Wenn Puppen zum Leben erwachen

«Die Schneekönigin» kommt ab 3. März zu Besuch ins Kirchgemeindehaus Markus in Thun. Gespielt wird das Andersen-Märchen vom Puppentheater «Am runde Egge».

Maria Pfister (l.) mit Kay und Rahel Charrois mit der Schneekönigin.

Maria Pfister (l.) mit Kay und Rahel Charrois mit der Schneekönigin.

(Bild: Christina Burghagen)

Es waren einmal zwei Frauen. Vor bald 30 Jahren gründeten sie im Untergeschoss des Kirchgemeindehauses Markus in Thun ein Puppentheater. Ihr Figurentheater benannten sie nach der geschwungenen Fassade des Gebäudes: «Am runde Egge».  Änni Dähler hiess die eine Spielerin, Maria Pfister die andere. Die beiden erzählten viele schöne Märchen und eigene Geschichten. Doch anno 2014 war Änni müde, denn sie zählte schon etliche Lenze.

Von da ab schliefen die Puppen eine Handvoll Jahre und träumten in ihren Schachteln von den schönen Geschichten, die sie aufgeführt hatten. Es begab sich aber, dass Maria in der Thuner Kantorei auf ihre Sangesschwester Rahel Charrois traf. Auch diese war eine leidenschaftliche Puppenspielerin, dazu Bildhauerin und einst viele Jahre lang Musikgrundschullehrerin. Mit gleichem Herzschlag machten sich die Frauen ans Werk und hauchten dem Kellertheater neues Leben ein. Und so leben die Puppen wieder glücklich und zufrieden...

Zauber des Puppenspiels

Wer in den Keller des Puppentheaters «Am runde Egge» hinabsteigt, findet den Einstieg in eine magische Welt. Ob russische Legende, Märchen, Kinderbuchvorlage oder themenbezogenes Projekt, im Puppenkeller ist eine Atmosphäre zu spüren, die von vergangenen Inszenierungen erzählt. Stumm hängen sie da, die grossen Puppen, die das Theater seit 1998 einsetzt. Sie werden von den Spielerinnen sichtbar fürs Publikum geführt, doch schon mit der kleinsten Bewegung eines hölzernen Händchens ziehen die Geschöpfe die Aufmerksamkeit auf sich – der führende Mensch wird kaum mehr wahrgenommen.

Die Puppenköpfe formen die Künstlerinnen aus Bastelholzmehl. Anschliessend entstehen die Kostümierungen. Stolz ragt es auf, das glitzernde Schloss der Schneekönigin, die unverfroren den kleinen Kay in ihren kalten Klauen knebelt. Das Bühnenbild stammt von David Pfister, Marias Mann, der als Architekt alle Kompetenz für den Schlossbau mitbringt. Er ist auch für die Bühnentechnik zuständig.

Handlung aktueller denn je

«Die verführerische, glitzernde Kälte passt sehr gut zu der heutigen digitalen Welt», bemerkt Rahel Charrois zur Stückauswahl im Gespräch. Gerdas Herzenskraft vermag ihren Freund Kay mit aller Liebe aus den Fängen der Schneekönigin zu retten. Die beiden Frauen bekräftigen wie aus einem Mund: «Puppenspiel geht in die Tiefe und holt von der Oberflächlichkeit weg!»

«Wir haben einfach von der ersten Minute an zusammen spielen können!»Maria Pfister?Puppenspielerin

Sie seien immer wieder fasziniert, wie die Zuschauenden jeden Alters gebannt der Geschichte folgen. Maria Pfister, die als Hauptberuf im kaufmännischen Bereich arbeitete und sich als freiwillige Mitarbeiterin bei kulturellen Veranstaltungen engagiert, ist sehr glücklich, in Rahel Charrois eine so vielseitige Partnerin gefunden zu haben. Wann sie gemerkt hätten, dass sie harmonieren? «Wir haben einfach von der ersten Minute an zusammen spielen können!»

Puppentheater «Am runde Egge», «Die Schneekönigin» nach Hans Christian Andersen, Kirchgemeindehaus Markus, Schulstrasse 45B. Doppelpremiere 3. März, 14 und 16.30 Uhr, 6. April am Frühlingsfest Markuskirche, 24. April, 15 Uhr, 27. April, 17 Uhr. Kein Vorverkauf, Kasse 30 Minuten vor Beginn geöffnet.

Thuner Tagblatt

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