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Wochers Gattin führt durch Panorama

Eine neue Führung von Thun-Thunersee Tourismus bewegt sich auf den Spuren des Malers Marquard Wocher. Die Geschichte von Wocher und seinem Thun-Panorama erzählt eine ihm besonders nahestehende Person: seine Gattin Anna Maria.

Anna Maria Wocher, gespielt von Iris Kocher, vor dem Thun-Panorama im Schadau-Park. Sie liest eine Verkaufsanzeige für das Rundbild ihres Gatten Marquard Wocher vor.
Anna Maria Wocher, gespielt von Iris Kocher, vor dem Thun-Panorama im Schadau-Park. Sie liest eine Verkaufsanzeige für das Rundbild ihres Gatten Marquard Wocher vor.
Janine Zürcher

Auf einmal erscheint sie zwischen zwei Bäumen der Allee, die durch den Schadaupark führt. Sie schreitet langsam voran, elegant gekleidet in einen schwarzen Reifrock und ein Samtjäckchen, dazu ein mit Spitzen besetzter Hut.

Vor der kleinen Besuchergruppe bleibt sie stehen und fragt im Basler Dialekt: «Entschuldigen Sie, aber können Sie mich sehen?» Die Frage scheint berechtigt, denn die Dame, die sie darstellt, ist seit 189 Jahren verstorben.

Die elegante Frau im Park ist Stadtführerin Iris Kocher. In der Rolle der Anna Maria Wocher erzählt sie im Rahmen einer neuen Führung von Thun-Thunersee Tourismus die Geschichte ihres Gatten Marquard Wocher, des Malers des Thun-Panoramas.

Erstes Rundbild der Schweiz

«Die Führung ist fast zufällig entstanden», sagt Iris Kocher. Ehemalige Arbeitskolleginnen von ihr hätten sich auf einem Geschäftsausflug nach Thun Unterhaltung gewünscht. «Da sie ­sowieso im Schadaupark halt­machen wollten, habe ich sie kurzerhand als Anna Maria Wocher durchs Thun-Panorama geführt», sagt die Steffisburgerin. Das kam bei den Kolleginnen gut an, und Thun-Thunersee Tourismus ermutigte Kocher daraufhin, eine rund einstündige Führung auszuarbeiten.

Zeit seines Lebens sei Marquard Wocher von Thun und dem Berner Oberland fasziniert gewesen, erzählt Anna Maria Wocher. Es verwundert nicht, dass Wocher sich 1808 dazu entschloss, die Stadt Thun auf einem 38 Meter langen Rundbild festzuhalten – dem ersten seiner Art in der Schweiz. Die Fertigstellung des Werkes, das heute zum Thuner Kunstmuseum gehört, dauerte ganze fünf Jahre.

«In den ersten Jahren lockte das Bild zahlreiche Besucher zu uns nach Basel», sagt Anna Maria Wocher. Später habe die Bevölkerung das Interesse am Werk verloren, es ging wirtschaftlich bergab für die Wochers.

Das Bild wurde mehrmals verkauft und geriet gar in Vergessenheit. Von Marquard Wochers Lebensende in Armut und davon, wie das Panoramagemälde schliesslich nach Thun kam, berichtet seine Gattin direkt vor der Rotunde im Schadaupark.

Anschliessend bittet sie die Besucher ins Thun-Panorama und lässt sie angesichts des imposanten Bildes das traurige Ende der Geschichte vergessen.

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