ort.

«Damit Bäume gesund sind und wachsen können, brauchen sie Pflege, genügend Platz und Licht», erklärte Förster Stefan Wenger. Deshalb müssten Bäume zur Verjüngung des Waldes gefällt werden – «unbestritten auch aus wirtschaftlichen Gründen», gestand Wenger ein. Denn ohne Holzerträge könne ein Wald nicht gepflegt werden.

Ziele der neuen, modernen Waldbewirtschaftung seien: ein gesunder Wald, grösstmögliche Stabilität der Bäume und Vielfalt der Baumarten. So würden etwa Föhren, Eichen und Eschen insofern gefördert, dass ihnen die nötigen Rahmenbedingungen wie Platz und Licht gegeben werden. Bezüglich Einsatz und Wahl der Maschinen werde vorab die Bodenbeschaffenheit analysiert.

«Im Bereich des Holzschlags werden wir die Wege wieder herrichten», versprach der neue Bewirtschafter. Er lobte gegenüber dieser Zeitung das «extrem disziplinierte» Verhalten der Waldnutzer während des laufenden Holzschlages.

Kaum Sturmschäden

Der jüngste Sturm Petra hat im Strättligwald kaum Schäden verursacht. «Es waren nur ganz wenige Bäume betroffen», schildert Wenger das Ergebnis eines Kontrollganges. Er hofft, dass die angekündigten Stürme in dieser Woche nicht schlimmer werden. «Wir sind mit dem neuen Bewirtschafter und seinem System rundum zufrieden», bilanzierte Hugo Wenger, Präsident Burgergemeinde Strättligen.

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