Weshalb drei Buslinien ein weiteres Jahr hinter dem Bahnhof bleiben

Thun

Die Buslinien 2, 3 und 5 werden in absehbarer Zeit nicht vom Bahnhofplatz abfahren. Deren Haltestellen bleiben mindestens bis Ende 2019 an der Seefeldstrasse. Wir haben nachgefragt, warum.

Dass die Haltestellen der Buslinien 2, 3 und 5 bis Ende 2019 an der Seefeldstrasse bleiben, sorgt für reichlich Kritik.

Dass die Haltestellen der Buslinien 2, 3 und 5 bis Ende 2019 an der Seefeldstrasse bleiben, sorgt für reichlich Kritik.

(Bild: Stefan Kammermann)

Es sei beschämend oder eine Zumutung. Grosse Enttäuschung machte sich in zahlreichen Leserbriefen an diese Zeitung breit, als die Stadt Thun kürzlich mitteilte, dass die Haltestellen der drei STI-Buslinien 2, 3 und 5 nicht wie ursprünglich geplant während der Thuner Baustellenpause auf den Bahnhofplatz zurückkehren würden. Gerade für ältere und gehbehinderte Menschen sei ein Umsteigen, verbunden mit einem Fussmarsch bis zu den Bahnhofbussen, unzumutbar, wurde in den Leserbriefen etwa argumentiert.

Tatsache ist: Die Buslinien werden mindestens bis Ende 2019 auf der Rückseite des Bahnhofs an der Seefeldstrasse halten. Dies bestätigte der zuständige Thuner Gemeinderat Konrad Hädener (CVP) auf Anfrage. «Die Verlegung der Bushaltestellen hat während der diesjährigen Bauetappe zu einer spürbaren Verkehrsentlastung rund um den Maulbeerkreisel geführt», sagt er. Deshalb sei die Massnahme auch für die Bauetappe 2019 vorgesehen.

Personalaufwand ist gross

Weil die Baupause über den Winter deutlich kürzer ausfällt als ursprünglich geplant und die Bauarbeiten bereits im März wieder losgehen, haben die Verantwortlichen entschieden, die drei Buslinien an der Seefeldstrasse zu belassen. «Ein Hin und Zurück während der kurzen Baupause macht angesichts des jeweils grossen Personalaufwands keinen Sinn», erläutert Hädener.

So seien etwa während der ersten Wochen der Verlegung der drei Linien vom Bahnhofplatz an die Seefeldstrasse täglich rund zehn Personen der STI zusätzlich im Einsatz gestanden, um die Pendlerströme auf die neue Situation aufmerksam zu machen. «Da fragt es sich schon, ob sich dieser Aufwand für die kurze Zeit lohnt», betont der Bauvorsteher. Zudem sei bei einer Rückkehr der drei Buslinien auf den Bahnhofplatz die Gefahr eines Verkehrskollapses gross.

«Es ist schlicht undenkbar, dann kurzfristig wieder hinter dem Bahnhof anzuhalten», so Hädener. Er erklärt auch, weshalb die drei Linien bis mindestens Ende 2019 an der Seefeldstrasse bleiben, obwohl die Bauarbeiten beim Lauitor bis zu den Sommerferien abgeschlossen sein sollten. «Danach stehen Bauarbeiten auf der Bahnhofbrücke und in der Freienhofgasse an.»

Mehr Licht und Unterstand

Angesichts dieser Fakten habe die Stadt an der Seefeldstrasse dieser Tage einen zusätzlichen Fahrgastunterstand aufgestellt und zur besseren Sicherheit die Beleuchtung ausgebaut. Die Frage, ob aus der ursprünglich als Provisorium gedachten Situation dereinst ein Dauerzustand wird, verneint Hädener: «Wir sind bestrebt, das ÖV-System in der Stadt längerfristig robuster und wachstumsfähig zu machen und dafür den Maulbeerkreisel zu entlasten.»

Dazu werde derzeit von der regionalen Verkehrskonferenz eine Studie erarbeitet, die Anfang 2019 vorliegen sollte. Die temporäre Nutzung der Seefeldstrasse als STI-Haltestelle sei keine taugliche Dauerlösung.

«Beträchtliche Einbussen»

Wie STI-Betriebschef Erich Seiler einräumt, ist die Situation für die Fahrgäste der drei Buslinien nicht wirklich angenehm. «Für unsere Kunden ist es eine Verschlechterung.» Dies habe sich auch auf die Frequenzen der drei Linien ausgewirkt. Seiler spricht von «beträchtlichen Einbussen».

Und weiter: «Wir hätten es auch lieber anders.» Der Betriebschef hofft auf das Verständnis der Fahrgäste und weist auf die Pünktlichkeit hin. Seit die Busse der Linien 2, 3 und 5 hinter dem Bahnhof halten würden, sei diese besser geworden.

Thuner Tagblatt

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