Wie wird die Schule fit für die Zukunft?

Thun

Die Schule entspreche nicht mehr den Anforderungen der heutigen Gesellschaft, sagen die Vertreter des neu gegründeten Vereins Lernbewegung. Sie wollen eine öffentliche Diskussion anstossen.

Der Vorstand des neuen Vereins Lernbewegung, der unter anderem den geplanten 1. Thuner Bildungskongress lanciert (v.l.): Claudia Müller, Präsident Maurizio Sederino, Mireille Guggenbühler, Cécile Trachsel und Antonietta Schäfer. Foto: PD / Tabea Reusser

Der Vorstand des neuen Vereins Lernbewegung, der unter anderem den geplanten 1. Thuner Bildungskongress lanciert (v.l.): Claudia Müller, Präsident Maurizio Sederino, Mireille Guggenbühler, Cécile Trachsel und Antonietta Schäfer. Foto: PD / Tabea Reusser

Albert Einstein sagte einmal: «Jeder ist ein Genie! Aber wenn du einen Fisch danach beurteilst, ob er auf einen Baum klettern kann, wird er sein ganzes Leben glauben, dass er dumm ist.» Mit diesem Zitat bewirbt der neu gegründete Verein Lernbewegung Thun (vgl. Box) den 1. Thuner Bildungskongress vom kommenden März.

Vernetzung im Vordergrund

Unter dem Motto «Stärken entdecken, Potentiale entfalten» möchten die Verantwortlichen Schul- und Wirtschaftsleute sowie Eltern und weitere Bildungsinteressierte vernetzen. «Wir wollen mit dem Kongress alle ansprechen, die sich für Bildung interessieren», erklärt Mireille Guggenbühler, Co-Leiterin des Kongresses und Mitglied im Vorstand der Lernbewegung Thun.

Denn genau bei der Vernetzung bestehe noch grosser Nachholbedarf: «Wenn von der Schule verlangt wird, die Kinder vermehrt auf die Bedürfnisse der heutigen Berufswelt vorzubereiten, dann müssen die Schulen und Eltern die künftigen Herausforderungen in der Wirtschaft aber auch kennen.

Und umgekehrt sollten Wirtschaftsvertreter und Eltern mehr Einblick in die neusten Schulentwicklungen erhalten», ist die Journalistin, die auch das Buch «Welche Schule brauchen wir?» geschrieben hat, überzeugt.

Stattfinden wird der Kongress am 21. März in der Hotelfachschule und im Gymnasium Schadau. In der Koleitung engagieren sich nebst Mireille Guggenbühler auch zwei Thuner: die Fotografin Tabea Reusser und Maurizio Sederino, Leiter der «Bildung im Strafvollzug» für das Nordwest- und Innerschweizer Konkordat.

Beide sind auch Mitbegründer der Lernbewegung Thun. Partnerorganisation ist Bildung Bern, der Berufsverband der Fachpersonen für Schulbildung.

Vorzeigemodell Bratsch

Namhafte Referenten aus dem Bereich Bildung und Wirtschaft werden am Kongress in kurzen Inputreferaten Denkanstösse geben, wissenschaftliche Erkenntnisse erläutern und Einblick in neue Lehr- und Lernformen sowie neue Schul-, Arbeits- und Ausbildungsmodelle gewähren.

Das Eingangsreferat hält dabei Damian Gsponer, der im Walliser Bergdorf Bratsch die geschlossene Dorfschule wiedereröffnet hat und seine Schülerinnen und Schüler nicht in Fächern, mit Prüfungen und Noten, sondern dadurch lernen lässt, dass sie sich für die Dorfgemeinschaft engagieren.

Zudem arbeitet die Schule eng mit der lokalen Wirtschaft zusammen. Heute gehen in Bratsch wieder 40 Kinder zur Schule, und die Warteliste ist lang. Das Konzept der Schule, das mittlerweile auf internationales Interesse stösst, hat dazu geführt, dass das Bergdorf erstmals wieder eine Zuwanderung erlebt.

Für Mireille Guggenbühler zeigt dies deutlich: «Schulen können viel mehr bewegen, als sie glauben. Sie müssen nur den Mut aufbringen, dies auch zu tun.»

Weitere Informationen zum Verein und zum Bildungskongress gibt es für Interessierte auf der Webseite www.lernbewegung.ch. Eine Anmeldung für den Kongress ist ab Oktober möglich.

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