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Wanderer üben Selbstjustiz

In den Wäldern der Burgergemeinde Oberhofen führen militante Wanderer illegal einen Kampf gegen Mountainbiker.

Sie seien rüpelhaft und respektlos: Mountainbiker sind Spaziergängern im Wald oft ein Dorn im Auge. Symbolbild: Fotolia
Sie seien rüpelhaft und respektlos: Mountainbiker sind Spaziergängern im Wald oft ein Dorn im Auge. Symbolbild: Fotolia

Der Präsident der Burgergemeinde Oberhofen, Rudolf Ritschard, ist besorgt. In den letzten Wochen haben Unbekannte mehrfach an unübersichtlichen Stellen – vor allem auf dem Wanderweg Balm – Hindernisse für Mountainbiker platziert. «Es sind Äste, aber auch grosse Steine», sagt Ritschard. «Es ist ein gefährliches Spiel, das die Wanderer treiben.» Wenn es so weitergehe, sei es eine Frage der Zeit, bis es zu einem Unfall komme. «Das wollen wir verhindern», sagt Ritschard.

Nicht zuletzt, weil die Burgergemeinde als Eigentümer des Waldes für die Kosten eines Unfalles aufzukommen hätte. Bis jetzt konnte der Förster Schlimmeres verhindern. Er entfernte die Hindernisse jeweils rechtzeitig. «Er kann aber nicht den ganzen Wald ständig kontrollieren», sagt Ritschard. Der Burgerpräsident ruft deshalb zur gegenseitigen Rücksichtnahme auf. «Der Wald ist für alle da. Es braucht aber Respekt und Toleranz.»

Ritschard hat selber schon negative Erfahrungen mit Mountainbikern gemacht, sagt aber auch klar: «Selbstjustiz ist der ­falsche Weg!» Mit dem Gang an die Öffentlichkeit hofft er, dass man den militanten Wanderern das Handwerk legen kann. «Ich habe die Burger an der letzten Versammlung bereits aufgefordert, Augen und Ohren offen zu halten.»

Keine illegalen Strecken

In den letzten Jahren war es laut Ritschard in den Wäldern der Burgergemeinde Oberhofen relativ ruhig. Er wisse von keinen grösseren, illegal erstellten Bauten von Mountainbikern. Deshalb sei es auch kein Thema, ­explizit Wege für Mountainbiker auszuschildern.

«In jüngster Vergangenheit sind mehrere Trails im Oberland erstellt worden. Ich denke, das wird die Situation für uns zunehmend entschärfen», sagt Ritschard. Er nimmt in diesem Zusammenhang Bezug auf ein Projekt der Niederhornbahnen, welche den Bau einer Bikestrecke planen.

Die Burgergemeinde nehme den aktuellen Konflikt zwischen Wanderern und Mountainbikern ernst, will ihn aber laut Ritschard auch nicht dramatisieren. Er sei nicht mit jenem vor ein paar Jahren in Heiligenschwendi zu vergleichen. Damals waren Mountainbiker mit Schaufeln sowie Motorsägen ausgerückt und hatten eine illegale Strecke zwischen Heiligenschwendi und Hilterfingen gebaut. Das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Bikern und anderen Waldnutzern spitzte sich in der Folge derart zu, dass Unbekannte Nagelbretter auf der Strecke platzierten sowie Drähte und Schnüre zwischen Bäumen spannten.

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