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Weil Menschen gute Lieder brauchen

Das frisch geschlüpfte ­Liedermacherfestival ­«Troubadoure» feiert am Freitag seine Premiere im Theater Alte Oele in Thun. Organisiert wird es von Reto Zeller, der auch gleich selber einen Auftritt hat.

Freut sich auf den neuen Anlass in Thun: Reto Zeller organisiert das Liedermacherfestival «Troubadoure», welches morgen Freitag erstmals im Kleintheater Alte Oele über die Bühne geht. Und dies gleich vor ausverkauftem Haus. Deshalb kommts jetzt zur Zusatzvorstellung.
Freut sich auf den neuen Anlass in Thun: Reto Zeller organisiert das Liedermacherfestival «Troubadoure», welches morgen Freitag erstmals im Kleintheater Alte Oele über die Bühne geht. Und dies gleich vor ausverkauftem Haus. Deshalb kommts jetzt zur Zusatzvorstellung.
Patric Spahni

Der Geschichtenjäger, Liedermacher und Kabarettist Reto Zeller hat es sich auf die Fahne geschrieben, Musikerinnen und Musikern und ihren Liedern einen Teppich auszurollen: seit 2012 mit dem Zürcher Festival «Liederlich», seit 2016 mit dem Berner Pendant «Nacht der Lieder» und nun mit dem Thuner Liedermacherfestival «Troubadoure», das von nun an jährlich stattfinden soll.

Dieses soll quasi ein geschütztes Reservat für die bedrohte Spezies der singenden Mundartpoeten werden – textlich stark und musikalisch brillant. «Es hat mich ein wenig ­traurig gemacht, dass die Liedermacherszene kaum noch eine Plattform findet», erzählt Reto Zeller. Deshalb hob er zusammen mit seiner Partnerin Danielle Friedli die Troubadoure in Thun» aus der Taufe.

In Mani Matters Fussstapfen

In diesem Jahr dabei ist Mischa Wyss, der Sprüche raushaut wie «Jeder Mensch ist schön, manchen sieht man es sogar an» oder «Immer wenn ich in den Spiegel schaue, denke ich, ich hab was Besseres verdient». Er habe Oltner und basellandschaftlichen Migrationshintergrund, sagt der Mundartchansonnier. Der in Bern lebende «Värsli-Schmied» fühlt sich ganz in Mani Matters Fussstapfen zu Hause.

«Am allerliebsten nehme ich meine Gitarre in die Hand, erzähle Geschichten und singe ein Lied. Ohne Schminke, ohne Orchester, ohne Backgroundchörchen», gesteht Markus Schönholzer, der schon viele Bühnen als Komponist von Musicals zum Klingen gebracht hat. Der Musikprofi, der bis zu seinem elften Lebensjahr in den USA aufwuchs, singt beim Festival in Thun mit Zürcher Schnabel und umwerfender Komik über Mikrokosmen. Zwischen seinen amüsanten Geschichten blitzt ein stimmliches Timbre zum wohlig ­Seufzen durch, nur schon seine Stimme ist eine Entdeckung.

Einen turbulenten Kontrast bildet das Musikkabarett-Duo «Luna Tic». Die Genferin Stéphanie Lang und die Berlinerin Judith Bach trafen sich einst in der Scuola Teatro Dimitri im Tessin und purzeln mit zwei Stimmen, vier Händen und einem rollenden Klavier als Claire und Olli durch die Kleinkunstszene in Deutschland, Österreich und der Schweiz, treten aber mit sprachübergreifendem Flair auch in Frankreich und Italien auf.

Wie Berndeutsch wirkt

«Morgen werde ich auch selbst auf der Bühne stehen», freut sich Reto Zeller, der eine Leidenschaft für Dialekte pflegt. Er frage sich schon lang, ob man gemütlicher werde, wenn man Berndeutsch rede oder ob man gemütlich sein müsse, um diese Sprache zu sprechen. Er sei da noch nicht weitergekommen. Jedenfalls sei Züridütsch härter und «gäggiger», das Berndeutsche besitze hingegen klangvolle, niedliche Worte wie Löu, Glünggi oder Sürmu. «Mundart ist für mich der Ausdruck der Volksseele und der Heimat», ist Zeller, der in Thun die ersten Lebensjahre verbrachte, überzeugt.

Alle am «Troubadoure in Thun» auftretenden Künstlerinnen und Künstler fühlen sich auf der Wortspielwiese pudelwohl. Zeller ist stolz und froh, dass er Schertenlaib & Jegerlehner alias Michel Gsell und Gerhard Tschan für die Moderation des Abends gewinnen konnte. Das Erfolgsduo, das dieses Jahr den Schweizer Kabarettpreis Cornichon erhielt, sei vor allem in Thun ein echter Publikumsmagnet (siehe auch Text unten).

«Troubadoure in Thun»: Freitag, 20 Uhr, diese Vorstellung im Kleintheater Alte Oele ist bereits ausverkauft. Für das zusätzliche Konzert um 17.30 Uhr sind noch Tickets erhältlich, troubadoureinthun.ch.

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