Der Marsch führt dieses Mal über das alte Milch-Wägli

Wattenwil

Der Wattenwil-Marsch führt dieses Jahr über das alte Milch-Wägli. Freiwillige haben es mit dem Überschuss aus der Marsch-Kasse in Fronarbeit instand gestellt.

Die neue Brücke über das alte Milch-Wägli, welches das Kernstück des Wattenwil-Marsches vom 19.August bildet.

Die neue Brücke über das alte Milch-Wägli, welches das Kernstück des Wattenwil-Marsches vom 19.August bildet.

(Bild: Marc Imboden)

Als die Bauern von der Undere Allmid in alten Zeiten ihre Milch noch zu Fuss ins Dorf bringen mussten, wählten sie einen schmalen Weg durch den Lineggwald. Mit der Zeit wurden die Transportmittel besser, und das Milch-Wägli wurde fortan nur noch von Förstern und Wanderern genutzt. «Im oberen Teil war es gar nicht mehr begehbar, weil ein Teil in den Bach gerutscht war», sagt Wattenwils Wegmeister Alfred Schütz, der als Mitglied des Organisationskomitees des Wattenwil-Marsches für die Streckenführung verantwortlich ist. Ein Bürger sprach Schütz darauf an, ob man das Milch-Wägli nicht wieder instand stellen könnte. Der Wegmeister fand das eine gute Idee und stiess damit bei seinen Kollegen vom Marsch-OK auf offene Ohren.

Mit dem Überschuss aus der Kasse wurde das Material bezahlt. Alfred Schütz und rund zehn weitere Wattenwiler griffen an Feierabenden und Wochenenden zu Schaufel und Pickel, besserten das Milch-Wägli aus, bauten sogar eine einfache Fussgängerbrücke über den Bach und eine Sitzbank mit einer grandiosen Aussicht auf die Alpen. Auch schweres Gerät wie ein Bagger und eine Motorschubkarre kam zum Einsatz. «Sie wurden uns von den Helfern gratis zur Verfügung gestellt», betont Alfred Schütz. «Zu sehen, wie alle am selben Strick zogen und einander halfen, war ein wunderbares Erlebnis!» – «Diese Freiwilligkeit gehört zum Konzept des Wattenwil-Marsches», ergänzt Gemeindeschreiber Martin Frey. «Auch hier macht das ganze OK die ganze Arbeit in der Freizeit.»

Grossteil auf Naturwegen

Als das rund 900 Meter lange und 2 Meter breite Milch-Wägli fertig war, stand für das OK fest, dass der Marsch dieses Jahr über die historische Verbindung führen würde. Start- und Zielgelände ist wie immer die Schulanlage Hagen. Von dort führt die Route zur Forstsägebrücke und die Gürbe entlang Richtung Blumensteinbrücke. Später gehts bergauf ins Weiermoos auf 828 Metern über Meer, wo sich auch der Verpflegungsposten befinden wird. Dort können alle Teilnehmer ihr Glück beim Zwirbeln herausfordern. «Es gibt für alle einen Preis», stellt Martin Frey in Aussicht, der diesen Posten betreuen wird. Die Streckenlänge beträgt 9,7 Kilometer, die Höhendifferenz rund 250 Meter. Zwei Drittel sind Naturwege, zudem führt der grösste Teil des Marsches durch Wälder, was je nach Wetter von Vorteil sein kann.

Rund hundert Sponsoren

In diesem Jahr findet der Wattenwil-Marsch bereits zum sechsten Mal statt. Während die Teilnehmerzahl in den ersten Jahren kontinuierlich stieg, hat sie sich nun bei rund 400 eingependelt. Die Zusammensetzung des Organisationskomitees, das ehrenamtlich arbeitet, hat sich seit dem ersten Marsch zwar mehrmals geändert. «Aber bisher hatten wir nie Probleme, genügend Leute zur Mitarbeit bewegen zu können», sagt OK-Mitglied und Gemeindeschreiber Martin Frey. Dasselbe gelte für die Sponsorensuche: «Das lokale Gewerbe hat sich einmal mehr sehr spendabel gezeigt!» Die Sponsorenliste umfasst gegen hundert Betriebe und Körperschaften, davon sind viele ausserhalb Wattenwils ansässig.

Thuner Tagblatt

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